Finanzierungen: Stada schließt sich dem Boom am Schuldscheinmarkt an und sammelt 350 Millionen Euro ein.

Stada

02.05.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Stada, Global Fashion Group, Schön Klinik

Stada refinanziert sich mit einem neuen Schuldscheindarlehen, die Global Fashion Group schließt eine Finanzierungsrunde ab und die Schön Klinik platziert ihren ersten Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Stada platziert Schuldschein über 350 Millionen Euro

Der Pharmakonzern Stada Arzneimittel hat Schuldscheindarlehen über 350 Millionen Euro aufgenommen. Damit refinanziert Stada im Dezember auslaufende Schuldscheindarlehen in Höhe von 188 Millionen Euro. Die vier neuen Schuldscheintranchen haben Laufzeiten zwischen fünf und sieben Jahren. Darunter sind variabel sowie fest verzinsliche Tranchen. Stada erwartet aus der Refinanzierung eine „signifikante jährliche Zinsersparnis“. Begleitet wurde die Transaktion durch die Landesbank Hessen-Thüringen und die Landesbank Baden-Württemberg.

Global Fashion Group erhält 300 Millionen Euro

Die Global Fashion Group, ein Portfoliounternehmen von Rocket Internet, hat in einer Finanzierungsrunde rund 300 Millionen Euro eingeworben. In diesem Zuge hat auch Rocket Internet eine Finanzierungszugsage über insgesamt 100 Millionen Euro gemacht. Der Start-up-Investor will dabei 85 Millionen Euro bereitstellen und zudem ein bestehendes Investment zu den Konditionen der aktuellen Finanzierungsrunde umwandeln. Allerdings streut Rocket-CEO Oliver Samwer im Zusammenhang mit der Finanzierung Zweifel an der Bewertung der Global Fashion Group: Diese hat der Konzern um fast zwei Drittel nach unten korrigiert.

Debütschuldschein für die Schön Klinik

Die Schön Klinik hat ihr erstes Schuldscheindarlehen begeben und damit 125 Millionen Euro erlöst. Die Tranchen laufen fünf, sieben und zehn Jahre und werden ausschließlich fest verzinst. Nach Unternehmensangaben war die Transaktion deutlich überzeichnet, beteiligt haben sich über 70 Finanzinstitute. Mit dem Erlös sollen unter anderem hochverzinsliche Genussrechte abgelöst werden. Geführt wurde die Emission von der DZ Bank und der Norddeutschen Landesbank Girozentrale.

SMA Solar sichert sich Konsortialkredit über 100 Millionen Euro

CEO/CFO Pierre-Pascal Urbon hat dem Wechselrichterhersteller SMA Solar einen neuen Kreditvertrag gesichert. Wie die Niestetaler am heutigen Montag mitteilten, stellen die Commerzbank, die Deutsche Bank und die Helaba syndizierte Kreditlinien in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung. SMA will sich mit dem Geld größeren Handlungsspielraum schaffen, um im Servicegeschäft zu expandieren. „Durch Insolvenzen oder finanziell angeschlagene Projektentwickler, die über ein Portfolio von Service- und Wartungsverträgen verfügen, ergeben sich für SMA aktuell insbesondere in den USA und Europa interessante Geschäftsmöglichkeiten“, lässt sich Urbon zitieren. Durch den Konsortialkredit sei das Umlaufvermögen zudem langfristig finanziert und SMA profitiere von dem niedrigen Zinsniveau. Wie lange die Kreditvereinbarung läuft und wie hoch diese verzinst ist, stand nicht in der Mitteilung. SMA wurde von Hengeler Mueller beraten, tätig waren Johannes Tieves und Miriam Peter.

