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Adler: Ein Immobilienriese im Schlingerflug

Im Visier der Shortseller: Die Adler Group wurde Anfang Oktober attackiert. Nun will sie Immobilienportfolien verkaufen.
Im Visier der Shortseller: Die Adler Group wurde Anfang Oktober attackiert. Nun will sie Immobilienportfolien verkaufen. Foto: picture aloiance/CHROMORANGE/Michael Bihlmayer

Cevdet Caner genießt nicht den allerbesten Ruf bei Anlegern. Das hängt damit zusammen, dass der österreichische Staatsbürger kurdischer Abstammung schon in eine Pleite verwickelt war, bei der viele Gläubiger Geld verloren haben: die Insolvenz des Wohnimmobilienunternehmens Level One, das 2008 in den Ruin rutschte. Vor Gericht wurde Caner von Betrugsvorwürfen freigesprochen, doch ein Makel blieb haften.

Viele Jahre später, Anfang Oktober 2021, steht der Manager erneut im Rampenlicht: Wieder geht es um ein Immobilienunternehmen, wieder liegen geharnischte Vorwürfe in der Luft. Das Research-Haus Viceroy, hinter dem der berüchtigte Shortseller Fraser Perring steht, hat einen Report mit heftigen Beschuldigungen vorgelegt: Die Immobilien und Projekte des Adler-Konzerns seien deutlich zu hoch bewertet, der Beleihungsgrad hingegen viel zu niedrig ausgewiesen, lauten die Vorwürfe. Eine seiner Meinung nach angemessenere Bewertung sollte Covenant-Brüche bei Anleihen zur Folge haben, behauptet der Shortseller. Und er prangert angebliche Insidergeschäfte in einem internationalen Geflecht von Gesellschaften an – auch der Name Cevdet Caner fällt in dem Kontext.

Dieser schoss direkt über die Medien zurück: „Jeder, der mich einen Kriminellen oder Betrüger nennt, wird von mir verklagt. Der Kriminelle hier ist Fraser Perring. Er ist der Betrüger. Das können Sie gern so abdrucken“, sagte Caner im Interview mit dem „Handelsblatt“. In dem Report von Perring wird Caner als eine Art „Schatten-CEO“ hinter Adler bezeichnet. Tatsächlich bekleidet Caner keine offizielle Rolle bei dem Immobilienkonzern. Er hielt Anteile an der Vorgängergesellschaft Adler Real Estate und agiert als Berater der Gesellschaft Aggregate, der knapp 27 Prozent der Anteile der Adler Group gehören. Caner stellte am 13. Oktober Strafanzeige gegen Fraser Perring wegen Marktmanipulation.

Fraser Perring lag bei Wirecard und Steinhoff richtig

Warum geriet Adler überhaupt ins Visier? Wie bei Shortseller-Attacken üblich, suchen sich die Leerverkäufer gern Unternehmen aus, die Anlass zu Kritik bieten könnten – und deren Struktur so komplex ist, dass sich Vorwürfe nicht auf den ersten Blick nachvollziehen oder entkräften lassen. Und tatsächlich bietet Adler eine Menge Angriffsfläche – über die Verwicklungen mit Cevdet Caner hinaus.

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