Der Milchproduzent Ekosem Agrar verwirft seine Börsenpläne. Stattdessen will das Unternehmen nun eine Anleihe emittieren.

Ekosem Agrar

01.07.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Ekosem Agrar, Evotec, TLG

Ekosem Agrar will eine neue Anleihe begeben, Evotec platziert erstmals einen Schuldschein und TLG Immobilien plant eine Kapitalerhöhung – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Ekosem Agrar plant Anleiheemission

Der deutsch-russische Milchproduzent Ekosem Agrar will eine neue bis zu 100 Millionen Euro schwere Mittelstandsanleihe emittieren. Der Bond ist mit einem Zinssatz von 7,5 Prozent ausgestattet, die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Die Börsenpläne, die das Unternehmen zuvor verfolgte, sind für dieses Jahr erstmal vom Tisch.

Teil des Angebots ist auch ein freiwilliges Umtauschangebot für die 2021 fällige Ekosem-Agrar Anleihe mit einem Volumen von 50 Millionen Euro. Den bestehenden Bondholdern wird eine Umtauschprämie von 25 Euro je Anleihe geboten. Zudem will das Unternehmen mit dem frischen Kapital noch mehr Agrarbetriebe und landwirtschaftliche Flächen ankaufen.

Evotec sammelt 250 Millionen Euro ein

Das Biotechnologieunternehmen Evotec hat einen Schuldschein über 250 Millionen Euro begeben. Das Darlehen hat Laufzeiten von drei, fünf, sieben und zehn Jahren und ist mit einem festen oder variablen Zins von durchschnittlich unter 1,5 Prozent versehen. Das ursprüngliche Zielvolumen von 100 Millionen Euro konnte aufgrund der hohen Investorennachfrage auf 250 Millionen Euro erhöht werden, teilte Evotec mit.

Die Erlöse aus dem Schuldschein will Evotec unter anderem zur Stärkung der Finanzstruktur sowie zur Finanzierung der Übernahme der US-Firma Just Biotherapeutics verwenden. Begleitet wurde die Transaktion von der Deutschen Bank und der LBBW. 

TLG Immobilien will 222 Millionen Euro einsammeln

Das Immobilienunternehmen TLG Immobilien plant eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts. 8,5 Millionen neue Aktien sollen zu einem Preis von 26,13 Euro platziert werden. Das entspricht einem Bruttoemissionserlös von 222 Millionen Euro. Mit dem Erlös aus der Privatplatzierung will das Unternehmen weiteres Wachstum und Akquisitionen finanzieren.

Traton geht im zweiten Anlauf an die Börse

Die Volkswagen-Lkw-Sparte Traton hat den Sprung an die Börse geschafft. Insgesamt sind 57,5 Millionen Aktien zu 27 Euro platziert worden. Damit liegt der Preis am unteren Ende der Spanne, die Traton auf 27 bis 33 Euro pro Aktie festgelegt hatte. Durch den IPO nimmt die VW-Tochter 1,55 Milliarden Euro ein, die Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt 13,5 Milliarden Euro. Der Streubesitz liegt inklusive Greenshoe-Option bei 11,5 Prozent des Grundkapitals.

Eigentlich hatte Volkswagen die Lkw-Sparte schon vor Ostern an die Börse bringen wollen, verschob den IPO aber im März überraschend aufgrund des schwachen Marktumfelds. Freshfields und Clifford Chance (Federführung: George Hacket) haben Traton bei dem Börsengang beraten.

Weitere Meldungen

Die Online-Apotheke Shop Apotheke Europe hat eine vorrangig ungesicherte Wandelschuldverschreibung über 135 Millionen Euro begeben. Die Anleihen wurden in zwei Tranchen von 75 Millionen Euro und 60 Millionen Euro ausgegeben. Sie ist mit einem Zinssatz von 4,50 Prozent und einer Laufzeit bis April 2023 versehen. Der Nettoerlös aus der Transaktion soll in erster Linie zur Finanzierung der kontinuierlichen Wachstumsstrategie sowie für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Hogan Lovells hat die Shop Apotheke bei der Transaktion rechtlich beraten. Als Listing Agent fungierte ABN Amro.

Aluflexpack ist nun börsennotiert. Der Angebotspreis des Schweizer Unternehmens wurde auf 21 Schweizer Franken je Aktie festgelegt. Bei 7,3 Millionen neuen Aktien ergab das einen Bruttoemissionserlös von rund 153,3 Millionen Franken. Der Streubesitz liegt bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption bei 46,4 Prozent.

Das IT-Unternehmen Allgeier hat eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Insgesamt sind 997.864 neue Aktien zu einem Preis von 24 Euro je Aktie bei Investoren platziert worden, teilte Allgeier mit. Den Bruttoemissionserlös über rund 24 Millionen Euro will das Unternehmen zur Finanzierung weiterer Wachstumsinvestitionen und weiterer Akquisitionen einsetzen. Die Kanzlei P+P Pöllath + Partners hat Allgeier bei der Transaktion beraten. Das Bankenkonsortium unter Führung der Joint Bookrunner Commerzbank und M.M. Warburg & Co wurde von Gleiss Lutz begleitet. Die Main First Bank fungierte als Co-Lead Manager.

