Dominik Ploner, Autor bei FINANCE https://www.finance-magazin.de/ueber-uns/gastautor/ploner/ für kluge Finanzentscheidungen Tue, 01 Feb 2022 08:36:32 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Wie viel Innogy passt in die neue Eon? https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-karriere/wie-viel-innogy-passt-in-die-neue-eon-41136/ Wed, 15 Apr 2020 06:11:17 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/wie-viel-innogy-passt-in-die-neue-eon-41136/ Der Innogy-Vorstand: CFO Bernhard Günther (links) bleibt vorerst im Amt, CEO Leo Birnbaum (Mitte) und COO Christoph Radke kamen kürzlich von Eon.

Mit der Übernahme des Energiekonzerns Innogy steht Eon ein großer Wandel bevor. Doch welche Innogy-Führungskräfte finden in dem Konzern ihren Platz? Das Personaltableau für die Finanzabteilung der neuen Eon gibt nun einen ersten Einblick.

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Der Innogy-Vorstand: CFO Bernhard Günther (links) bleibt vorerst im Amt, CEO Leo Birnbaum (Mitte) und COO Christoph Radke kamen kürzlich von Eon.

Mit der Übernahme des Energiekonzerns Innogy steht Eon ein großer Wandel bevor. Doch welche Innogy-Führungskräfte finden in dem Konzern ihren Platz? Das Personaltableau für die Finanzabteilung der neuen Eon gibt nun einen ersten Einblick.

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Knorr-Bremse findet Nachfolger für Ralph Heuwing https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-wechsel/knorr-bremse-findet-nachfolger-fuer-ralph-heuwing-40800/ Wed, 04 Mar 2020 10:03:05 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/knorr-bremse-findet-nachfolger-fuer-ralph-heuwing-40800/ Knorr-Bremse holt Frank Markus Weber von Daimler als neuen CFO. Der 50-Jährige wird im Sommer seine neue Position antreten.

Knorr-Bremse regelt die Nachfolge von CFO Ralph Heuwing. Im Sommer übernimmt für ihn der Daimler-Manager Frank Markus Weber. Ihm steht ein schwieriger Start bevor.

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Knorr-Bremse holt Frank Markus Weber von Daimler als neuen CFO. Der 50-Jährige wird im Sommer seine neue Position antreten.

Knorr-Bremse regelt die Nachfolge von CFO Ralph Heuwing. Im Sommer übernimmt für ihn der Daimler-Manager Frank Markus Weber. Ihm steht ein schwieriger Start bevor.

Das Familienunternehmen Knorr-Bremse hat einen Nachfolger für den scheidenden Ralph Heuwing gefunden. Die Münchener holen zum 1. August 2020 den Daimler-Manager Frank Markus Weber als neuen Finanzvorstand. Weber bringt Erfahrung vor allem in der Truck-Branche mit: Er war unter anderem CFO der Daimler Trucks Asia sowie der Mitsubishi Fuso Truck & Buses in Tokio. Wie Knorr-Bremse mitteilt, soll er auch Digitalisierungs-, Unternehmensentwicklungs- und Kosteneffizienzprogramme geleitet haben. Details dazu nannten die Münchener aber nicht.

Knorr-Bremse Aufsichtsratschef Klaus Mangold stellt besonders Webers Kenntnisse in den Bereichen „Strategie, Kapitalmarktkommunikation, Controlling sowie M&A“ heraus. Neu-CFO Weber war auch schon M&A-Chef bei Daimlers Venture-Capital-Tochter Techinvest.

Webers Vorgänger Ralph Heuwing wird die Münchener Ende April verlassen. Wo es ihn hinzieht, hat Heuwing noch nicht verkündet. In der Übergangsphase bis zu Webers Amtsantritt im August wird der neue Knorr-Bremse-Chef Bernd Eulitz den Finanzbereich des Unternehmens kommissarisch führen. Die Erstellung und die Präsentation des Jahresabschlusses 2019 liegt aber noch in den Händen von Heuwing, dem CFO des Jahres 2016.

