Der Hamburger Logistikkonzern VTG hat eine Kapitalerhöhung über 290 Millionen Euro beschlossen.

VTG

29.04.19
Finanzierungen

Finanzierungen: VTG, Telefónica Deutschland, Continental

VTG will mit einer Kapitalerhöhung 290 Millionen Euro einsammeln, Telefónica Deutschland platziert einen neuen Schuldschein und Continental verschiebt den Börsengang seiner Antriebssparte – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

VTG beschließt Kapitalerhöhung

Der Hamburger Logistikkonzern VTG hat eine Bezugsrechtskapitalerhöhung gegen Bareinlagen in Höhe von 290 Millionen Euro beschlossen. Insgesamt sollen im Rahmen der Transaktion bis zu 5,47 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Die neuen Aktien werden den Aktionären in einem Bezugsverhältnis von 21:4 und zu einem Bezugspreis von 52,90 Euro je Aktie angeboten.

Der mit 71 Prozent beteiligte Großaktionär Warwick, ein Beteiligungsvehikel des Infrastrukturfonds der US-Investmentbank Morgan Stanley, wird seine Bezugsrechte bei der Kapitalerhöhung in vollem Umfang ausüben und alle nicht bezogenen Aktien erwerben, wie VTG mitteilte. Rund 30 Millionen Euro des Nettoemissionserlöses von insgesamt etwa 283 Millionen Euro will das Unternehmen zur teilweisen Rückführung einer privat platzierten Hybridanleihe verwenden. Der verbleibende Erlös soll der Rückzahlung der börsennotierten VTG-Hybridanleihe über 250 Millionen Euro dienen.

Telefónica Deutschland platziert neuen Schuldschein

Das Telekommunikationsunternehmen Telefónica Deutschland hat über ihre Tochtergesellschaft Telefónica Germany GmbH & Co. OHG ein Schuldscheindarlehen über 360 Millionen Euro begeben. Aufgrund der hohen Nachfrage lag das Emissionsvolumen um 210 Millionen Euro über dem ursprünglichen Zielbetrag, teilte das Unternehmen mit. Die Tranchen des Schuldscheins werden sowohl fest als auch variabel verzinst und haben Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren.

Als Arrangeure der Transaktion fungierten BayernLB, HSBC Trinkaus & Burkhardt und LBBW. Die Nachfrage nach dem Darlehen kam von Sparkassen, Genossenschaftsbanken sowie deutschen und internationalen Geschäftsbanken. Im vergangenen Jahr hatte Telefónica Deutschland ein Schuldscheindarlehen über 250 Millionen Euro begeben, das eine Blockchain-Tranche beinhaltete.

Continental verschiebt Teilbörsengang

Der Autozulieferer Continental hat den geplanten Teilbörsengang seiner Antriebssparte Divison Powertrain auf 2020 verschoben. Die Vorbereitungen für den Teil-IPO ihres Antriebsgeschäfts, das künftig unter dem Namen Vitesco Technologies firmieren wird, sollen voraussichtlich gegen Ende des zweiten Halbjahres 2019 abgeschlossen sein, gab Continental in einer Pressemitteilung bekannt. Je nach Marktlage dürfte mit dem IPO somit ab 2020 zu rechnen sein. Gründe für die Verschiebung nannte Continental nicht.

Eigentlich hatte Continental den Teilbörsengang der Sparte bereits für die zweite Jahreshälfte 2019 angekündigt. Zum Jahreswechsel war die rechtliche Verselbstständigung von Divison Powertrain im Rahmen der Umstrukturierung Continentals in eine Holding planmäßig vollzogen worden.

Weitere Meldungen

Der Waffenhersteller Heckler & Koch hat erneut einen Überbrückungskredit von einem Großinvestor erhalten. Das Unternehmen hatte von demselben Aktionär bereits im vergangenen April eine Finanzspritze über 30 Millionen Euro erhalten, im November folgten dann noch einmal 50 Millionen Euro.

Volkswagen Leasing, eine Tochtergesellschaft der Volkswagen Financial Services, hat die Begebung von Auto-Asset-Backed-Securities (ABS) aus verbrieften Leasingforderungen über 1 Milliarde Euro abgeschlossen. Im Rahmen der Transaktion wurden insgesamt 76.000 Leasingverträge für Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi, Seat, Skoda und Volkswagen Nutzfahrzeuge verbrieft, wie das Unternehmen mitteilte. Volkswagen Leasing wurde bei der Emission von der Kanzlei Hogan Lovells (Federführung: Sven Brandt) beraten. Es ist nach Angaben der Kanzlei die erste Transaktion am europäischen ABS-Markt, die den neuen STS-Qualitätsanforderungen (simple, transparent, standardised) entspricht.

Der insolvente Küchenhersteller Alno wird offenbar nicht mehr an die Börse zurückkehren. „Die Börsennotierung war Teil des Problems von Alno. Daher ist ein erneuter Gang aufs Parkett unwahrscheinlich", sagte Jason Carley, Partner beim Londoner Investor River Rock, gegenüber dem „Handelsblatt“. River Rock hatte Alno Ende 2017 aus der Insolvenz übernommen und will das Unternehmen nach der Restrukturierung weiter verkaufen.

Die Beteiligungsgesellschaft Ufenau Capital Partners wurde bei der Rekapitalisierung ihrer Portfoliogesellschaft Intelligent Repair Solutions, einem Anbieter im Bereich der Aufbereitung und Instandsetzung von Pkw und Lkw, von Latham & Watkins beraten. Das Finanzierungspaket umfasst einen Laufzeitkredit, eine syndizierte Kreditlinie und Kreditlinien für Akquisitionen.

Das Fintech Trustbills, eine Auktionsplattform für Handelsforderungen, hat Insolvenz angemeldet. Die Gründe sind nicht bekannt. Laut einem Medienbericht soll es offenbar Streitigkeiten im Gesellschafterkreis gegeben haben. An dem Fintech sind auch die DZ Bank und die Deutsche Bank beteiligt.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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