Finanzierungen: Der Werbevermarkter Ströer sichert sich mit einem neuen Schuldschein 170 Millionen Euro.

Ströer

20.06.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Ströer, Telefónica Deutschland, Otto Group

Ströer platziert einen Schuldschein, Telefónica Deutschland sichert sich einen Kredit von der EIB und die ungeratete Otto Group platziert eine neue Anleihe – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Ströer platziert Schuldschein über 170 Millionen Euro

Der Werbevermarkter Ströer hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 170 Millionen Euro platziert. Zur Verzinsung der Tranchen mit einer Laufzeit von fünf beziehungsweise sieben Jahren nannte der Konzern keine Details, die Konditionen seien attraktiv heißt es lediglich. Mit den neuen Mitteln wird unter anderem ein syndiziertes Bankdarlehen zurückgezahlt. Commerzbank, Deutsche Bank, LBBW und SEB begleiteten die Transaktion. Ströer ist eines der Unternehmen, die in jüngster Zeit ins Visier von Shortsellern geraten waren.

Telefónica Deutschland erhält Kredit der EIB

Das Telekommunikationsunternehmen Telefónica Deutschland erhält ein Darlehen in Höhe von 450 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB). Der Kreditvertrag wurde vom Tochterunternehmen Telefónica Germany abgeschlossen. Der Förderkredit hat eine Laufzeit von acht Jahren, zu den genauen Konditionen ist nichts bekannt. Mit dem frischen Geld will der Mobilfunkanbieter das deutsche Mobilfunknetz nach der Übernahme der E-Plus-Gruppe konsolidieren, modernisieren und erweitern. Es ist das erste EIB-Darlehen für den Konzern. CFO Rachel Empey hatte erst vor wenigen Wochen einen Debütkonsortialkredit über 750 Millionen Euro abgeschlossen.

Otto Group begibt neuen Bond

Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group hat einen Bond über 250 Millionen Euro platziert.  Das Papier hat eine Laufzeit bis Juni 2023 und einen Kupon von  2,5 Prozent. Commerzbank, Deutsche Bank und BNP Paribas haben die Emission begleitet.

Die Handelsgruppe, zu der neben dem Versandhändler Otto unter anderem auch Bonprix und Bauer gehören, ist damit das erste deutsche Unternehmen, dass sich in diesem Jahr ohne Rating an den Markt wagt. Die Otto Group ist bereits seit 2009 am Bondmarkt aktiv. Laut CFO Petra Scharner-Wolff war das Marktumfeld für die Transaktion sehr gut. Die neuen Mittel wird sie für allgemeine Unternehmenszwecke einsetzen.

Große Nachfrage nach neuem Schalke-Bond

Der Fußballklub Schalke 04 konnte in wenigen Tagen die Emission seiner neuen Mittelstandsanleihe abschließen. Die Nachfrage der Investoren nach den beiden Tranchen über jeweils 25 Millionen Euro war so groß, dass die für nächste Woche geplante anschließende Zeichnungsmöglichkeit über die Frankfurter Börse nicht mehr notwendig ist. Bis Freitagnachmittag sind laut dem Verein bereits Zeichnungsaufträge über 101 Millionen Euro eingegangen.

Vossloh schließt Kapitalerhöhung ab

Der Bahntechnikkonzern Vossloh hat die angekündigte Kapitalerhöhung abgeschlossen und damit 130 Millionen Euro eingesammelt. Rund 2,6 Millionen Aktien hat das Unternehmen zu einem Preis von 48 Euro je Aktie platziert. Berenberg hatte sich verpflichtet, die Aktien zu zeichnen und den bestehenden Aktionären anzubieten. 98,2 Prozent der neuen Aktien wurden mittels ausgeübter Bezugsrechte gezeichnet, der Rest am Markt verkauft. Bei der Transaktion wurde Berenberg von der Kanzlei White & Case beraten. Der Hauptaktionär Heinz Hermann Thiele hatte bereits im Vorfeld erklärt in Höhe seiner Beteiligung an der Kapitalerhöhung teilzunehmen.

