SGP Schneider Geiwitz wächst mit Ex-Lutz-Abel-Partner
SGP Schneider Geiwitz verstärkt seit September seine integrierte Beratung in den Bereichen Restrukturierung, Insolvenzrecht, Distressed M&A und Venture Capital. Mit Björn Weidehaas als Geschäftsführer in Ulm und München sowie Philipp Schmitter als Associate in München gewinnt die Kanzleigruppe ein erfahrenes Team von Lutz Abel.
Weidehaas war mehr als 17 Jahre bei Lutz Abel tätig, zuletzt als Equity Partner und Leiter der Praxisgruppe Restrukturierungs- und Insolvenzrecht. Er bringt umfassende Expertise in komplexen Restrukturierungen, Insolvenzverfahren und Venture-Capital-Finanzierungen mit. Schmitter ergänzt das Team mit seiner Erfahrung an der Schnittstelle zwischen Insolvenzrecht und Venture Capital, die er bei Lutz Abel als auch bei Taylor Wessing gesammelt hatte.
Mit der Verstärkung durch Weidehaas und Schmitter soll die Verzahnung von Restrukturierungs- und Insolvenzrecht, Transaktionsberatung sowie Venture-Capital-Finanzierung bei SGP gezielt ausgebaut werden.
Lecon baut Eigenverwaltung und Restrukturierungsberatung aus
Die Restrukturierungs- und Insolvenzkanzlei Lecon verstärkt ihre Restrukturierungs- und Eigenverwaltungskompetenz durch Stefan Dillerup als Partner. Er bringt langjährige Erfahrung in Strategie und Unternehmensplanung, Finanzierung sowie der operativen Umsetzung von Restrukturierungen mit.
Gemeinsam mit Thomas Klöckner und Michael George soll Dillerup den betriebswirtschaftlichen Fokus der Kanzlei ausbauen. Damit erweitert diese Kanzlei zudem ihre Präsenz in Frankfurt. Die Kanzlei, gegründet 2007 in München, berät mittelständische Unternehmen in Krisensituationen und kombiniert juristische mit betriebswirtschaftlicher Expertise, um umfassende Restrukturierungslösungen zu bieten.
CMS verstärkt Insolvenzverwaltung in Berlin
Fabian von Ritter wechselte zum September als Counsel zu CMS nach Berlin. Der Rechtsanwalt und Betriebswirt kommt von Reimer Rechtsanwälte in Frankfurt am Main und bringt zudem umfassende Expertise aus seiner Zeit bei BBL Brockdorff in Berlin mit. Dort betreute er Insolvenz- und Eigenverwaltungsverfahren. Bei CMS soll er das Team um Niklas Lütcke verstärken und die Insolvenzverwaltungspraxis am Insolvenzgericht Charlottenburg sowie im Berliner Umland ausbauen.
Ashurst verstärkt Frankfurter Restrukturierungspraxis
Ashurst Perkins Coie verstärkt seine deutsche Restrukturierungspraxis mit Frederick Staudacher, der seit September als Counsel im Frankfurter Büro tätig ist. Staudacher bringt Erfahrung in der Beratung bei Krisensituationen und komplexen finanziellen Restrukturierungen mit, insbesondere bei großen Immobilienprojekten. Er kommt von Reius, wo er in Hamburg tätig war, und bringt Erfahrung aus sieben Jahren bei Latham & Watkins mit. Sein Zugang soll die Beratung von Ashurst Perkins Coie an der Schnittstelle von Restrukturierung, Finanzierung und Immobilienwirtschaft stärken.
Autozulieferer Julius Schüle schlüpft unter Schutzschirm
Der Automobilzulieferer Julius Schüle Druckguss aus Schwäbisch Gmünd hat Mitte September ein Schutzschirmverfahren beantragt. Die wirtschaftlichen Herausforderungen resultieren aus starkem Wettbewerb und geopolitischen Unsicherheiten, heißt es von dem Unternehmen. Die ausländischen Tochtergesellschaften in Polen und der Slowakei sind nicht betroffen. Julius Schüle entwickelt und fertigt Druckgussteile, insbesondere für die Automobilzulieferindustrie. In Deutschland sind 152 Arbeitsplätze von der wirtschaftlichen Schieflage betroffen. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 110,9 Millionen Euro.
Die Geschäftsführung bleibt in der Verantwortung und wird von Martin Mucha (Grub Brugger) als Generalbevollmächtigtem unterstützt. Arndt Geiwitz (SGP Schneider Geiwitz) überwacht als vorläufiger Sachwalter das Verfahren. Die betriebswirtschaftliche Beratung erfolgt durch Bachert & Partner. Ein geeigneter Investor soll zeitnah gefunden werden, um die Zukunft des familiengeführten Unternehmens zu sichern.
