PNE Wind

05.04.18
Finanzierungen

PNE Wind bleibt am Bondmarkt

Zwei Monate vor Fälligkeit zeigt PNE Wind an, wie der auslaufende 100-Millionen-Bond refinanziert werden soll: Der Windparkprojektierer speckt seine Präsenz am Anleihemarkt deutlich ab – und spart eine Menge Zinsen.

Der Windparkentwickler PNE Wind bleibt am Bondmarkt. Obwohl das Unternehmen mit einem 330 Millionen Euro schweren Verkauf eines großes Windparkportfolios an die Allianz seine Bilanz und Liquiditätslage erheblich gestärkt hat, will das Unternehmen eine neue, fünfjährige Anleihe mit einem Volumen von 50 Millionen Euro begeben. Emissionsbanken sind die IKB sowie MM Warburg, die das Papier Ende April in einer Zinskuponspanne von 4 bis 4,75 Prozent platzieren sollen.

Mit dem neuen Papier refinanziert PNE-Wind-CFO Jörg Klowat eine am 1. Juni fällig werdende Anleihe, die mit 100 Millionen Euro allerdings doppelt so groß ist wie der neue Bond. Auch der Zinssatz des jetzt auslaufenden Bonds liegt mit 8 Prozent erheblich höher. Damit kann PNE Wind bei einer erfolgreichen Platzierung seine Zinskosten aus Kapitalmarktverbindlichkeiten in etwa vierteln. Die Inhaber der auslaufenden Anleihe erhalten ein Umtauschangebot. 

PNE Wind hofft auf Rating-Upgrade

Die deutliche Senkung der Finanzierungskosten und -volumina reflektiert die starke Verbesserung der Bilanz von PNE Wind. Die Cuxhavener erwirtschafteten in den beiden vergangenen Geschäftsjahren einen Überschuss von zusammen 86 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 47,7 Prozent, die Netto-Cash-Position bei 14,1 Millionen Euro. Insgesamt lagen Ende 2017 brutto sogar fast 194 Millionen Euro in der Kasse von PNE Wind.

Finanzchef Klowat hätte die auslaufende Anleihe also auch ohne Anschlussfinanzierung zurückzahlen können. Die Anleihe soll aber dazu beitragen, „die Unternehmensfinanzierung mittelfristig abzusichern“, schreibt das Unternehmen. Die Ratingagentur Creditreform reagierte auf die positive Entwicklung der Kennzahlen, indem sie vor wenigen Wochen den Ausblick des PNE-Wind-Ratings, das BB lautet, auf positiv anhob.

Der Finanzbedarf des Projektentwicklers bleibt jedoch hoch. Das Unternehmen hat damit begonnen, ein neues, großes Windparkportfolio aufzubauen, das erst 2020 das nötige Volumen erreichen wird, um verkaufsbereit zu sein. Außerdem erweitert CEO Markus Lesser das Geschäftsmodell: PNE Wind soll ein „Clean Energy Solution Provider“ werden, dessen Portfolio auch neuartige Services sowie Geschäfte mit Solarparks und Energiespeichern beinhalten soll. 

PNE-Wind-Aktie kann Kursgewinne nicht halten

Kapitalmarkt goutiert neue Strategie noch nicht

Der Kapitalmarkt zeigt sich dem gegenüber aber noch zurückhaltend. Die Kursgewinne von mehr als 20 Prozent, die die PNE-Wind-Aktie im November und Dezember erzielen konnte, konnte das Papier nicht halten. Heute notiert es mit 2,50 Euro wieder auf dem gleichen Niveau wie Ende Oktober. Im Februar vergangenen Jahres war die Hamburger Beteiligungsgesellschaft SPSW Capital als neuer Großaktionär bei PNE Wind eingestiegen.

Die Nachfrage der Investoren nach der neuen Anleihe wird einen Hinweis darauf geben, wie die Fremdkapitalgeber die Veränderung des Geschäftsmodells einschätzen. Geplanter Handelsstart für den neuen Bond ist der 2. Mai.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Zwischen Machtkämpfen und Großprojekten: Wie sich PNE Wind in den vergangenen Jahren entwickelt hat, erfahren Sie auf der FINANCE-Themenseite zu PNE Wind.