Adler Real Estate fürchtet Brexit

Das Immobilienunternehmen Adler Real Estate reagiert auf die wachsende Unsicherheit am Markt hinsichtlich des bevorstehenden Referendums über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU. Das Unternehmen hat die Emission seiner neuen fünfjährigen Wandelanleihe verschoben. Die Bezugsfrist läuft nun bis zum 15. Juli. Die endgültigen Anleihebedingungen stehen noch nicht fest.

Weitere Finanzierungen

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) erhält ein Darlehen in Höhe von 61,6 Millionen Euro. Die Mittel werden von der BayernLB bereitgestellt. Damit finanziert der VRR 31 neue S-Bahn-Triebzüge vom Hersteller Stadler. Insgesamt hatte das Unternehmen sechs Finanzierungstranchen ausgeschrieben. Für zwei davon hat die BayernLB in einem Bieterverfahren den Zuschlag erhalten. Wer die anderen Tranchen stellt, ist nicht bekannt.

Das Beratungsunternehmen Crevalis Capital hat eine Kapitalerhöhung durch Sacheinlage beschlossen. Der Ausgabebetrag liegt bei 1,35 Euro je Aktie. Die auf das Gesundheitswesen spezialisierte Beratung Mediosmanagement zeichnet sämtliche 7,5 Millionen neue Aktien und bringt im Gegenzug alle Anteile an dem Unternehmen Medios Pharma in Crevalis ein.

Das Softwareunternehmen SNP Schneider-Neureither & Partner hat die Pläne für eine Kapitalerhöhung konkretisiert. Das Unternehmen bietet bis zu 1,24 Millionen neue Aktien an, die zu einem Bezugspreis von 25 Euro je Aktie platziert werden. Daraus ergibt sich ein angestrebter Bruttoemissionserlös von rund 31 Millionen Euro. Die Transaktion wird von der Oddo Seydler Bank begleitet.

Der Investor Solvesta hat eine Wandelanleihe mit einem Volumen von 1,245 Millionen Euro platziert. Die Laufzeit der Nullkupon-Wandelanleihe endet spätestens 2019. Der implizite Zins liegt bei rund 6,27 Prozent. Der Wandlungspreis liegt bei 41,16 Euro je Aktie.

Der Onlinespieleanbieter Betclic Everest Group will bis zu 10 Prozent des Grundkapitals (350.000 Aktien) seines Wettanbieters Bet-at-home.com an institutionelle Investoren verkaufen. Auf diese Weise sollen sich die Kapitalmarktpräsenz und Liquidität des Unternehmens verbessern. Betclic Everest bleibt jedoch weiterhin Großaktionär. Zudem hat Bet-at-home.com beschlossen, sein Grundkapital zu verdoppeln, indem ein Teil der Kapitalrücklage umgewandelt wird. Die Aktionäre erhalten je gehaltener Aktie eine Berichtigungsaktie.

Die Philipp Lahm Holding beteiligt sich an dem Naturkostanbieter Schneekoppe. Bislang hielt das Unternehmen Schneekoppe Nutrition mit den Gesellschaftern Markus Klein und Gerald Wagener alle Anteile von Schneekoppe.

Der Onlineversandhändler EuroTops Gruppe hat langfristige Darlehen und eine Betriebsmittelfinanzierung von einem Konsortium aus der National Bank und der Hypo NOE Gruppe Bank erhalten. Die Höhe des Kredits ist nicht bekannt. Die EuroTops Gruppe erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 60 Millionen Euro und will nun ihr Wachstum vorantreiben. Als Berater war Network Corporate Finance tätig.

Die LFA Förderbank Bayern stellt hochwassergeschädigten Unternehmen und Freiberuflern in Bayern Förderkredite zur Verfügung. Die Betroffenen können die Kredite mit günstigen Zinsen mit besonderen Erleichterungen erhalten. Die Gelder stammen aus dem Mittelstandskreditprogramm der Bank.

Der Deutsche Bildung Studienfonds II begibt seine zweite Anleihe. Der Kupon liegt bei 4 Prozent jährlich. Es sollen bis zu 10 Millionen Euro eingeworben werden.  Für die Platzierung ist die Small & Mid Cap Investmentbank zuständig. Die Erlöse dienen der Studienförderung.

Das Schweizer Outdoor-Startup Polarmond hat ein Crowdinvestment auf der Berliner Plattform Innovestment gestartet. Auf diesem Weg will das Unternehmen bis zu 900.000 Euro einwerben. Damit will Polarmond den Markteintritt finanzieren.

