Pellets-Fertigung in den USA: Dank der neuen Mittelstandsanleihe kann German Pellets seine Produktionslinien in Nordamerika nun ausbauen.

German Pellets

26.11.14
Finanzierungen

Mittelstandsanleihen: Platzierungserfolg für German Pellets

German Pellets hat mit seiner neuen Anleihemission das Zielvolumen von 100 Millionen Euro erreicht. Auch wenn die Emission kein voller Erfolg war – für den Mini-Bondmarkt könnte der Deal den Weg für ein versöhnliches Jahresendgeschäft bereiten.

Positive Nachricht für den Mini-Bondmarkt: Der Holzpellet-Hersteller German Pellets hat es geschafft, mit seiner vor knapp zwei Wochen angekündigten Bondemission das angepeilte Volumen von 100 Millionen Euro zu erreichen. Für die Erhöhungsoption von 30 Millionen Euro reichten die Zeichnungsaufträge allerdings nicht.

Die neue fünfjährige German Pellets-Anleihe trägt wie ihre Vorgänger einen Kupon von 7,25 Prozent, gleichzeitig vollzieht das Unternehmen mit dem neuen Papier den Wechsel in den stärker regulierten Prime Standard für Unternehmensanleihen. Begleitet wurde die Emission von der Quirin Bank und von Steubing.

Für den Mittelstandsanleihen-Markt könnte die erfolgreiche Transaktion der Startschuss zu einem versöhnlichen Jahresendgeschäft sein, nachdem auch 2014 wieder zahlreiche Ausfälle das Marktsegment schwer erschüttert haben. FINANCE-Informationen zufolge steht noch rund ein halbes Dutzend Emittenten bereit, um noch vor Weihnachten den Mini-Bondmarkt anzuzapfen, sofern die Marktstimmung dies zulässt.

Die Vollplatzierung von German Pellets ist auch deshalb bemerkenswert, weil es im Oktober dem Landwirtschaftsunternehmen KTG Agrar, das ebenfalls einer der größeren Emittenten am Mini-Bondmarkt ist, nicht gelungen war, die Anleihe KTG Agrar I mit einer neuen (KTG Agrar III) voll zu refinanzieren. Mit 25 Millionen Euro brachte KTG Agrar nur die Hälfte der angepeilten Summe am Markt unter.

German Pellets: Hohes Interesse neuer Investoren

Großes Interesse verzeichnete German Pellets seitens neuer Investoren. Das für sie vorgesehene Teil-Emissionsvolumen von 50 Millionen wurde mit 74 Millionen Euro deutlich übertroffen.

Auf der anderen Seite erklärten sich aber weniger bestehende Investoren als erhofft zum Umtausch der noch bis 2016 laufenden aktuellen Mittelstandsanleihe von German Pellets bereit. Mit 26 Millionen Euro kann nur 32 Prozent des ausstehenden Nominalvolumens von 80 Millionen Euro in die neue Anleihe German Pellets III getauscht werden. Ähnliches hatte auch KTG Agrar bereits erlebt.

German Pellets will den alten Bond German Pellets I aber dennoch in größerem Maß vorzeitig zurückführen. Das Unternehmen hat eine Call-Option zum Preis von 100,5 Prozent – der aktuelle Kurs liegt bei 102,5. German Pellets-CEO Peter H. Leibold macht keinen Hehl daraus, dass er die neu aufgenommenen Gelder, die nicht für den geplanten Ausbau des US-Geschäfts benötigt werden, in den Rückkauf der noch nicht angedienten 54 Millionen Euro investieren will. Gelingt dies, hätte German Pellets neben dem heute aufgelegten Papier dann nur noch die 72 Millionen Euro schwere Mittelstandsanleihe German Pellets II ausstehen, die noch bis Juli 2018 läuft.     

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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