Die Aktionäre nehmen das Restrukturierungskonzept von Singulus-CEO Stefan Rinck (links) und CFO Markus Ehret an. Doch Unsicherheiten bleiben.

Singulus

17.02.16
Finanzierungen

Große Mehrheit der Singulus-Aktionäre stimmt für Restrukturierung

Nach den Gläubigern haben nun auch die Aktionäre des Maschinenbauers Singulus dem Restrukturierungskonzept zugestimmt – auch wenn sie dadurch die Mehrheit ihrer Anteile verlieren. Eine Unsicherheit bleibt allerdings.

Aufatmen beim angeschlagenen Maschinenbauer Singulus: Das Management um CEO Stefan Rinck und CFO Markus Ehret hat nun auch von den Aktionären grünes Licht für das Restrukturierungskonzept erhalten. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung stimmten gestern mehr als 90 Prozent des anwesenden Kapitals den Restrukturierungsplänen zu, auch wenn einige Aktionäre deutlich ihren Unmut äußerten. Das benötigte Quorum von 75 Prozent der Anwesenden hat Singulus damit aber deutlich übertroffen.

Die Aktionäre schließen sich damit dem Beschluss der Bondgläubiger vom Montag dieser Woche an – auch wenn das Restrukturierungskonzept letztlich wohl dazu führen wird, dass die Aktionäre einen großen Teil ihrer Anteile verlieren. Singulus plant eine Kapitalherabsetzung, anschließend wird die rund 60 Millionen Euro schwere Anleihe des Unternehmens im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung in die Firma eingebracht. Zudem erhalten die Bondholder eine neue, besicherte Anleihe im Nennwert von 12 Millionen Euro. Wird das Restrukturierungskonzept wie geplant umgesetzt, werden die Bondholder letztlich etwa 95 Prozent des Unternehmens kontrollieren.

Singulus-CFO Markus Ehret muss Widerspruchsfrist abwarten

Noch bleiben allerdings letzte Unsicherheiten bei der Restrukturierung: Nachdem am Montag bereits einige Anleihegläubiger Widerspruch gegen die Beschlüsse angekündigt hatten, haben gestern dem Unternehmen zufolge auch „wenige Aktionäre“ Widerspruch eingelegt. Singulus muss nun zunächst abwarten, ob diese Aktionäre Klage erheben.

Für diesen Fall sei man aber „zuversichtlich, dass solche Klagen in einem Freigabeverfahren überwunden werden können und dann mit der Umsetzung des Restrukturierungskonzepts begonnen werden kann“, teilt das Unternehmen mit. Bei einem Freigabeverfahren kann das Gericht auf Antrag der Gesellschaft feststellen, dass die Erhebung der Klage einer geplanten Eintragung, beispielsweise zur Kapitalherabsetzung, nicht entgegensteht.

Singulus kann Restrukturierung nicht vor Herbst abschließen

In jedem Fall wird die Restrukturierung das Unternehmen noch eine Weile begleiten. Die nun laufende Wartefrist nutzt Singulus für Vorbereitungen. Zunächst will das Unternehmen dann die Kapitalherabsetzung angehen, die anschließende Sachkapitalerhöhung und der Debt-to-Equity-Swap werden nicht vor Sommer umgesetzt sein. Am Ende des Restrukturierungskonzepts soll eine Kapitalerhöhung stehen. Selbst unter günstigen Umständen wird es Herbst werden, bis die Restrukturierung abgeschlossen ist.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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