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05.02.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Vossloh, Instone, Deutsche Glasfaser

Vossloh sichert sich eine Konsortialfinanzierung über 150 Millionen Euro, Instone nennt Details zum Börsengang und Deutsche Glasfaser refinanziert sich – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Vossloh schließt Konsortialfinanzierung ab

Der Bahntechnikkonzern Vossloh hat sich eine Konsortialfinanzierung über 150 Millionen Euro gesichert. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre und kann zusätzlich um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Darüber hinaus kann die revolvierende Kreditlinie um bis zu 150 Millionen erhöht werden. Freshfields Bruckhaus Deringer hat Vossloh bei der Transaktion beraten.

Die Transaktion ist Teil der Neuaufstellung der gesamten Konzernfinanzierung, die der Konzern bereits im vergangenen Jahr in die Wege geleitet hatte. Vossloh platzierte im Juli 2017 einen Schuldschein über 250 Millionen Euro platziert, um einen Konsortialkredit abzulösen.

Instone gibt Preisspanne bekannt

Der Wohnimmobilienentwickler Instone nennt Details zum geplanten Börsengang. Erster Handelstag soll der 15. Februar sein. Die Preisspanne der Aktien liegt zwischen 21,50 und 25,50 Euro pro Stück. Die Papiere werden institutionellen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung angeboten. Instone will 7 Millionen neue Aktien platzieren, weitere 13,35 Millionen kommen aus dem Bestand des bisherigen Eigentümers Activum SG. Der Finanzinvestor stellt zudem weitere 3,05 Millionen Aktien im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption zur Verfügung. Bei der angegebenen Preisspanne liegt die Marktkapitalisierung zwischen 795 und 943 Millionen Euro.

Rund 55 Millionen Euro des erwarteten Nettoerlöses sollen zur Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens verwendet werden. Die restliche Summe fließt in die Akquisition und Entwicklung neuer Projekte. Als Joint Global Coordinators fungierten Credit Suisse und Deutsche Bank. Sie waren zudem gemeinsam mit BNP Paribas, Morgan Stanley und Unicredit Joint Bookrunner. Lilja & Co beriet Instone und Activum SG. 

Deutsche Glasfaser refinanziert sich

Das Telekommunikationsunternehmen Deutsche Glasfaser hat sich refinanziert. Die Refinanzierung umfasst eine Konsortialfinanzierung über 650 Millionen Euro. Mit 150 Millionen Euro beteiligte sich die HSH Nordbank an der Transaktion. Konkret fließt das Geld an die Deutsche Glasfaser Asset I (DGAI). Die Mittel will das Unternehmen, dessen Eigentümer der PE-Investor KKR und die niederländische Reggeborgh-Gruppe sind, zur Refinanzierung und Erweiterung der bestehenden Glasfaser-Infrastruktur nutzen. Weitere Details zur Transaktion sind nicht bekannt. Clifford Chance stand Deutsche Glasfaser beratend zur Seite.

Weitere Finanzierungen

Das kriselnde Verkehrstechnikunternehmen Schaltbau hat eine Bezugsrechtskapitalerhöhung beschlossen. Die finanzielle Lage des Unternehmens ist seit einiger Zeit angespannt. Bei der Transaktion sollen rund 2,24 Millionen neue Aktien zu 22 Euro je Aktie ausgegeben werde. Das Bezugsverhältnis liegt bei 3:1. Das Münchener Unternehmen rechnet mit einem maximalen Bruttoemissionserlös von rund 49,3 Millionen Euro. Ein Nettoemissionserlös von mindestens 28,9 Millionen Euro ist über Zeichnungszusagen bereits gesichert. Mit dem Erlös will die Schaltbau Finanzverbindlichkeiten tilgen und ihre Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung stärken. Die Commerzbank agierte als Sole Global Coordinator.