Knorr-Bremse stehen schwierige Monate bevor

Nicht nur die übergangsweise Leitung des Finanzressorts durch einen komplett neuen Vorstandschef hat Tücken – auch das Marktumfeld ist zum Start des neuen CFOs im Sommer kein einfaches. Zum einen kochte erst vor zwei Wochen der Streit zwischen Knorr-Bremse und seiner schwedischen Finanzbeteiligung Haldex erneut hoch. Der schwedische Bremsenproduzent wirft dem MDax-Unternehmen vor, mit seiner 10-Prozent-Beteiligung das Geschäft zu belasten. Knorr-Bremse war 2016 bei den Schweden eingestiegen, um eine Übernahme von Haldex durch ZF zu verhindern. Knorr-Bremse weist die Vorwürfe aus Schweden zurück.

Zum anderen haben sich die Aussichten der Automobil- und LKW-Tranche auch in den ersten Monaten dieses Jahres wieder verschlechtert. Alle Truckhersteller melden stark rückläufige Auftragseingänge, was auch die Absatzchancen ihres Zulieferers Knorr-Bremse schwächt. Das Zuggeschäft – der anderen Kernmarkt des Konzerns – entwickelt sich stabiler, aber wohl nicht dynamisch genug, um die Marktschwäche im LKW-Bereich zu kompensieren. Hinzu kommen wachsende Spannung in den Lieferketten der Autoindustrie durch den Ausbruch des Coronavirus.

Daimler verliert noch einen Finanzmanager

Neben Frank Markus Weber verliert Daimler auch noch einen zweiten wichtigen Finanzmanager, und zwar seinen Investor-Relations-Chef Björn Scheib. Nach mehr als zehn Jahren an der Spitze von Daimlers Investor-Relations-Team will er nun „seine berufliche Weiterentwicklung außerhalb von Daimler fortsetzen“, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt. Scheibs Nachfolger wird Steffen Hoffmann, aktuell noch Leiter Finance & Controlling von Daimler in China.

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Erneute Übernahmegerüchte um Metro https://www.finance-magazin.de/deals/ma/erneute-uebernahmegeruechte-um-metro-40798/ Wed, 04 Mar 2020 09:13:00 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/erneute-uebernahmegeruechte-um-metro-40798/ Mit Sysco klopft der nächste Übernahmeinteressent an die Türen der Metro. Ruhe kehrt bei dem Handelskonzern keine ein.

Der US-Lebensmittellieferant Sysco soll eine Übernahme von Metro prüfen. Aber würden sich die gebeutelten Metro-Aktionäre nach der Kretinsky-Odyssee jetzt mit weniger als 16 Euro je Aktie zufrieden geben?

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Mit Sysco klopft der nächste Übernahmeinteressent an die Türen der Metro. Ruhe kehrt bei dem Handelskonzern keine ein.

Der US-Lebensmittellieferant Sysco soll eine Übernahme von Metro prüfen. Aber würden sich die gebeutelten Metro-Aktionäre nach der Kretinsky-Odyssee jetzt mit weniger als 16 Euro je Aktie zufrieden geben?

Wandert die Metro am M&A-Markt jetzt doch noch in den Warenkorb? Unbestätigten Insideraussagen zufolge soll der US-Lebensmittellieferant Sysco Übernahmegespräche mit dem Düsseldorfer MDax-Konzern begonnen haben, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg gestern berichtete. Die britische Wirtschaftszeitung Financial Times (FT) schrieb, dass die Amerikaner bereits im September auf das Metro-Management um CEO Olaf Koch und CFO Christian Baier zugegangen sein sollen. Dabei habe es sich aber noch nicht um konkrete Verhandlungen gehandelt, zitiert die FT eine mit den Gesprächen vertraute Person.

Sysco ist einer der weltweit größten Lebensmittellieferanten, der von (Schnell-) Restaurants über Krankenhäuser bis hin zu Universitäten eine große Bandbreite von Großabnehmern und Einzelhändlern beliefert. Sysco machte im vergangen Jahr rund 60 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Gegensatz zur Metro betreiben die Amerikaner aber selbst keine Filialen. Eine Übernahme des deutschen Handelskonzerns wäre damit für Sysco eine deutliche Ausweitung der eigenen Wertschöpfungskette. Ein Deal würde den US-Konzern direkt an die Endkunden heran bringen.

Kann Sysco weniger bieten als Kretinsky?

