Der Telekommunikationskonzern Deutsche Glasfaser hat seinen Finanzierungsrahmen erweitert.

Deutsche Glasfaser/Martin Wissen

27.01.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Glasfaser, DIC Asset, Scoutbee

Deutsche Glasfaser erhöht den Finanzierungsspielraum, DIC Asset schließt eine Kapitalerhöhung ab und das Start-up Scoutbee sammelt frisches Geld ein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Glasfaser erweitert den Refinanzierungsrahmen

Das Telekommunikationsunternehmen Deutsche Glasfaser hat seinen Finanzierungsrahmen von 650 Millionen Euro auf bis zu 1,8 Milliarden Euro erhöht. 1,4 Milliarden Euro sind davon bereits fest zugesagt, zudem gibt es eine Erweiterungsoption von 0,4 Milliarden Euro, wie die Kanzlei Clifford Chance (Federführung: Barbara Mayer-Trautmann), die das Unternehmen bei der Transaktion rechtlich begleitet hat, mitteilte. Bereitgestellt wird die Refinanzierung zu besseren Konditionen von insgesamt 16 Institutionen, heißt es weiter. Um wen es sich bei den Geldgebern genau handelt, ist nicht bekannt.

Die Mittel will das Unternehmen, das von der niederländischen Reggeborgh-Gruppe gegründet wurde und seit 2015 mehrheitlich dem PE-Investor KKR gehört, für den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in Deutschland, insbesondere im ländlichen Raum, verwenden. Anfang 2018 hatte Deutsche Glasfaser bereits eine erste Finanzierung über 650 Millionen Euro abgeschlossen, die aber aufgrund des schnellen Unternehmenswachstums bereits fast vollständig aufgebraucht ist. 

DIC Asset schließt Kapitalerhöhung ab

Die Immobiliengesellschaft DIC Asset hat eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital abgeschlossen. Insgesamt sind rund 6,9 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 16 Euro platziert worden. TTL Real Estate hat im Rahmen der Transaktion rund 2,3 Millionen Aktien und die RAG-Stiftung 685.777 Aktien erworben, teilte DIC Asset mit. Durch die Kapitalerhöhung fließt dem Unternehmen ein Bruttoemissionserlös in Höhe von 110 Millionen Euro zu. Die Berenberg Bank fungierte als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner der Transaktion und wurde von der Kanzlei DLA Piper (Federführung: Roland Maaß) beraten.

Scoutbee sammelt 60 Millionen Dollar ein

Das Würzburger Start-up Scoutbee hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde frisches Kapital in Höhe von 60 Millionen Dollar (rund 54 Millionen Euro) eingesammelt. Angeführt wurde die Runde von dem Londoner Großinvestor Atomico. Ebenfalls als neue Investoren konnte Scoutbee die Risikokapitalgesellschaft Lakestar sowie den Siemens-Investmentarm Next47 gewinnen. Auf Investorenseite beriet Schnittker Möllmann Partners (Federführung: Benjamin Ullrich).

Auch die bestehenden Geldgeber Holtzbrinck Ventures, 42CAP and Toba Capital beteiligten sich erneut an der Runde. Scoutbee, das eine KI-basierte Software für die digitale Lieferantensuche anbietet, will das frische Geld unter anderem für den Ausbau der Forschung und Entwicklung, die Beschleunigung des Kundenwachstums sowie für die Prüfung strategischer Akquisitionen verwenden.

Weitere Meldungen

Der deutsche Mittelständler Cheplapharm will sein Debüt am High-Yield-Markt geben und einen 400 Millionen Euro schwerer Bond begeben. Mitte 2018 war das Unternehmen als Vorbereitung für den High-Yield-Markt bereits an den Londoner Markt für institutionelle, endfällige Kapitalmarktdarlehen, auch bekannt als Term Loan B, gegangen. Der Mittelständler hat seinen Umsatz in den vergangenen zwei Jahren durch eine ambitionierte M&A-Strategie gesteigert und inzwischen die notwendige Größe für den High-Yield-Bondmarkt erreicht. Neben der Anleihe will Cheplapharm zudem eine weitere TLB-Tranche über 100 Millionen Euro platzieren.

