Der Elektroroller-Hersteller Govecs hat seinen Börsengang abgeblasen.

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12.11.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Govecs, Qiagen, Ado Properties

Govecs bläst seinen Börsengang ab, Qiagen will Wandelanleihen emittieren und Ado Properties hat einen Schuldschein platziert – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Govecs sagt Börsengang ab

Nun hat nach dem dänischen Pharmahändler Abacus und dem Tech-Finanzinvestor Primepulse auch der Elektro-Scooter-Hersteller Govecs seinen IPO abgebrochen. Vergangenen Mittwoch teilten die Münchener mit, dass der Börsengang „aufgrund des schwierigen Kapitalmarktumfelds verschoben wird“. Eine Wiederaufnahme der Börsenpläne sei „möglich“. Erst vergangene Woche hatte der E-Scooter-Produzent die IPO-Details aktualisiert und das Volumen der geplanten Kapitalerhöhung reduziert. 

Qiagen gibt Wandelanleihen aus

Das Biotechunternehmen Qiagen hat die Platzierung von Wandelschuldverschreibungen mit Barausgleich angekündigt. Qiagen beabsichtigt, Wandelanleihen über 400 Millionen Dollar (rund 350 Millionen Euro) zu begeben. Den Schuldverschreibungen werden bis zu 8,5 Millionen Aktien der Gesellschaft zugrunde liegen, was rund 3,8 Prozent der Gesamtzahl der zurzeit ausgegebenen Aktien entspricht. Die Bonds werden eine Laufzeit von sechs Jahren haben und voraussichtlich mit einem Kupon zwischen 0,75 und 1,25 Prozent verzinst werden. Die Wandlungsprämie soll voraussichtlich zwischen 27,5 und 32,5 Prozent des Referenzaktienkurses betragen.

Mit dem Erlös sollen allgemeine Unternehmenszwecke finanziert und Verbindlichkeiten zurückgezahlt werden. Außerdem will das Unternehmen die Mittel zum Abschluss von Absicherungsgeschäften (Convertible Note Hedge Transactions) und Optionsscheingeschäften nutzen.

Ado Properties begibt neuen Schuldschein

Das Immobilienunternehmen Ado Properties hat Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren mit überwiegend fester Verzinsung begeben. Zudem haben die Berliner eine bilaterale Kreditlinie mit einer internationalen Großbank abgeschlossen. Das Finanzierungspaket hat insgesamt ein Volumen von 74,5 Millionen Euro. Die Emission der Schuldscheindarlehen wurde durch die BayernLB, BNP Paribas und HSBC als Joint Arranger begleitet.

Weitere Meldungen

Der Berliner Bundesligaverein Hertha BSC hat eine unbesicherte Anleihe mit einem Volumen von 40 Millionen Euro platziert. Wie der Club betonte, ist der Bond deutlich vor Ende der Zeichnungsfrist vollständig platziert worden. Das Papier wird mit 6,5 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Die begleitenden Banken waren die Equinet Bank und Pareto Securities, neuer Eigentümer der Equinet Bank. Die Anleihe wird an den Börsen in Frankfurt und Stockholm handelbar sein und wurde im skandinavischen Nordic-Format begeben.  Wozu Hertha die frischen Mittel nutzen wird, gab der Verein noch nicht bekannt.

Das Wiener Biotech-Unternehmen Marinomed plant einen IPO an der Wiener Börse. Die finanziellen Details des Angebots, bei dem neue Aktien platziert werden sollen, sind noch nicht bekannt. Diese seien vom Marktumfeld abhängig, wie das 2006 gegründete Unternehmen mitteilte. Erste Group und Kempen fungieren beim Börsengang als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Goetzpartners Securities fungiert als Co-Lead Manager.

Der auf Einkaufs- und Fachmarktzentren spezialisierte Investor FCR Immobilien ist nun an der Börse. Der Börsengang erfolgte dabei im Rahmen eines Listing durch die Einbeziehung aller bestehenden 4,2 Millionen FCR-Aktien in das Segment Scale. Der Freefloat liegt bei 20,2 Prozent, teilte FCR mit.

Das KI-Start-up Omni:us hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde über 22,5 Millionen Dollar (rund 19,8 Millionen Euro) abgeschlossen. Die Berliner Venture-Capital-Gesellschaft Target Global, MMC Ventures und Talis Capital haben sich an der Investition beteiligt. Auch bestehende Investoren wie Unbound und Anthemis haben an der Runde teilgenommen.

Das biopharmazeutische Unternehmen Omeicos Therapeutics hat eine Series-C-Finanzierungsrunde über 17 Millionen Euro abgeschlossen. Als neuer Lead-Investor beteiligte sich mit 12,5 Millionen Euro der Life-Sciences-Venture-Capital-Investor Forbion an der Investition. Auch die bestehenden Investoren nahmen erneut an der Finanzierungsrunde teil. Baker McKenzie (Federführung: Julia Braun) hat Forbion bei der Finanzierung beraten.

Der Wind- und Solarparkentwickler Sowitec hat beschlossen, Schuldverschreibungen über zunächst 3 Millionen Euro zu begeben. Das Emissionsvolumen soll jedoch über die nächsten Monate durch weitere Privatplatzierungen auf bis zu 15 Millionen Euro erhöht werden. Die Schuldverschreibungen haben eine Laufzeit von fünf Jahren bis 2023 und werden mit 6,75 Prozent verzinst. Die frischen Mittel will Sowitec unter anderem zur Beschleunigung der Projektpipeline-Entwicklung nutzen.

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, ein Produzent von Motoren- und Getriebeteilen, hat die Angebotsfrist ihrer Anleihe vorzeitig vergangenen Mittwoch beendet. Das Zielemissionsvolumen von 12,5 Millionen Euro sei bei institutionellen Investoren vollständig platziert worden, teilte Neue ZWL mit. Ursprünglich wäre die Angebotsfrist noch bis zum 13. November gelaufen. Die Emission wurde von der Quirin Privatbank als Bookrunner und von der Dicama als Financial Advisor begleitet.

Ratingmeldungen

Scope hat das Rating des Spezialchemiekonzerns Merck bei A- mit stabilem Ausblick bestätigt. Die Ratingagentur begründet diese Entscheidung mit dem guten Business-Risikoprofil des Unternehmens und der konservativen Finanzpolitik des Managements, welche den Schuldenabbau vorantreibe.

Moody’s bestätigt das Rating des Pharmaunternehmens Cheplapharm Arzneimittel bei stabilem Ausblick mit B1. Auch der Senior Secured Term Loan B1 über 530 Millionen Euro und eine revolvierende Kreditfazilität über 310 Millionen Euro werden ebenfalls mit B1 bewertet. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf Cheplapharms gutes operatives Ergebnis und einen freien Cash Flow.

Moody’s bestätigt das Rating des Roboterbauers Kuka bei Baa3. Gleichzeitig verändert die Ratingagentur den Ausblick von stabil auf negativ. Moody’s begründet diese Entscheidung mit einem höheren Verschuldungsgrad als erwartet im dritten Quartal.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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