Bisher haben sich weder Sysco noch Metro offiziell zu den Gerüchten geäußert, daher lässt sich über die Eckdaten eines potentielles M&A-Deals nur spekulieren. Das tun auch die Anleger. Unmittelbar nach Erscheinen des Bloomberg-Berichts machte die Metro-Aktie einen Satz von fast 20 Prozent nach oben und erreichte gestern Abend kurzzeitig 12,40 Euro. Im heutigen Vormittagshandel lässt die Euphorie aber schon wieder nach, und das Papier kämpft mit der 12-Euro-Marke.

Es wäre überraschend, wenn Sysco auf diesem Preisniveau wirklich ein Angebot abgeben würde, schließlich haben die Metro-Aktionäre vor noch nicht einmal einem Jahr ein Übernahmeangebot über 16 Euro abgelehnt. Dieses kam von dem tschechischen Investor Daniel Kretinsky, der seitdem fast 30 Prozent der Metro-Aktien hält. 

Und auch auf eine andere Weise hat Kretinskys Vorstoß die Aktionärsstruktur der Metro verändert: Als Reaktion darauf haben die beiden weiteren Metro-Großaktionäre Meridian und Beisheim, hinter denen die Gründernachfahren stehen, ihre Aktienpakete gepoolt und auf über 23 Prozent aufgestockt. Angesichts dieser Ausgangslage erscheint es unwahrscheinlich, dass eine Mehrheit der Metro-Aktionäre ein Angebot von unter 16 Euro annehmen würde – zumal sich das  Management mit dem endlich erfolgten Verkauf der Supermarktkette Real vor wenigen Wochen des größten Belastungsfaktors entledigt hat. 

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Metro

Die Aufspaltung von Metro und Ceconomy ist keine Erfolgsgeschichte. Unruhige Großaktionäre, Übernahmeavancen und eine andauernde Portfoliobereinigung: Der Handelsriese sucht noch nach seiner Zukunft.

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Am frühen Nachmittag erklärte ein Sprecher des Aktionärspools der beiden Anteilseigner Beisheim und Meridian, dass sie „auch nur über die Medien“ von den Spekulationen erfahren hätten und von Sysco bisher nicht wegen einer möglichen Übernahme Metros kontaktiert worden seien. „Es gibt kein Angebot bisher“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Sprecher.

Die Deal-Logik ist umstritten

Die Analystengemeinde ist sich uneins, wie die Übernahmegerüchte zu bewerten sind. Manche haben Zweifel an der strategischen Logik eines möglichen M&A-Deals: So bezeichnet das Analysehaus Jeffries die Übernahmegerüchte als „unpassend“, gestützt auf die Annahme, dass es keine nennenswerten Synergien zwischen Sysco und Metro geben dürfte.

Anders sieht Volker Bosse von der Baader Bank die Situation: Er hält das Heben nennenswerter Synergien durchaus für möglich. Trotzdem steht er zu seinem Anlageurteil „Reduce“. Sein Kursziel: 12 Euro.

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Von Deal zu Deal: Was sich bei dem Handelskonzern alles tut, erfahren Sie auf unsere Themenseite Metro.

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Fortum ist bei Uniper-Deal fast am Ziel https://www.finance-magazin.de/deals/ma/fortum-ist-bei-uniper-deal-fast-am-ziel-40789/ Mon, 02 Mar 2020 13:54:58 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/fortum-ist-bei-uniper-deal-fast-am-ziel-40789/ Fortum bekommt das „Ja“ aus Moskau: Die russische Antimonopolbehörde (FAS) gibt ihr grünes Licht für die Übernahme Unipers.

Fortum ist bei seiner geplanten Übernahme von Uniper noch einen Schritt weiter gekommen: Die russische Antimonopolbehörde gab der Transaktion nun ihr grünes Licht.

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Fortum bekommt das „Ja“ aus Moskau: Die russische Antimonopolbehörde (FAS) gibt ihr grünes Licht für die Übernahme Unipers.

Fortum ist bei seiner geplanten Übernahme von Uniper noch einen Schritt weiter gekommen: Die russische Antimonopolbehörde gab der Transaktion nun ihr grünes Licht.

