Die Deutsche Bahn prüft, ob sie ihre Töchter Schenker und Arriva nicht doch an die Börse bringen will.

Deutsche Bahn

05.11.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Bahn, Primepulse, Govecs

Die Deutsche Bahn könnte die IPO-Pläne für Schenker und Arriva aus der Schublade holen, Primepulse und Abacus legen jeweils ihre Börsenpläne auf Eis und Govecs hält an seinen IPO-Plänen fest – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Bahn prüft wieder Teilbörsengänge

Die Deutsche Bahn erwägt Berichten zufolge erneut einen Börsengang der Logistiksparte Schenker oder der Auslandstochter Arriva. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ schreibt, sagte Bahn-Chef Richard Lutz im Wirtschaftspresseclub ICFW, dass die alten Pläne „wieder auf den Tisch gelegt werden“ könnten. Beide Unternehmen würden sich aktuell gut entwickeln und hätten Wachstumsaussichten. Schenker und Arriva sollten bereits vor zwei Jahren an die Börse gebracht werden, was jedoch nach dem Brexit-Votum auch am Widerstand der Politik scheiterte. Zuletzt erwirtschaftete die Logistiksparte Schenker einen Umsatz von gut 16 Milliarden Euro.

Primepulse verschiebt IPO

Die technologieorientierte Beteiligungsgesellschaft Primepulse hat ihren geplanten Börsengang bis auf weiteres verschoben. Als Begründung für die Absage des IPOs nannte das Unternehmen das unsichere und volatile Marktumfeld. Der Emissionsprozess startete Ende September. Primepulse hatte sich von dem Börsengang ursprünglich Bruttoemissionserlöse in Höhe von 250 Millionen Euro versprochen.

Auch Abacus traut sich nicht aufs Parkett

Der dänische Medikamentenhändler Abacus hat seinen Börsengang ebenfalls abgebrochen. Das unsichere und volatile Marktumfeld seien auch hier der Grund für die Absage, wie das Unternehmen mitteilte. Abacus wollte im Zuge des IPOs einen Emissionserlös von 40 Millionen Euro erzielen. Als Konsortialbanken waren Berenberg und Commerzbank sowie die skandinavische Nordea mandatiert worden.  

Govecs aktualisiert Details zum Börsengang

Der Elektro-Scooter-Hersteller Govecs hat das Volumen der Kapitalerhöhung im Rahmen des geplanten Börsengangs auf nun insgesamt 5,25 Millionen Aktien reduziert. Ursprünglich sollten 6,25 Millionen Aktien angeboten werden. Zudem stammen wie bislang geplant bis zu 300.000 Aktien aus dem Besitz des Hauptaktionärs Dquadrat Equity Partner. Zusätzlich können statt 982.500 Aktien nur noch bis zu 832.500 Aktien aus dem Bestand von Dquadrat im Rahmen einer Greenshoe-Option platziert werden. Die Preisspanne beträgt weiterhin 10 bis 12 Euro je Aktie.

Zuletzt hatte der E-Scooter-Produzent die Zeichnungsfrist um mehrere Wochen bis Mitte November verlängert. Den Grund für diese Entscheidung und alle weiteren Informationen zu den IPO-Plänen erläuterte Govecs-CFO Dirk Reiche vor wenigen Wochen im Interview bei FINANCE-TV.   

Weitere Meldungen

Der Keramikhersteller Ceramtec hat die freiwillige Tilgung eines Bankdarlehens bekanntgegeben. Demnach sind 32 Millionen Euro auf die Tranche B1 und 15 Millionen Dollar auf die Tranche B2 entsprechend der Kreditvereinbarung getilgt worden. Ceramtec ist ein Portfoliounternehmen des Finanzinvestors BC Partners, der den Keramikspezialisten Ende 2017 von dem Private-Equity-Haus Cinven gekauft hat.

