Schalke 04

17.06.16
Finanzierungen

Neue Schalke-Anleihe stark überzeichnet

Der Fußballklub Schalke 04 wird von der Nachfrage nach seiner neuen Mittelstandsanleihe überschwemmt. Was den Klub freut, ist für die Kunden der Investmentbank Equinet unschön.

In nur wenigen Tagen hat der Fußballklub Schalke 04 die Emission der zwei Tranchen seiner neuen Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von jeweils 25 Millionen Euro unter Dach und Fach gebracht. Auf die eigentlich für nächste Woche geplante anschließende Zeichnungsmöglichkeit über die Frankfurter Börse verzichtet Schalke-CFO Peter Peters daher nun.

Nach Vereinsangaben sind bis zum Freitagnachmittag bereits Zeichnungsaufträge über mehr als 101 Millionen Euro eingegangen, wodurch die Emission zweifach überzeichnet war. Ordern konnten die Anleger die neuen Papiere über die Website von Schalke 04 sowie im Zuge einer Privatplatzierung, die die Investmentbank Equinet betreut hat. Über die Website verzeichnete Schalke Zeichnungsaufträge über 36,8 Millionen Euro. Darunter waren auch Orders von bestehenden Bondholdern, die ihr Engagement aufstocken wollten. Die beiden Tranchen der neuen Schalke-Anleihe haben Laufzeiten bis 2021 beziehungsweise 2023 und bieten Kupons von 4,25 und 5,00 Prozent. Damit gelingt es Peters, das Fälligkeitsprofil von Schalkes Finanzverbindlichkeiten deutlich zu glätten.

Neue Schalke-Anleihen nur über die Website

Die Inhaber der bestehenden Schalke-Anleihe über 50 Millionen Euro, die jetzt vorzeitig abgelöst wird, hatten die Möglichkeit, ihre Papiere umzutauschen. Dieses Angebot wurde dem Klub zufolge für ein Volumen von 29,5 Millionen Euro wahrgenommen, was einer Umtauschquote von 58,9 Prozent entspricht – ein sehr hoher Wert am deutschen Bondmarkt. Bei vielen anderen Anschlussemissionen von Mittelstandsemittenten wie KTG Agrar oder dem Spielwarenhändler Royalbeach hielt sich das Interesse bestehender Bondholder an einer Verlängerung ihres Engagements in Grenzen.

Alle derzeitigen Schalke-Bondholder bekommen ihre georderten neuen Anleihen vollständig zugeteilt. Auch die Zeichnungsaufträge über die Website will Schalke vollständig erfüllen – die Mehrerwerbswünsche außen vor gelassen. Unschön ist das für die Kunden von Equinet: Sämtliche Zeichner, die über die Privatplatzierung der Bank versucht hatten, an neue Schalke-Anleihen zu kommen, gehen vorerst leer aus. Schalke-Finanzchef Peters möchte das Anleihevolumen trotz der hohen Nachfrage nicht aufstocken.

Weiteren Interessenten bleibt nun nur noch, auf den Handelsstart zu warten und die Anleihen dann am Markt zu kaufen. Das dürfte vor allem für größere Anleger, die sich mit einer größeren Menge an Papieren eindecken wollen, aufgrund der geringen Handelsliquidität nicht einfach werden.

Neben Equinet begleitete Warth & Klein Grant Thornton mit dem neuen Debt-Advisory-Team um Ex-HSH-Banker Markus Paffenholz die Schalke-Transaktion. Als Rechtsberater fungierte Clifford Chance, als Kommunikationsberater die Agentur IR.on.    

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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