Fortum nimmt die nächste Hürde: Nun hat auch die russische Antimonopolbehörde (FAS) grünes Licht für den Erwerb weiterer Anteile an dem Düsseldorfer Energieunternehmens Uniper gegeben. Bisher hielt die finnische Fortum 49,99 Prozent an Uniper, hatte sich im Oktober 2019 aber für 2,3 Milliarden Euro weitere 20,5 Prozent der Anteile von den Investoren Elliot und Knight Vinke gesichert, um auf insgesamt über 70 Prozent zu kommen. Im November hatte das russische Gremium zur Überwachung der Auslandsinvestitionen bereits sein grünes Licht gegeben – die nun erfolgte Zusage der Antimonopolbehörde stand aber bislang noch aus.

Fortum verzichtet vorerst auf Unipro

Mit der Entscheidung der FAS unterzeichnete Fortum auch noch ein Addendum zur Übereinkunft zwischen FAS und Fortum vom 4. Juni 2018: Die Finnen verzichten solange darauf, Kontrolle über die Uniper-Tochter Unipro auszuüben, bis Russland sein „Strategisches Investmentgesetz“ geändert hat. Das Gesetz befindet sich aktuell im legislativen Prozess.

Unipro ist die russische Kraftwerksgesellschaft der Düsseldorfer, deren Ausgliederung aus dem Konzern laut Uniper nicht so leicht zu bewerkstelligen sei, da die „Wasseraufbereitung beziehungsweise die Wasserversorgung technisch integriert ist“, wie Uniper-CEO Andreas Schierenbeck noch im Oktober vergangenen Jahres in einem Interview mit der F.A.Z. erklärte.

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Uniper

Kaum verselbstständigt, ist der Energiekonzern Uniper schon ins Zentrum wilder Übernahmemanöver geraten. Management, Hedgefonds und der neue Großaktionär Fortum kämpfen um die Macht.

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Bei der Wasseraufbereitungsanlage handelt es sich für die Russen um ein „strategisches Infrastrukturobjekt“, dass sowohl die Zusage von der Regierungskommission als auch der FAS benötigte. Die jetzt vereinbarte Lösung Fortums nimmt Uniper seine letzte Giftpille in der Übernahme-Odysse.

Uniper bleibt unterkühlt

Das Unternehmen wehrt sich schon seit über zwei Jahren gegen eine Übernahme durch die Finnen. Entsprechend verhalten reagierten die Düsseldorfer auf die Meldung: „Klar ist: Es stehen noch weitere Genehmigungen aus und die heutige Entscheidung hat keine direkte Auswirkung auf Unipers Aktionärsstruktur“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der Nachrichtenagentur Dpa.

Die unterkühlte Reaktion ist wenig überraschend, kostete der Deal Uniper nicht nur seine Selbstständigkeit, sondern auch Zeit, Nerven und Vorstände: Im Laufe des vergangenen Jahres verabschiedeten sich unter anderem auch Unipers ehemaliger CFOChristopher Delbrück und CEO Klaus Schäfer, die beide vehement gegen die Übernahme kämpften. Delbrücks Nachfolge bei Uniper übernahm der E.on-Mann Sascha Bibert.

Bei Fortum selbst steht bald ebenfalls ein Wechsel an der Spitze an: CEO Pekka Lundmark geht zum 1. September zu Nokia. Das habe aber keine Auswirkungen auf die Strategie von Fortum mit Blick auf Uniper, versicherten die Finnen in einer Mitteilung.

An den Märkten wurde die Nachricht mit Freuden aufgenommen: Die Aktie des MDax-Unternehmens legte bis zum Nachmittag um rund 3,5 Prozent auf 27,72 Euro zu und gehört damit bisher zu den Tagesgewinnern in einer vom Coronavirus geprägten Talfahrt an den Märkten.

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Mehr Hintergründe zu der nun zweieinhalb Jahre dauernden Übernahmeodysse bei dem Düsseldorfer Energiekonzern finden Sie auf der FINANCE-Themenseite zu Uniper.

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James von Moltke: Der Kämpfer https://www.finance-magazin.de/business-transformation/james-von-moltke-der-kaempfer-40754/ Thu, 27 Feb 2020 06:12:00 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/james-von-moltke-der-kaempfer-40754/ James von Moltke. Vor sechs Monaten stimmten einige schon den Abgesang auf ihn an. Jetzt ist er unser CFO des Monats.