Die DFV Deutsche Familienversicherung hat Details zu ihrem geplanten Börsengang bekanntgegeben. Demnach soll das Angebot 3,5 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 525.000 Aktien aus einer entsprechenden Mehrzuteilungsoption aus dem Bestand eines Hauptaktionärs umfassen. Die Preisspanne wurde bei 17 bis 23 Euro festgelegt. Das Platzierungsvolumen liegt bei vollständiger Ausübung der  Mehrzuteilungsoption voraussichtlich zwischen 68 und 92 Millionen Euro, wovon der DFV zwischen 59 und 79 Millionen Euro als Bruttoemissionserlös zufließen würden. Bisher hatte die Versicherung einen Erlös von 100 Millionen Euro angepeilt.

Curetis, ein Entwickler molekulardiagnostischer Lösungen, plant eine Kapitalerhöhung. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen insgesamt bis zu 7,4 Millionen Aktien neu ausgegeben werden. Curetis rechnet mit Bruttoerlösen von 14,2 Millionen Euro bis 18,4 Millionen Euro. Die Baader Bank fungiert bei der Transaktion als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner, Goetzpartners Securities Limited als Co-Manager und Placement Agent.

Der auf Büroimmobilien spezialisierte Asset Manager Publity hat eine Anpassung des Wandlungspreises der Wandelanleihe 2015/2020 vorgenommen. Demnach wurde der Wandlungspreis von ursprünglich 41,58 Euro auf 40,31 Euro reduziert. Das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 6,05 Millionen Euro soll nun durch die Ausgabe von bis zu 3,8 Millionen Aktien auf bis zu 9,8 Millionen Euro erhöht werden. Der Bezugspreis beträgt 10,70 Euro je Aktie.

Der 3D-Drucksystem-Hersteller Voxeljet hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Das Unternehmen hat durch die Kapitalerhöhung Bruttoemissionserlöse in Höhe von rund 12,5 Millionen Euro erzielt. Das Unternehmen wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Hogan Lovells (Federführung: Michael Schlitt, Lutz Angerer und Lillian Tsu) beraten.

Der Münchener Online-Sporthändler Keller Sports hat eine Serie-D Finanzierungsrunde in zweistelliger Millionenhöhe abgeschlossen. Neben dem Hauptinvestor Reimann Investors hat sich auch die Co-Investor-Gruppe erstmals an der Finanzierungsrunde beteiligt. Keller Sports wurde bei der Transaktion von Hogan Lovells (Federführung: Nikolas Zirngibl) beraten.

Die Schweizer Zur Rose Group plant die Durchführung einer Kapitalerhöhung über 200 Millionen Schweizer Franken (rund 175 Millionen Euro). Morgan Stanley und UBS fungieren als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners der Transaktion. Die Kapitalerhöhung soll der Finanzierung der Übernahme der Onlineapotheke Medpex dienen.

Die Immobiliengesellschaft Gateway Real Estate führt die geplante kurzfristige Platzierung von Aktien nicht durch. Grund für diese Entscheidung sei die derzeit unsichere und volatile Marktlage, wie Gateway mitteilte.

Die Hgears Holding hat eine Gruppenfinanzierung abgeschlossen. Diese beinhaltet einen Konsortialkredit zur Ablösung der bestehenden Finanzierungen. Konsortialbanken sind die HSH Nordbank und die SEB. Hengeler Mueller (Federführung: Daniel Weiß, Miriam Peter und Alexander Wellerdt) hat Hgears bei der Transaktion beraten.

Das Wiener Biotech-Unternehmen Themis Bioscience hat die Details zum Börsengang an der Euronext Amsterdam bekannt gegeben. Das Unternehmen bietet von Ende Oktober bis Anfang November bis zu 3,7 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 9,70 Euro bis 11,60 pro Aktie an. Bei großem Interesse der Investoren und voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption könnte Themis mit dem IPO bis zu 55 Millionen Euro einsammeln.

Die Energiekontor Finanzierungsdienste, eine Tochter des Wind- und Solarparkentwicklers Energiekontor, zahlt ihre Anleihe 2010 vorzeitig zurück. Der Bond wurde ursprünglich in Höhe von 10,1 Millionen Euro emittiert, valutiert derzeit jedoch nur noch in Höhe von 4 Millionen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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