Rolls-Royce-Autozulieferer ist insolvent
Der Automobilzulieferer Paragon, bekannt für seine Zuliefertätigkeit für Rolls-Royce, als auch die Tochtergesellschaften Paragon Electronic und Paragon Movasys, muss Insolvenz anmelden. Der Grund: Ein Investor hatte Millionen versprochen, dieses Geld aber nicht gezahlt. Betroffen sind 552 Mitarbeiter in sechs deutschen Werken. Als vorläufiger Insolvenzverwalter ist Martin Mucha (Grub Brugger) bestellt.
Ohne die Finanzmittel des Investors kann Paragon die Zusagen, die im Rahmen von Vereinbarungen mit den Lieferanten getroffen wurden, nicht einhalten und muss daher Insolvenz beantragen. Hätte der Investor seine vertraglichen Pflichten erfüllt, wäre der Zulieferer bis Ende 2028 durchfinanziert gewesen und es wäre nicht zu dieser einschneidenden Konsequenz gekommen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Mucha sagte gegenüber „Bild“, dass Paragon eine erfreuliche Auftragslage habe. Die Produkte würden von den Kunden dringend benötigt, daher bestünden grundsätzlich gute Chancen, wenngleich die Marktverhältnisse herausfordernd seien.
Grillo-Werke schließn Finanzrestrukturierung ab
Die Grillo-Werke, ein international tätiges Spezialchemieunternehmen im Bereich Zink und Schwefel, sind den Herausforderungen energieintensiver Branchen mit einer umfassenden Transformation begegnet: Bei dem Duisburger Unternehmen wurde eine bestehende Schuldscheinfinanzierung durch ein von Davidson Kempner Capital Management arrangiertes Nachrangdarlehen als Teil eines nachhaltigen Engagements ersetzt. Parallel wurde die syndizierte Konzernfinanzierung unter Einbindung von Davidson Kempner und einem Teil der ehemaligen Schuldscheininvestoren für den Zeitraum der operativen Neuausrichtung verlängert, um die Finanzierungsstruktur nachhaltig zu stabilisieren. Hengeler Mueller beriet Grillo umfassend zu den sanierungsrechtlichen, gesellschaftsrechtlichen und Finanzierungsaspekten.
Solarunternehmen BSH insolvent
Aufgrund von Überschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit musste das Solarunternehmen BSH Insolvenzantrag stellen. Alexander Zarzitzky (Anchor) wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Das 2009 gegründete Unternehmen, spezialisiert auf Planung, Vertrieb und Installation sowie die Wartung von Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern, kämpft mit Nachfragerückgang und Forderungsausfällen. Eine langfristige Sanierung durch einen Investor wird angestrebt, um das Potenzial der BSH zu nutzen und den Betrieb zukunftsfähig aufzustellen. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor.
Die Solarparkunternehmen Enerparc und Pvwerk kriseln
Solarpark-Eigentümer Enerparc hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Das Gericht bestellte Stefan Denkhaus (BRL) zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Kerngeschäft der Enerparc-Gruppe mit Unternehmenssitz in Hamburg und rund 380 Mitarbeitenden sind die Entwicklung, Errichtung und der Betrieb von Solaranlagen sowie die Strom-Vermarktung.
Nur wenige Tage später musste auch die Schwestergesellschaft Pvwerk ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung einleiten. Bernd Richter (Pluta) unterstützt als Generalhandlungsbevollmächtigter, begleitet von Jakob Weyres-von Levetzow und Ingo Thurm. Florian Gösch bleibt Geschäftsführer. Tjark Thies (Reimer) wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt.
Ziel sei es, die bereits im Bau befindlichen Solarparks und Batteriespeicher fertigzustellen. Hierzu werden die Verantwortlichen in den kommenden Tagen und Wochen genau analysieren, welche der im Bau befindlichen Anlagen fertiggestellt werden können. Insgesamt befinden sich derzeit rund 100 Solarparks und Batteriespeicherprojekte in der Bauphase, die von der Enerparc beauftragt wurden.
BCG weitet Interim Management weiter aus
Die Boston Consulting Group (BCG) erweitert ihre noch junge Praxis im Interim Management nun auch in Frankreich: „Rapid Value & Cash“, das im vergangenen April in Deutschland gegründet wurde, bindet erfahrene Führungskräfte direkt in Ihr Managementteam ein, treibt Entscheidungen voran, schließt Umsetzungslücken und übernimmt bei Bedarf Führungsrollen. Der Fokus liegt auf Ebitda-Verbesserungen und Cash-Gewinnen, die schnell erzielt werden. Das Angebot richtet sich laut BCG an mittelständische Unternehmen und Investmentfonds.
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Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.