James von Moltke, unser CFO des Monats, galt vor einem halben Jahr fast schon als gescheitert. Doch zusammen mit der Deutschen Bank ist auch ihm ein erstaunlicher Stimmungswechsel gelungen – plötzlich ist Moltke obenauf.

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James von Moltke. Vor sechs Monaten stimmten einige schon den Abgesang auf ihn an. Jetzt ist er unser CFO des Monats.

James von Moltke, unser CFO des Monats, galt vor einem halben Jahr fast schon als gescheitert. Doch zusammen mit der Deutschen Bank ist auch ihm ein erstaunlicher Stimmungswechsel gelungen – plötzlich ist Moltke obenauf.

Wie sich die Zeiten ändern können: Als die Nachrichtenagentur Bloomberg im Juni 2019 unter Berufung „auf mit der Sache vertraute Personen“ berichtete, dass Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing plane, mit dem eisernen Besen durch den Vorstand zu kehren, schien es kurzzeitig so, als stünde CFOJames von Moltke vor dem Abgang. Ohne nennenswerte Erfolge am Revers hätte er dann wohl als gescheitert gegolten.

Doch anders als Investmentbanking-Chef Garth Richie und Compliance-Chefin Sylvie Matherat behielt Moltke sein Amt. Mehr als das: Ein gutes halbes Jahr später steht er plötzlich neben Sewing als der zentrale Akteur des sich abzeichnenden Turnarounds der blauen Bank da. Seit die Deutsche Bank Mitte August ihr historisches Kurstief von 5,78 Euro je Aktie erreichte, konnte das Papier um 75 Prozent auf rund 10 Euro zulegen. Erst die Sorgen rund um das Coronavirus ließen die Kursgewinne wieder abschmelzen.

Deutsche Bank-Aktie wieder im Aufwind (3-Jahres-Chart)

Moltke bekommt Kreditausfallversicherungen in den Griff

Moltkes Wiederaufstieg vom CFO auf Abruf zum Turnaround-Macher ist eine Mischung aus Glück und Geschick. Glück, weil die Deutsche Bank zum Beispiel von einer Anpassung bei den Kreditausfallversicherungen (CDS) deutscher Banken im Mai 2019 profitierte. Diese korrigierte eine Besonderheit im deutschen Umgang mit CDS und verbesserte den Risikorang aller deutschen Bankanleihen von einen Tag auf den nächsten – mit der Deutschen Bank und der Commerzbank als den größten Gewinnern.

In den Wochen und Monaten danach sank der CDS-Spread der Deutschen Bank in eine Spanne zwischen 60 und 90 Basispunkten. Das war immer noch mehr als bei vielen Konkurrenten, aber nur noch zwei Drittel des Wertes vor der Anpassung. Das änderte auch die Wahrnehmung des Risikograds der Deutschen Bank am Kapitalmarkt.

Dass der Spread inzwischen sogar auf unter 50 Basispunkte gesunken ist, lässt sich hingegen eher auf Geschick zurückführen. Der Turnaround-Plan, den Moltke und Sewing im September präsentierten und in den Monaten danach den Investoren erklärten, hat neues Vertrauen in die Zukunft der Deutschen Bank geweckt. Bester Beleg dafür ist der Einstieg des US-Investors Capital Group vor wenigen Wochen.    

FINANCE-Köpfe

James von Moltke, Deutsche Bank AG

Nach seinem Bachelor-Abschluss an der Universität Oxford beginnt James von Moltke seine Karriere 1992 bei der Investmentbank Credit Suisse First Boston in London. Drei Jahre später und bis 2005 ist er für JP Morgan in New York und Hongkong tätig. Anschließend wechselt er zu Morgan Stanley in New York. In diesen Rollen berät er vor allem Unternehmen aus dem Financial-Services-Bereich.
 
2009 übernimmt von Moltke die Leitung der Corporate M&A Abteilung bei der Citigroup und drei Jahre später die Verantwortung für die weltweite Finanzplanung der US-Bank. 2015 wird er zum Treasury-Chef der Citigroup befördert. Im Frühjahr 2017 verkündet von Moltke seinen Wechsel zur Deutschen Bank, wo er seit Juli des gleichen Jahres Konzern-CFO ist.