Weitere Finanzierungen

Der Autobauer BMW hat im April US-Anleihen mit einem Volumen von 4 Milliarden US-Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) platziert. Darunter sind Bonds in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar, die mit einem Kupon von 1,5 Prozent verzinst werden und 2019 fällig sind. Weitere Anleihen über ebenfalls 1,5 Milliarden US-Dollar sind mit einem Kupon von 2 Prozent ausgestattet und 2021 fällig. Die restlichen Bonds mit einem Volumen von 1 Milliarde US-Dollar sind zu 2,8 Prozent verzinst und laufen bis 2026. Die Joint Bookrunner Barclays Capital, Citigroup Global Markets, Credit Suisse Securities (USA) und J.P. Morgan Securities wurden bei der Emission durch die Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins beraten. Das Team leiteten Tracy Edmonson, Lene Malthasen und Marcus Funke. Der Autokonzern hat im April außerdem noch einen Euro-Bond über 750 Millionen Euro platziert. Das Papier läuft bis 2020, der Kupon liegt bei 0,125 Prozent.

Die Wiener Feinbäckerei Heberer platziert zwei neue Anleihen, um die auslaufende Anleihe aus dem Jahr 2011 zu refinanzieren. Neuanleger können eine Anleihe mit einem Zins von 5 Prozent und fünf Jahren Laufzeit zeichnen. Die Altanleger haben die Möglichkeit, ihre alte Anleihe ab August mit einem Zinsbonus von 0,25 Prozent in eine fünfjährige, mit 5,25 Prozent verzinste Anleihe umzutauschen. Das Volumen soll sich bei den Neuanlegern auf 3,5 bis 4 Millionen Euro belaufen, insgesamt aber 7,5 Millionen Euro nicht überschreiten.

Ekosem-Agrar setzt die Beschlüsse der Anleihegläubigerversammlung um. Es sind während der Anfechtungsfrist keine Anfechtungsklagen eingegangen. Somit kann Ekosem-Agrar die Laufzeit der 2017 und 2018 fällig werdenden Anleihen um jeweils vier Jahre verlängern. Zudem wird das Abstimmungsverfahren für die Gläubiger vereinfacht.

Das Wohnimmobilienunternehmen Ado Properties hat mit einer Kapitalerhöhung rund 100 Millionen Euro frisches Kapital eingespielt. Beraten wurde Ado Properties bei der Kapitalmaßnahme durch die Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer.

Die Schweizer Bellevue Group hat die geplante Kapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös von 32,9 Millionen Schweizer Franken (rund 30 Millionen Euro) abgeschlossen. Platziert wurden knapp 3 Millionen neue Aktien. Die Kapitalerhöhung ist bereits in das Handelsregister eingetragen.

Das Logistikunternehmen Reverse Logistics hat eine Finanzierung in Höhe von 27 Millionen Euro von dem schwedischen Investor Proventus Capital Partners erhalten. Mit den Mitteln sollen unter anderem bestehende Schulden abgelöst werden. Beraten wurde Reverse Logistics durch Clearwater International unter Federführung von Tobias Schätzmüller.

Das auf intelligente Heizungssteuerung spezialisierte Start-Up Tado hat in einer Finanzierungsrunde 20 Millionen Euro eingeworben. Die Finanzierung wird von Inven Capital, der Venture-Capital-Sparte des tschechischen Energieversorgers Cez Group, bereitgestellt. Beraten wurde Tado bei der Serie-E-Finanzierung durch Reed Smith. Für Inven waren Honert + Partner tätig.

Wilex erwartet aus einer aktuellen Bezugsrechtskapitalerhöhung einen Erlös von 4,13 Millionen Euro. Ausgegeben werden insgesamt 2,25 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 1,84 Euro je Aktie. Die nicht bezogenen Anteile werden von der Hauptaktionärin Dievini Hopp Biotech Holding gezeichnet. Sole Lead Manager war die Oddo Seydler Bank.

Savedo, ein Finanzmarktplatz für Sparanlagen, hat eine Finanzierungsrunde über 5,6 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das Wachstumskapital stammt von Investoren aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Dazu zählen XAnge, Finleap, Kreos Capital, Point Nine Capital und die German Startups Group. Zudem hat sich WeltN24 über einen Media-for-Equity-Deal beteiligt. Das Fintech aus Berlin verfügt damit über insgesamt 10 Millionen US-Dollar Kapital.