Chronext, eine Onlineplattform für Luxusuhren, hat eine Finanzierungsrunde mit einem Volumen von 11 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Serie-C-Finanzierung von Partech Ventures. Außerdem haben sich die bestehenden Investoren Capnamic Ventures, NRW.Bank und InVenture Partners beteiligt. Neu eingestiegen ist Octopus Ventures.

Das Technologieunternehmen B2X, das Customer Care für Smartphones anbietet, hat von dem Münchener Investor Harbert European Growth Capital 6 Millionen Euro Wachstumskapital erhalten. Die Mittel werden zur Beschleunigung des Wachstums eingesetzt.

Das auf 3D-Oberflächenmesstechnik spezialisierte Unternehmen Nanofocus begibt im Rahmen einer Kapitalerhöhung 330.000 neue Aktien zu einem Preis von je 2,60 Euro. Der Bruttoemissionserlös in Höhe von 858.000 Euro dient der Working-Capital-Finanzierung. Die Transaktion wurde von der Süddeutschen Aktienbank und GBC Kapital begleitet.

Die Identec Group, ein Anbieter von Cloud-Lösungen zur Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette, will seine am 1. Oktober 2017 fällige Anleihe vorzeitig zurückkaufen. Das Unternehmen bietet einen Rückkaufpreis von 115 Prozent des Nennwerts zuzüglich der seit Oktober 2015 aufgelaufenen Stückzinsen, die 7,5 Prozent jährlich betragen. Die Identec Group verfügt über freie Mittel, die für den Rückkauf eingesetzt werden sollen, um die Finanzstruktur zu optimieren.

Das Unternehmen Deutsche Euroshop, das in Shoppingcenter investiert, hat den Wandlungspreis für seine 2017 fällige Wandelanleihe angepasst. Aufgrund der Dividendenzahlung für das vergangene Geschäftsjahr wurde der Wandlungspreis von 31,65 Euro auf 30,62 Euro gesenkt.

Das Immobilienunternehmen Patrizia Immobilien erhöht die Anzahl seiner Aktien. In diesem Zuge erhalten alle Anteilseigner für jede gehaltene Aktie zehn neue Aktien.

Das Unternehmen Your Family Entertainment, das Unterhaltungsprogramme für verschiedene TV-Sender produziert, hat eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht abgeschlossen. Der Bruttoemissionserlös beträgt 885.444 Euro. Mit den Mitteln soll das Sendergeschäft weiterentwickelt werden.

Die Nachhilfeplattform Preply hat eine Finanzierung über 1,3 Millionen US-Dollar erhalten. Beteiligt haben sich unter anderem Mariusz Gralewski, Przemysław Gacek, Arthur Kosten und der Hedgehog Fund.

Ratingmeldungen

Creditreform hat die Bonitätsbewertung der KTG Energie von BB+ (watch) auf B gesenkt. Der Ratingausblick ist negativ. Als Begründung nennt Creditreform die aktuelle Finanzierungskrise bei der Mutter KTG Agrar, die sich möglicherweise auf die künftigen Erträge und Finanzierungsmöglichkeiten von KTG Energie auswirken können.

Das Fitch-Rating der Deutschen Bank bleibt nach wie vor bei A-, wie die Ratingagentur bekanntgab. Die Bonitätsnote wurde im Rahmen einer regulären Überprüfung von zwölf global tätigen Banken bestätigt. Der Ausblick für das Rating ist stabil. Fitch geht davon aus, dass die Deutsche Bank ihre strategischen Ziele erreichen kann, auch wenn die teure Umsetzung möglicherweise die Kapitalbasis belasten wird.

Die Ratingagentur Moody’s hat die Ratings des Maschinenbauers KraussMaffei zurückgezogen. Bislang stand das Unternehmensrating bei B1 mit stabilem Ausblick. Moody’s begründet den Schritt mit eigenen geschäftlichen Gründen.

Creditreform hat das Unternehmensrating des Metallhändlers Metalcorp Group von BB (watch) auf BB+ heraufgestuft. Grund für die Änderung ist eine Überprüfung wegen einer Änderung der Methodik der Agentur.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.