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Von Moltkes Doppelschlag im Februar

Die Kalifornier drangen direkt in den Kreis der fünf größten Aktionäre der Deutschen Bank vor und könnten in Zukunft ein Gegengewicht zu den als aktivistischen Aktionären bekannten Hedgefonds Cerberus und Hudson sowie den beiden Investmentvehikeln aus Katar bilden. „Wir freuen uns über alle Aktionäre, besonders über solche, die eine Erfahrung und Glaubwürdigkeit wie Capital mitbringen“, teilte die Bank mit.

Die wesentlich verbesserte Situation der Bank nutzte der 50-jährige Finanzvorstand, um die Refinanzierung wetterfester zu machen: Er platzierte die erste Nachranganleihe der Deutschen Bank seit November 2014 und hatte keinerlei Probleme, Käufer für die Transaktion zu finden. Obwohl diese Art von Anleihen für Investoren riskant ist, war das Papier zehnfach überzeichnet.

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CFO des Monats

Ausgezeichnete Leistungen, mutige Entscheidungen, besonderer Spürsinn: Zwölfmal im Jahr kürt die FINANCE-Redaktion ihren CFO des Monats.

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Mit der 1,25 Milliarden US-Dollar (rund 1,15 Milliarden Euro) schweren Anleihe stärkt die Deutsche Bank nicht nur ihre Kapitalbasis. Sie hilft auch dabei, die angepeilte Verschuldungsquote von 4,5 Prozent bis Ende 2020 zu erreichen. Und sie verleiht Rückenwind für die weiteren anstehenden Aufgaben in Moltkes Finanzbereichs: Insgesamt will die Bank alleine bis Jahresende neue Anleihen im Umfang von 15 bis 20 Milliarden Euro emittieren und gleichzeitig 32 Milliarden Euro tilgen.

Aber endgültig über den Berg ist die Bank – und damit auch von Moltke – noch nicht: Der Konzernumbau ist in vollem Gang, und die vergangene Präsentation der Jahreszahlen 2019 kann so und so gelesen werden. Die Deutsche Bank ist eine Glaubensfrage. Aber sie ist kein hoffnungsloser Fall mehr.

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Mehr Infos zur Vita des Deutsche-Bank-CFOs bietet das FINANCE-Köpfe-Profil von James von Moltke. Eine Übersicht über alle bisherigen CFOs des Monats gibt es auf der dazu gehörigen FINANCE-Themenseite CFO des Monats.

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Volkswagen verliert CFO Frank Witter https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-wechsel/volkswagen-verliert-cfo-frank-witter-40738/ Thu, 20 Feb 2020 13:21:01 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/volkswagen-verliert-cfo-frank-witter-40738/ Frank Witter plant seinen Abschied bei Volkswagen.

Finanzchef Frank Witter verlässt Volkswagen im Sommer 2021. Das Urgestein bohrte bei dem Dax-Riesen die ganz dicken Bretter.

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Frank Witter plant seinen Abschied bei Volkswagen.

Finanzchef Frank Witter verlässt Volkswagen im Sommer 2021. Das Urgestein bohrte bei dem Dax-Riesen die ganz dicken Bretter.

Frank Witter steigt aus: Der CFO des VW-Konzerns will den Dax-Konzern im Sommer 2021 verlassen, wie FINANCE aus Unternehmenskreisen erfahren hat. Demnach plant das VW-Urgestein und Eigengewächs seinen im Herbst dieses Jahres auslaufenden Vertrag lediglich um neun Monate zu verlängern. Zuerst berichtete das „Manager Magazin“ über die Personalie.

Sein Schlusspunkt bei den Wolfsburgern soll dann mit 62 Jahren der Jahresabschluss 2020 werden, bevor er an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin übergibt. Er geht aus persönlichen Gründen, wie heißt: Unter anderem wolle er sich mehr um die Familie kümmern, wie er in der Vergangenheit bereits mehrmals äußerte. Der Konzern selbst teilte offiziell lediglich mit, dass „über die individuellen Vertragsangelegenheiten einzelner Vorstandsmitglieder keine Angaben gemacht werden“.

