Roland Weihrauch/Vonovia

07.05.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Vonovia, Schindler Holding, Daimler

Vonovia sammelt Kapital für einen M&A-Deal ein, die Schindler Holding platziert einen neuen Bond und Daimler zapft den Kapitalmarkt an – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Vonovia finanziert M&A-Deal über Kapitalerhöhung

Die Immobiliengesellschaft Vonovia hat eine Barkapitalerhöhung über 26 Millionen Aktien abgeschlossen. Die neuen Stückaktien wurden in einem beschleunigten Platzierungsverfahren im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Anlegern platziert. Der Preis je Aktie lag bei 38,30 Euro. Der Emissionserlös liegt bei 995,8 Millionen Euro. Das frische Eigenkapital soll für die geplante Übernahme des schwedischen Immobilienunternehmens Victoria Park verwendet werden.

Schindler Holding sammelt 500 Millionen Franken ein

Der Aufzughersteller Schindler Holding hat eine Anleihe über 500 Millionen Schweizer Franken (rund 418 Millionen Euro) in zwei Tranchen platziert. Die erste Tranche hat ein Volumen von 100 Millionen Schweizer Franken (84 Millionen Euro) und läuft über zwei Jahren ohne Verzinsung. Die andere Tranche über 400 Millionen Schweizer Franken (334 Millionen Euro) hat einen Kupon von 0,25 Prozent und läuft fünf Jahre. UBS und Credit Suisse begleiten die Transaktion als Lead Managers. Der Erlös ist für das weitere Wachstum gedacht, möglicherweise auch für Anteilsrückkäufe oder Akquisitionen.

Daimler begibt zwei neue Anleihen

Daimler hat zwei neue Euro-Anleihen platziert, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones. Eine Tranche über 1 Milliarde Euro wird mit 0,25 Prozent verzinst, berichtet die Agentur unter Berufung auf eine der beteiligten Banken. Sie läuft bis Mai 2022. Die zweite Tranche über 1,25 Milliarden Euro soll demnach bis November 2025 laufen und mit einem Kupon über 1 Prozent versehen sein. Bookrunner waren dem Bericht nach BNP Paribas, Commerzbank, RBC Capital Markets, Santander und Unicredit.

Weitere Meldungen

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat die Platzierung einer vorrangig besicherten Anleihe über 650 Millionen Euro abgeschlossen. Ursprünglich war nur ein Volumen von 500 Millionen Euro geplant, aufgrund der großen Nachfrage konnte die Gesellschaft das Angebot jedoch um 150 Millionen Euro erhöhen. Der Bond läuft bis 2025 und wird mit 3,875 Prozent verzinst. Der Emissionserlös soll zur Rückzahlung von vorrangig gesicherten Krediten sowie zur Deckung der Transaktionskosten verwendet werden. Damit sichert sich die Gesellschaft eine langfristige Finanzierung auf dem derzeitigen Zinsniveau und verbessert gleichzeitig das Laufzeitenprofil.

Das Immobilienunternehmen Eyemaxx Real Estate hat die geplante Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von rund 20 Millionen Euro platziert. Eyemaxx wollte eigentlich bis zu 30 Millionen Euro einnehmen. Der mit 5,5 Prozent verzinste Bond hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Die Österreicher wollen die Mittel dazu nutzen, Projekte mit den Schwerpunkten Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie Serviced-, Mikro- und Studentenapartments weiter zu entwickeln. Eyemaxx Real Estate wurde bei der Platzierung von Equinet als Joint Lead Manager und Joint Bookrunner beraten.

Der Textilkonzern Wolford hat eine Kapitalerhöhung beschlossen. Rund 1,7 Millionen neue Aktien sollen zu einem Preis von je 12,80 Euro ausgegeben werden. Insgesamt liegt die Kapitalerhöhung damit bei rund 22 Millionen Euro. Das Bezugsverhältnis der neuen Aktien liegt bei 20:7.

Der Glücksspielanbieter Mybet Holding hat eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte beschlossen. Die neuen Aktien sollen den Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung zum Ausgabebetrag von 1,20 Euro je Aktie angeboten werden. Zudem will Mybet weitere Teilschuldverschreibungen der Wandelanleihe 2017/2020 mit einem Nennbetrag von insgesamt bis zu 500.000 Euro ausgeben. Das Unternehmen hat zudem ein kurzfristiges Darlehen im Umfang von 300.000 Euro aufgenommen.

Der auf E-Bikes spezialisierte Fahrradanbieter Storck Bicycle nutzt zum zweiten Mal die Crowdinvesting-Plattform Finnest.com. Die angebotene Verzinsung liegt zwischen 3 und 5 Prozent. Alternativ zur klassischen Auszahlung können sich die Investoren auch für Gutschein-Modelle mit einem 50-Prozent-Bonus entscheiden.

Aves One, ein Bestandshalter von Logistik Assets, plant langfristig vermietete Container im Volumen von rund 60 Millionen Dollar (rund 50,2 Millionen Euro) zu erwerben. Zur Finanzierung des Fremdkapitalanteils liegt Aves eine entsprechende Finanzierungszusage seitens der niederländischen Bank ABN Amro Lease vor.

Der Polymerasehersteller Sygnis hat eine Fremdfinanzierung aufgenommen, um den Erwerb der australischen TGR Biosciences durchführen zu können. Dabei hat Sygnis die Möglichkeit, die Fremdfinanzierung in eine Pflichtwandelanleihe mit zusätzlichen Optionen auf rund 1,4 Millionen Aktien umzuwandeln. Das Volumen der Pflichtwandelanleihe sowie der Wandlungspreis würden von den Marktbedingungen abhängen.

OTI Greentech, ein Konzern der Schifffahrts-, Energie und Industriewirtschaft, hat im Zusammenhang mit laufenden Verhandlungen mit den Inhabern von ausgegebenen Wandelanleihen beschlossen, die im Mai fälligen Zinszahlungen vorübergehend auszusetzen. Das Unternehmen will den Inhabern vorschlagen, den Zinssatz der Anleihen ab dem letzten Zinszahlungstag im November von 8,5 auf 4 Prozent zu reduzieren und die im Mai fälligen Zinsen um sechs Monate zu stunden.

Das Softwaretechnologieunternehmen Niiio Finance Group hat das Bezugsangebot für die im Dezember vergangenen Jahres beschlossene Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen veröffentlicht. Die Aktionäre können die Aktien in einem Bezugsverhältnis von 22:17 zu einem Preis von 1 Euro je Aktie beziehen.

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating der Deutschen Bank bestätigt. Gleichzeitig verschlechtert die Ratingagentur den Ausblick des A3-Ratings auf negativ. In der Begründung für den negativen Ausblick verweist Moody’s auf künftige Herausforderungen für die Deutsche Bank, die durch den jüngsten Managementwechsel und den Strategieschwenk deutlich geworden sind.   

Moody’s hat den Ausblick der Deutschen Telekom von stabil auf negativ verschlechtert. Gleichzeitig bestätigt die Ratingagentur das Rating bei Baa1. Moody‘s begründet die Verschlechterung mit der Ankündigung der Telekom ihre US-Tochter T-Mobile US mit dem Konkurrenten Sprint zusammenschließen zu wollen. Der Verschuldungsgrad steige durch den Deal an. Die Ratingagentur Fitch hingegen bestätigt das Emittentenrating der Deutschen Telekom bei stabilem Ausblick mit BBB+. Fitch verweist auf eine starke industrielle Logik des Deals.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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