Finanzierungen: Der neue Schuldschein des Autozulieferers Grammer war deutlich überzeichnet.

Grammer AG

01.02.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Grammer, Joh. Friedrich Behrens, German Pellets

Grammer platziert einen Schuldschein, Joh. Friedrich Behrens beendet die Nachplatzierung einer Anleihe und German Pellets muss seinen Bond restrukturieren – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Grammer platziert Schuldschein über 120 Millionen Euro

Der Automobilzulieferer Grammer hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 120 Millionen Euro begeben. Platziert wurden fünf Tranchen mit Laufzeiten bis zu zehn Jahren und wahlweise fixer oder variabler Verzinsung. Wegen der hohen Investorennachfrage konnte das ursprünglich angestrebte Volumen um 60 Prozent erhöht werden. Beteiligt haben sich nach Angaben des Unternehmens sowohl deutsche als auch internationale Finanzinstitutionen.

Die neuen Mittel sollen die finanzielle Flexibilität für das weitere Wachstum und strategische Investitionen sichern. Außerdem dient der neue Schuldschein zur Finanzierung der Übernahme des Metall- und Kunststoffspezialisten Reum, die im vergangenen Oktober verkündet wurde.

Joh. Friedrich Behrens platziert Unternehmensanleihe

Joh. Friedrich Behrens hat die Nachplatzierung seiner Unternehmensanleihe 2015/2020 beendet. Das Papier ist mit 7,75 Prozent verzinst. In diesem Zuge und durch ein weiteres Umtauschangebot konnte das Anleihevolumen nochmals auf  21,5 Millionen Euro erhöht werden. Bei der ursprünglichen Emission hatte das Unternehmen nur 15 Millionen Euro erreicht. Um das Zielvolumen von 25 Millionen zu erreichen, hat ein Tochterunternehmen des Konzerns die verbliebenen Anleihen im Volumen von 3,5 Millionen Euro aus dem Liquiditätsbestand erworben. Sollten sich interessante Optionen ergeben, können diese Papiere über die Börse gehandelt oder privat platziert werden. Alleiniger Bookrunner der Transaktion war die Quirin Bank. Eule Corporate Capital war mit den Investor-Relations-Aufgaben betraut. Der Nettoerlös dient der teilweisen Refinanzierung der Anleihe 2011/2016 des Unternehmens.

German Pellets muss Anleihe restrukturieren

German Pellets kann seine im April fällige Anleihe über 80 Millionen Euro nicht zurückzahlen. Es fehlen 52 Millionen Euro. Deshalb muss das Unternehmen den Bond restrukturieren. Die Laufzeit der Anleihe soll um zwei Jahre verlängert und der Zinssatz von 7,25 auf 5,525 Prozent gesenkt werden.

Als Gegenleistung für die vorgesehenen Anpassungen sollen die Gläubiger von einer „erstrangigen Besicherung durch 50 Prozent der Gesellschafteranteile an der German Pellets“ profitieren. Allerdings ist es fraglich, was diese Zusicherung wert wäre, da das Eigenkapital im Zuge einer Restrukturierung an Wert verliert.

Weitere Finanzierungen

Die Erzeugergenossenschaft Landgard hat mit Wirkung zum 1. März eine langfristige Anschlussfinanzierung abgeschlossen. Insgesamt stehen Landgard aus den neuen Kreditverträgen 295 Millionen Euro zur Verfügung. Die Konsortialfinanzierung läuft über drei Jahre und kann zwei Mal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Nach Angaben des Unternehmens konnten die Finanzierungskosten auf Grund des niedrigen Zinsniveaus deutlich gesenkt werden. Koordiniert wurde die Finanzierung durch die WGZ Bank und Commerzbank. Die neue Finanzierung stellt laut Landgard den abschließenden Schritt in der Restrukturierung des Unternehmens dar.

Der Maschinenbauer Singulus gibt gegenüber Prime Capital nach.  Der Hedgefonds hatte zusammen mit dem gemeinsamen Gläubigervertreter One Square Advisory zusätzliche Forderungen gestellt, auf die CFO Markus Ehret nun eingeht. Dadurch kommen zusätzliche Zinskosten in Höhe von von 2,3 Millionen Euro auf Singulus zu.

Der Umzugsdienstleister Movinga hat in einer dritten Finanzierungsrunde 24 Millionen US-Dollar eingeworben. Beteiligt haben sich die Investoren Index Ventures, Earlybird Verwaltungs GmbH sowie Rocket Internet. Die Finanzierungsrunde wurde von P+P Pöllath + Partners unter Federführung von Christian Tönies begleitet.

Die Gothaer Allgemeine Versicherung hat ein Tender-Angebot beendet. In dessen Rahmen konnten die Inhaber der 2026 fälligen Schuldverschreibungen mit einem Volumen von insgesamt 250 Millionen Euro ihre Schuldverschreibungen zum Preis von 102,5 Prozent einreichen. Insgesamt wurden Schuldverschreibungen über 115,3 Millionen Euro zurückgekauft. Die verbleibenden Papiere über 107,6 Millionen Euro sind weiterhin ausstehend.

Die German Startups Group investiert in das Unternehmen Fiagon, einen Hersteller klinischer Navigationssysteme. Details der Transaktion sind nicht bekannt. Im Geschäftsjahr 2014 erzielte Fiagon einen Umsatz in Höhe von 4,9 Millionen Euro.

Das Diagnostikunternehmen Senostic hat eine Seedfinanzierung vom High-Tech Gründerfonds erhalten. Die Mittel werden für den Umzug an einen neuen Standort in Hannover genutzt. Details der Finanzierung sind nicht bekannt.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Moody’s hat die Kurzfristratings der Deutschen Bank von Prime-2 auf Prime-1 hochgestuft. Auch die Bonitätsnote für die langfristigen Einlagen hat sich von A3 auf A2 verbessert. Das Rating der langfristigen Verbindlichkeiten hingegen wurde von A3 auf Baa1 herabgesetzt. Der Ausblick für die Verbindlichkeiten und Einlagen wird als negativ eingestuft. Moody’s schätzt die schwache Profitabilität der Bank als strukturell ein. Darüber hinaus ist die Rating-Veränderung die Folge von Gesetzesänderungen, die Einfluss auf das Verhältnis von Junior und Senior Debt hat. In Deutschland nahm Moody’s deshalb Rating-Anpassungen bei 35 Banken vor.

Moody’s hat Pfleiderer Grajewo, der neuen Holding von Pfleiderer, im Zuge der durchgeführten Kapitalerhöhung ein Unternehmensrating von B1 erteilt. Außerdem wurde das Rating der vorrangig besicherten Schuldverschreibungen in Höhe von 322 Millionen Euro von B3 auf B2 angehoben. Der Ausblick für alle Ratings ist positiv. Im Gegenzug wurde das Rating des übernommenen Unternehmens Pfleiderer wieder zurückgezogen.

Die Ratingagentur Creditreform hat die Bonitätsnote der German Pellets von BB+(watch) auf C (watch) gesenkt. Grund für die Anpassung ist die angekündigte Verlängerung der Laufzeit der Unternehmensanleihe.

Das Rating der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig wird von Creditreform von B+ auf B angepasst. Die Bewertung wird unter anderem von den Investitionen in das chinesischen Start-up NZWL Transmission Technology belastet. Ein weiteres Risiko stellt der Abgasskandal bei VW dar, der ein Hauptkunde des Unternehmens ist.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.