Der Schweizer Sensorhersteller Sensirion könnte offenbar im März oder April an die Schweizer Börse gehen, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Insider berichtet. Demnach sollen offenbar Aktien im Wert von 200 Millionen Schweizer Franken bis 300 Millionen Schweizer Franken zum Verkauf stehen. Außerdem sei eine Kapitalerhöhung vorgesehen, heißt es weiter. Insgesamt sei dem Bericht zufolge eine Gesamtbewertung von 600 Millionen bis 800 Millionen Schweizer Franken möglich. Sensirion habe Credit Suisse, JP Morgen und die Bank Vontobel für den Börsengang mandatiert, heißt es. Das Schweizer Unternehmen beabsichtige, mit dem Erlös sein weiteres Wachstum zu finanzieren.

Der Windturbinenhersteller Nordex hat seinen in der vergangenen Woche emittierten Green Bond vollständig platziert. Die grüne Anleihe hat ein Volumen von 275 Millionen Euro und läuft fünf Jahre. Der Zinskupon liegt bei 6,5 Prozent. Der Green Bond ist durch die Climate Bonds Initiative zertifiziert.

Die Deutsche Bank plant möglicherweise ihre Vermögensverwaltungssparte Deutsche Asset Management bereits im März an die Börse zu bringen. Dies berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ohne Berufung auf Quellen. Zuletzt kursierten Gerüchte, dass der IPO im April oder Mai über die Bühne gehen soll.

Vivaneo Deutschland, ein Betreiber von Kinderwunschkliniken, hat von dem Private-Debt-Investor Pemberton eine Kreditfazilität über 68 Millionen Euro erhalten. Diese dient zur Rekapitalisierung des Frankfurter Unternehmens. Darüber hinaus beinhaltet die Transaktion auch eine Akquisitionsfazilität zur Unterstützung der Buy-and-Build-Strategie von Vivaneo.

FCR Immobilien, ein auf Einkaufs- und Fachmarktzentren spezialisierter Investor, begibt eine neue Anleihe. Diese kann im Rahmen eines öffentlichen Angebots von institutionellen Investoren und Privatanlegern gezeichnet werden. Der Bond umfasst ein Volumen von bis zu 25 Millionen Euro und besitzt eine Laufzeit von fünf Jahren. Der Zinskupon beträgt 6 Prozent. Mit dem Erlös will FCR Immobilien seinen Immobilienbestand erweitern.

Freund & Partner Steuerberatungsgesellschaft hat Schuldverschreibungen über insgesamt 10 Millionen Euro platziert und gleichzeitig das Angebot der in 2017 begebenen Papiere beendet. Die Schuldverschreibungen laufen bis 2022 und sind mit 3,5 Prozent verzinst.

Aves One, ein auf Logistik-Equipment spezialisierter Investor, hat eine Refinanzierung über 12,8 Millionen Euro finalisiert. Im Detail handelt es sich dabei um ein im Dezember erworbenes Container Portfolio, das nun durch die ABN Amro Leasing finanziert wird. 

Das Hamburger Immobilienunternehmen Alstria Office hat im Zuge eine Kapitalerhöhung rund 15,32 Millionen neue Aktien bei deutschen und internationalen institutionellen Investoren platziert. Die Platzierung erfolgte im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens. Der Ausgabepreis lag bei 12,60 Euro je Aktie, wodurch Alstria Office ein Bruttoemissionserlös von rund 193 Millionen Euro zufließt. Diesen Erlös will das Unternehmen unter anderem für das weitere Wachstum einsetzen. Morgan Stanley und UBS agierten als Joint Bookrunner und Kempen & Co als Co-Lead Manager der Transaktion. Allen & Overy hat Alstria Office bei der Kapitalerhöhung beraten.

Das biopharmazeutische Unternehmen Biofrontera hat eine Kapitalerhöhung beschlossen. Dabei sollen bis zu 6 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Aktionäre können die neuen Aktien in einem Verhältnis von 13:2 erwerben. Die Transaktion soll als Grundlage dazu dienen, in den USA American Depositary Shares (ADS) in einem öffentlichen Angebot anzubieten. Dabei soll jeweils ein ADS zwei Biofrontera-Stammaktien verbriefen.