Der französische Finanzinvestor Ardian hat für seinen vierten Private-Debt-Fonds 3 Milliarden Euro eingeworben. Das sind 20 Prozent mehr als ursprünglich geplant. Adrian kündigte zudem an mit dem neuen Fonds sein Finanzierungsportfolio um „Stretched Senior Debt“ zu erweitern. Dahinter verbirgt sich eine hybride Finanzierungsform, die Senior und Junior Debt bündelt, und besonders für M&A-Deals eingesetzt wird.

Die Immobiliengesellschaft Accentro Real Estate plant möglicherweise kurzfristig die Emission einer Anleihe. Die Nettoerlöse aus der Transaktion würde das Unternehmen unter anderem zur Finanzierung des weiteren Wachstums und zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten nutzen. Weitere Details will Accentro „zur gegebenen Zeit“ mitteilen.

Der Einkaufsdienstleister HPI hat sich mit seinen Gläubigern auf die Prolongation von Finanzierungsinstrumenten geeinigt. Demnach wurde für ein Darlehen über 1,3 Millionen Euro und eine Wandelschuldverschreibung über ursprünglich 750.000 Euro die Laufzeit bis zum 31.12.2022 verlängert und der Zinssatz auf 5 Prozent reduziert. Zudem wurde die Laufzeit einer Unternehmensschuldverschreibung mit einem Nominalbetrag von 700.000 Euro bis zum 15. Juni 2020 verlängert und der Zinssatz auf 5 Prozent reduziert. Die Gläubiger haben sich darüber hinaus dazu verpflichtet, diese Schuldverschreibung unter bestimmten, nicht näher genannten Voraussetzungen in Eigenkapital zu wandeln, teilte HPI mit.

Advanced Blockchain hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro durchgeführt. Insgesamt haben Investoren die maximale Anzahl von 210.000 Aktien zu einem Bezugspreis von 5,40 Euro gezeichnet, wie die Blockchain-Entwicklungsgesellschaft mitteilte. Den Erlös will das Unternehmen für die weitere Unternehmensexpansion sowie für die Stärkung der Eigenkapitalbasis verwenden.

Das Healthcare Start-up Temedica hat eine Serie-B-Finanzierungsrunde über 17 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von den MIG Fonds, Santo Venture Capital und Salvia. Auch die bestehenden Investoren Bernd Wendeln und G+J Digital Ventures beteiligten sich erneut an der Transaktion. Die Kanzlei Lutz Abel (Federführung: Bernhard Noreisch und Lorenz Jellinghaus) hat Temedica rechtlich beraten.

Das HR-Softwareunternehmen Personio hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 75 Millionen Dollar (rund 67,7 Millionen Euro) eingesammelt. Der Venture-Capital-Investor Accel hat die Runde angeführt. Neben den bisherigen Geldgebern Index Ventures, Northzone, Global Founders Capital und Picus Capital investierten auch die Risikokapitalgesellschaft Lightspeed Venture Partners und Lars Dalgaard in das Münchner Start-up. Das frische Kapital will Personio unter anderem für die Weiterentwicklung seiner cloudbasierten Software verwenden. Rechtlich wurde das Unternehmen von der Kanzlei Hogan Lovells (Federführung: Volker Geyrhalter) beraten.

Der Onkologie-Spezialist Heidelberg Pharma hat von der Hauptaktionärin Dievini Hopp Biotech eine Finanzierungszusage erhalten. Bis zu 15 Millionen Euro will der Aktionär zur Verfügung stellen. Wie genau die Finanzierung aussehen wird, steht noch nicht fest.

Die Beteiligungsgesellschaft Sparta hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung 18,7 Millionen Euro erhalten. Die Zeichnungsquote lag bei 95 Prozent, es wurden rund 240.000 neue Aktien ausgegeben.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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