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Insolvenzanträge bei Autozulieferern häufen sich

Bei vielen Autozulieferern wird die Liquidität knapp. Das Auslaufen von Corona-Hilfsprogrammen könnte die Situation weiter verschärfen.
Bei vielen Autozulieferern wird die Liquidität knapp. Das Auslaufen von Corona-Hilfsprogrammen könnte die Situation weiter verschärfen. Foto: BlackMediaHouse - stock.adobe.com

Hiobsbotschaften aus der Zulieferbranche sind zurzeit fast schon an der Tagesordnung: Der Automobilzulieferer Räuchle, die Sächsische Metall- und Kunststoffveredlungsgesellschaft, der Zulieferer ETM Engineering Technologie Marketing – sie alle mussten in den vergangenen Tagen Insolvenzanträge stellen, und die Liste ließe sich fortsetzen.

Die Häufung hat einen Grund: Weil durch die aktuelle Rohstoffknappheit bestimmte Puzzlestücke in der Lieferkette fehlen, rufen viele Autohersteller weniger Aufträge bei ihren Zulieferern ab. Diese haben ihre Produkte jedoch oft schon auslieferbereit auf dem Lager, wo sie wertvolle Liquidität binden. „So massiv wie jetzt war das Liquiditätsthema bei vielen Zulieferern selbst in der Coronaphase nicht“, sagt Jochen Wierz, Partner im Bereich Corporate Finance bei der Restrukturierungsberatung Falkensteg.

Rund ein halbes Dutzend Insolvenzanträge von Automobilzulieferern sind allein in der ersten Oktoberhälfte angefallen, hat Falkensteg ermittelt. Und das, obwohl die Nachfrage seit Jahresbeginn 2021 eigentlich deutlich angezogen hat. Doch seit einigen Wochen sorgen die Probleme entlang der Lieferkette für eine Trendumkehr: „Marktforscher gehen nur noch von einem Marktvolumen wie im vergangenen Jahr aus, und 2020 war für die Industrie eine Katastrophe“, sagt Wierz.

Wie lange können Zulieferer Kurzarbeit nutzen?

Auch bei der Restrukturierungsberatung Pluta Management häufen sich seit einigen Wochen die Anfragen aus dem Bereich der Automobilzulieferer, berichtet Geschäftsführer Marcus Katholing: „Das Problem zieht sich die gesamte Lieferkette entlang und betrifft First- und Second-Tier-Lieferanten ebenso wie nachgelagerte Zulieferer.“

„Bislang konnten viele Zulieferer ihre hohen Fixkosten ganz gut abfedern, weil sie den vereinfachten Zugang zum Kurzarbeitergeld genutzt haben.“

Marcus Katholing, Pluta Management

Die oberste Prämisse laute in vielen Unternehmen, die Liquidität zu schonen und Verluste zu vermeiden. „Bislang konnten viele Zulieferer ihre hohen Fixkosten ganz gut abfedern, weil sie etwa beim Personal die Regelungen für den vereinfachten Zugang zum Kurzarbeitergeld genutzt haben“, berichtet Katholing. Doch nach aktuellem Stand läuft diese Regelung zum Jahresende aus. Das könnte die Situation verschlimmern.

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