Die Deag Deutsche Entertainment Aktiengesellschaft hat ihre Hochzinsanleihe 2018/2023 um 5 Millionen Euro aufgestockt. Das Orderbuch sei mehrfach überzeichnet gewesen, teilte das Unternehmen mit. Der Konzertveranstalter hatte den Mini-Bond im Oktober vergangenen Jahres mit einem Volumen von 20 Millionen Euro bei institutionellen Investoren platziert. Der Zinskupon beträgt 6 Prozent und die Laufzeit liegt bei fünf Jahren. Den Erlös aus der Anleihe will das Unternehmen zur Wachstumsfinanzierung in den Kernmärkten und zur Optimierung der Finanzierungsstruktur verwenden. Für die Aufstockung der Anleihe wurde die IKB mandatiert. Rechtlich wurde die Deag von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Thorsten Kuthe) beraten.

Der Online-Modehändler Global Fashion Group (GFG) ist nun an der Börse. Insgesamt sind bis zu 44 Millionen Aktien für je 4,50 Euro platziert worden. Die ursprüngliche Preisspanne lag bei 6 bis 8 Euro. Die beiden Großaktionäre Kinnevik und Rocket Internet übernehmen Aktien für 60 Millionen Euro beziehungsweise rund 50 Millionen Euro. Vergangenen Mittwoch hatte Rocket Internet noch angekündigt, nur 40 Millionen Euro für neue Aktien des Online-Modehändlers auszugeben.

VST Building Technologies, ein Anbieter von Technologielösungen für den Hochbau, hat die geplante Anleihe über 15 Millionen Euro voll platziert. Davon entfielen rund 40 Prozent auf Zeichnungen vornehmlich von Privatanlegern im Rahmen des öffentlichen Angebots in Deutschland und Österreich. Zudem wurde durch den Umtausch von Schuldverschreibungen der bestehenden VST-Anleihe 2013/2019 ein Volumen von mehr als 10 Prozent der neuen Anleihe platziert. Die restlichen Stücke der VST-Anleihe wurden im Rahmen einer Privatplatzierung gezeichnet.

SFC Energy, ein Anbieter von Hybrid-Stromversorgungsanlagen, hat die geplante Kapitalerhöhung über 25 Millionen Euro abgeschlossen. Die neuen Aktien wurden zu 10 Euro je Stück vor der Veröffentlichung des Bezugsangebots bereits vollständig ausgegeben. Der Bruttoerlös beträgt 27 Millionen Euro. ABN Amro und Commerzbank fungieren als Joint Global Coordinators der Transaktion, Metzler agiert als Selling Agent. Die Kanzlei Freshfields hat das Unternehmen rechtlich beraten.

Der Abgasnachbehandlungsanbieter Baumot hat die Durchführung eines Debt-Equity-Swaps im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung beschlossen. Dabei sollen Darlehen der RMK Beteiligungen und der 10th Lane Partner L.P. in New York über rund 3,16 Millionen Euro in Eigenkapital der Baumot Group gewandelt werden.

Die K.D. Pharma Group, ein Portfoliounternehmen des Finanzinvestors Capiton, refinanziert sich. Die neue Finanzierungsstruktur, die von der Deutschen Bank Direct Lending Europe zur Verfügung gestellt wird, besteht aus einem Term Loan zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten, einer Capex Facility zur Erweiterung von Produktionskapazitäten sowie einer revolvierenden Kreditlinie. Die Deutsche Bank fungierte bei der Transaktion als Mandated Lead Arranger und wurde von der Kanzlei Ashurst (Federführung: Isabell Hitzer) beraten. Herter & Co begleitete die K.D. Pharma Group als Sole Debt Adviser.

Das Medizintechnikunternehmen Magforce hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von 5 Millionen Euro durchgeführt. Durch die Ausgabe von rund 1,17 Millionen neuen Aktien ist das Grundkapital der Gesellschaft auf rund 27,6 Millionen Euro erhöht worden. 705.883 der neuen Aktien sind bei M&G International Investments und 470.589 der Aktien bei dem Vorstandsvorsitzenden von Magforce, Ben Lipps, jeweils zu einem Preis von 4,25 Euro je Aktie platziert worden.

Das Biotechnologieunternehmen Noxxon plant eine Kapitalerhöhung mit Vorzugsrechten der Aktionäre für einen Betrag von bis zu 3,9 Millionen Euro. Demnach können die Aktionäre fünf ausgewiesene Bezugsrechte gegen je drei neue Aktien eintauschen. Der Bezugspreis liegt bei 0,65 Euro je Aktie. Den Erlös aus der Kapitalerhöhung will Noxxon unter anderem für die Weiterentwicklung der klinischen Pipeline des Unternehmens verwenden.

Ratingmeldungen

Euler Hermes hat das Rating des Autozulieferers Grammer von BBB auf BBB- gesenkt. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf Grammers gestiegenes Verschuldungsniveau durch die Übernahme des US-Konzerns Toledo Molding sowie generell steigende marktseitige Herausforderungen im Automotive-Segment, welche die Ertragskraft des Unternehmens mittelfristig belasten können, so Euler Hermes.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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