Die Abbaugesellschaft Immigon Portfolioabbau plant, zwei Ergänzungskapitalemissionen aufzulösen und zum Nennbetrag zurückzuzahlen. Diese Ergänzungskapitalemissionen haben keine Laufzeit und wurden von Övag Finance und Investkredit Funding aus den Erlösen ihrer jeweiligen Hybridkapitalemissionen gezeichnet und gehalten. Övag Finance und Investkredit Funding sind Tochtergesellschaften von Immigon Portfolioabbau. Durch diese Aktion soll erreicht werden, dass die beiden Tochtergesellschaften ihre Hybridkapitalemissionen kündigen und zurückzahlen können.

Die Procredit Holding, die Muttergesellschaft der Procredit Bankengruppe, hat im Zuge einer Kapitalerhöhung rund 5,35 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 11,40 Euro platziert. Dadurch fließt dem Unternehmen ein Bruttoemissionserlös von rund 61 Millionen Euro zu. Diesen will die Procredit Holding zur Finanzierung des weiteren Wachstums nutzen. Die neuen Aktien platzierte das Unternehmen im Zuge eines beschleunigten Platzierungsverfahrens bei qualifizierten Anlegern. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung zeichnete 40 Prozent der neuen Aktien. Berenberg agierte bei der Transaktion als Sole Global Coordinator und gemeinsam mit der Equinet Bank als Joint Bookrunner. Econnext stand der Procredit Holding beratend zur Seite.

Das Biotechnologieunternehmen Mologen hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Dabei platzierte das Unternehmen 200.000 neue Aktien zu einem Platzierungspreis von 2,225 Euro je Aktie bei dem US-Investor Global Corporate Finance. Dadurch floss Mologen brutto ein Emissionserlös von 445.000 Euro zu. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen. Die Transaktion erfolgte im Rahmen einer Aktienbezugsvereinbarung mit dem Investor. Bereits Ende Dezember hatte Mologen eine erste Kapitalerhöhung abgeschlossen. In den kommenden Monaten sollen noch weitere Kapitalerhöhungen folgen.

Ratingmeldungen

Scope bewertet erstmals den Spezialchemiekonzern Lanxess. Das Rating liegt bei BBB, der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur verweist in ihrer Begründung unter anderem auf das Risikoprofil, das breite Produktportfolio und die starke Position in mittelgroßen Märkten. 

Fitch bewertet KME mit einem erwarteten Emittentenausfallrating von B-. Der Ausblick ist stabil. KME ist ein Hersteller von Produkten aus Kupfer und Kupferlegierungen. Fitch begründet das Rating unter anderem mit der hohen Verschuldung im Vergleich zu Wettbewerbern, einer schwachen Free-Cash-Flow-Generierung und der schwachen Liquiditätsposition des Unternehmens. Positiv bewertet Fitch unter anderem die führende Marktposition in der Kupferverarbeitungsindustrie. Das finale Rating wird feststehen, wenn die Senior Secured Notes von KME im Umfang von 300 Millionen Euro platziert sind, die Fitch vorläufig mit B bewertet.

Weitere Meldungen

Die Credit Suisse sorgte für eine Premiere am Leveraged-Finance-Markt. Die Bank hat für eine Akquisitionsfinanzierung neben einem Unitranche-Darlehen auch eine vorrangige Betriebsmittellinie ausgereicht. Die Finanzierung dient der angekündigten Übernahme der Schweizer Secura Industriebeteiligung samt der deutschen Töchter Müpro und UBB durch Perusa und weitere institutionelle Co-Investoren. Diese kombinierte Vergabe von Unitranche und Betriebsmittellinie von einer einzigen Bank könnte für Veränderungen am Private-Debt-Markt sorgen.

Der Zinsanstieg bei deutschen Unternehmenskrediten hält an. Laut einer Studie der Finanzberatung Barkow Consulting liegt der durchschnittliche Zinssatz für Unternehmenskredite derzeit bei 1,96 Prozent. Damit sind Kredite für deutsche Unternehmen so teuer wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der durchschnittliche Zinssatz 0,19 Prozentpunkte höher. Die Erhebung basiert auf dem Barkow Consulting Corporate Index, der von einem Neukredit mit einer Laufzeit von fünf Jahre und einer festen Zinsbindung ausgeht.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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