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Restrukturierung zeigt Strickfehler beim Schuldschein

Ausfall am Schuldscheinmarkt: Das Modeunternehmen Gerry Weber ist hierfür ein bekanntes Beispiel aus den vergangenen Jahren. Foto: Tupungato - stock.adobe.com

Insolvenz bei Nanogate: Der saarländische Oberflächenspezialist hatte im Juni vergangenen Jahres verkündet, sich über ein Schutzschirmverfahren sanieren zu wollen, nachdem Verhandlungen mit den Banken über ein neues Finanzierungskonzept gescheitert waren. Außerordentliche Kündigungsrechte aus Kredit- und Schuldscheinverträgen hatten zu einer drohenden Zahlungsunfähigkeit geführt.

Nanogate ist einer der wenigen bekannten Ausfälle am Schuldscheinmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Ein weiteres Beispiel ist Gerry Weber. Das inzwischen sanierte Modeunternehmen hatte sich früher massiv über Schuldscheine finanziert. Nachdem eine Refinanzierung gescheitert war, hatte der westfälische Modehändler Anfang 2019 Insolvenz anmelden müssen. Das sind Einzelfälle, Ausfälle am Schuldscheinmarkt sind sehr selten. Marktkreisen zufolge lagen sie vor der Corona-Pandemie bei etwa 1 Prozent.

Wenige Ausfälle am Schuldscheinmarkt

„Der Schuldscheinmarkt ist extrem robust und hat sich bislang sehr stabil gehalten, auch wenn eine Anleihe in den vergangenen Monaten für einige Emittenten preislich attraktiver war“, meint Stefan Fromme, Mitgründer und Geschäftsführer der Schuldscheinplattform VC Trade.

Dass es im Schuldscheinmarkt so wenige Ausfälle gibt, liegt daran, dass vor allem Emittenten mit Investmentgrade-Rating auf diese Finanzierungsart setzen. Der Schuldschein ist besonders wegen seiner überschaubaren Dokumentation für viele Emittenten attraktiv. Auch für Unternehmen ohne externes Rating ist er schnell, einfach und günstig umzusetzen. Die digitalen Schuldscheinplattformen haben in den vergangenen Jahren ihren Teil dazu beigetragen. Bis zur Corona-Pandemie rannte der Markt fast von Rekord zu Rekord.

Andreas Ziegenhagen, Dentons Europe. Foto: Dentons Europe

Corona verschlechtert Ratings von Schuldscheinemittenten

Das könnte sich jetzt ändern: „Die Emittenten sind der Knackpunkt“, sagt Andreas Ziegenhagen, Managing Partner Germany und Leiter der europäischen Praxisgruppe Restrukturierung bei der Kanzlei Dentons Europe. „Der Schuldschein ist aufgrund seiner Struktur nur für sehr gute Bonitäten geeignet. Er ist ein Schönwetterprodukt.“ Die Marktteilnehmer seien sich aber einig, dass mit dem Schuldschein-Boom seit einigen Jahren teilweise zu kleine und mit zu schlechter Bonität bewertete Emittenten im Markt aktiv seien.

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