Heliocentris Energy Solutions hat seine angekündigte Barkapitalerhöhung abgeschlossen. Allerdings konnte CFO Sabine Kauper mit 2,6 Millionen Euro nur rund die Hälfte des angestrebten Erlöses erzielen. Ausgegeben wurden etwa 1,3 Millionen neue Aktien zu einem Preis von je 2 Euro.

Nachdem die letzte Emission weniger Kapital eingespielt hat als erwartet, platziert Solvesta eine weitere Wandelanleihe. Diese soll bis zu 1,245 Millionen einbringen und somit den Betrag abdecken, der mit der kürzlich begebenen Anleihe verfehlt wurde. Die Laufzeit endet 2019, das Papier wird mit etwa 6,27 Prozent verzinst. Der Wandlungspreis liegt bei 41,16 Euro je Aktie.

SAF-Holland passt den Wandlungspreis und das Wandlungsverhältnis der 2020 fälligen, mit 1 Prozent verzinsten Wandelschuldverschreibung an. Der Wandlungspreis wird von 12,3291 Euro auf 12,1823 Euro gesenkt, das Wandlungsverhältnis ändert sich von 8.110,8921 auf nunmehr 8.208,6306.

Das mittelständische Medizintechnikunternehmen Tracoe Medical hat eine Mezzaninefinanzierung von dem Beteiligungsunternehmen VR Equitypartner erhalten. Die Mittel dienen unter anderem der Übernahme des britischen Unternehmens Kapitex Healthcare.

Eckert & Ziegler Bebig plant eine Kapitalerhöhung, die von Eckert & Ziegler gezeichnet werden soll. Eckert & Ziegler hält bereits rund 75 Prozent der Anteile an Bebig und wird nach der Transaktion mit 80 Prozent beteiligt sein. Der Erlös soll etwa 5 Millionen Euro betragen. Die Mittel sollen unter anderem zur Schuldentilgung eingesetzt werden.

Ratingmeldungen

Das Moody’s-Rating von Volkswagen, das bei A3 steht, wird von der geplanten Erhöhung der Rückstellungen für die Abgaskrise um 9,5 Milliarden Euro auf 16,2 Milliarden Euro nicht beeinflusst. Obwohl dadurch wesentliche Mittelabflüsse in den kommenden 12 bis 18 Monaten anstehen, habe VW durch die Ankündigung mehr Klarheit über die zu erwarteten Kosten geschaffen.

Das Lufthansa-Rating bleibt laut Standard & Poor’s stabil. Die Ratingagentur bestätigte laut der Nachrichtenagentur Dow Jones die Bonitätsnote von BBB-/ A-3 mit stabilem Ausblick. S&P erwartet wegen des guten Luftverkehrs und geringer Kerosinpreise solide Zahlen für die Geschäftsjahre 2016 und 2017.

Die Ratingagentur Moody’s hat das Unternehmensrating des Ölfelddienstleisters C.A.T. Oil bei Ba3 bestätigt. Unter anderem begründet Moody’s die Entscheidung mit dem robusten Geschäftsmodell von C.A.T. Oil sowie der starken Finanzperformance und der soliden Liquidität. Daher könne das Unternehmen, das seinen Schwerpunkt in Russland hat, auch Risiken aus ungünstigen Marktbedingungen und der Abwertung des Rubel abwehren.

S&P hat das Langfristrating des Automobilzulieferers Schaeffler von BB- auf BB hochgestuft, der Ausblick ist stabil. Grund ist Schaefflers Plan, mit dem Erlös aus einer Aktienplatzierung im Volumen von 1,24 Milliarden US-Dollar Schulden abzubauen. Damit sei eine Verbesserung des Kreditprofils zu erwarten.

S&P hat das Rating der Investmentgesellschaft Franz Haniel & Cie um eine Stufe auf BBB- erhöht, der Ausblick ist stabil. Damit bewertet S&P das Duisburger Familienunternehmen jetzt im Investmentgrade bei stabilem Ausblick.

Moody’s hat den Ratingausblick von MTU Aero Engines von stabil auf negativ geändert. Die Bonitätsnote von Baa3 wurde bestätigt. Die Ratingagentur rechnet damit, dass der freie Cashflow bis 2017 im Wesentlichen negativ bleiben könnte.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.