Witter blickt auf knapp 30 Jahre VW zurück

Witter hat fast sein gesamtes Berufsleben bei dem Wolfsburger Autobauer verbracht. Bevor er seine Karriere bei Volkswagen begann, absolvierte er eine Ausbildung zum Sparkassenkaufmann und ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hannover. 1992 kam schließlich der Einstieg bei VW als Abteilungsleiter Kapitalmarktgeschäfte im Konzern-Treasury.

Nach einem kurzem Intermezzo als Corporate Treasurer der Schweizer Fluggesellschaft SAirgroup wird er im Jahr 2002 zum ersten Mal CFO innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Es folgen CFO-Stationen in den USA und Kanada, schließlich wird er Nordamerika-Chef von Volkswagen Financial Services, wo er ab September 2008 auch zum Vorstandsvorsitzender befördert wurde.

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Frank Witter, Volkswagen AG

1992 startet Frank Witter nach seinem Studium seine Karriere bei Volkswagen und leitet dort bis 1998 die Abteilung Kapitalmarktgeschäfte im Konzern-Treasury. Anschließend ist Witter als Treasurer bei Volkswagen of America, Volkswagen Canada, VW Credit und deren Tochtergesellschaften in Michigan, USA, tätig. Nach einer kurzen Zwischenstation als Corporate Treasurer bei der Schweizer Fluggesellschaft SAirGroup, wird Witter 2002 CFO von Volkswagen of America, Volkswagen Canada, VW Credit und deren Tochtergesellschaften. Von 2005 an hat er die Funktion des CEO und CFO in Personalunion für Volkswagen of America und Volkswagen Canada inne. Von Juli 2006 bis September 2007 verantwortet er als Generalbevollmächtigter in der Konzernleitung die Region Nordamerika.

Von Oktober 2007 bis Mitte September 2008 ist Frank Witter President und Finanzchef von VW Credit und Regionalverantwortlicher für die amerikanischen Märkte von Volkswagen Financial Services(VWFS), der Finanztochter des Volkswagen-Konzerns. Ab September 2008 ist Witter Vorstandsvorsitzender von VWFS. Im Oktober 2015 wird er der Nachfolger von Hans Dieter Pötsch als Volkswagen-CFO.

Im Februar 2020 wird bekannt, dass Witter seinen Vertrag nur bis in den Sommer 2021 verlängern und sich danach „aus persönlichen Gründen“ zurückziehen wird.

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Witter musste sich in der Krise beweisen

Witter wurde im Oktober 2015 oberster Finanzleiter bei dem Dax-Giganten, als er auf den damaligen CFO und jetzigen Aufsichtsratschef Dieter Pötsch nachfolgte. Direkt zu seinem Einstieg musste sich Witter beweisen – und lieferte ab: In seinen letzten Amtshandlungen kassierte Pötsch die Gewinnziele VWs und bildete Rückstellungen in Milliardenhöhe, um den Autokonzern durch den Abgasskandal zu manövrieren. Witter organisierte innerhalb kurzer Zeit einen Brückenkredit von rund 20 Milliarden Euro mit einem Konsortium aus insgesamt 13 Banken, um sich ein finanzielles Polster zu verschaffen und unabhängiger vom Kapitalmarkt zu werden, wo das Investorenvertrauen erschüttert war.

Dem Rekord-Brückenkredit folgte knapp drei Jahre später im November 2018 der Rekordauftritt am Bondmarkt: Witters Finanzteam platzierte in drei parallelen Emissionen Anleihen im Wert von insgesamt 12,5 Milliarden Euro in Europa, den USA und Kanada. Dabei handelte es sich auch um VWs ersten Auftritt am US-Kapitalmarkt nach Bekanntwerden des Dieselskandals.

Witter übergibt ein Unternehmen im Umbruch

In den vergangenen Jahren und Monaten steckte VW tief im Umbruch – und Witter mitten drin: Der schwierige Börsengang der LKW-Tochter Traton, die komplexe CFO-Rochade zwischen der Marke VW und Audi und die jüngsten M&A-Deals um Traton und dem Großgetriebehersteller Renk machen deutlich, wie sehr VW aktuell mit sich selbst beschäftigt ist. Auch droht immer wieder Ärger durch Klagen wegen des Abgasskandals.

Witter wird all diese Projekte noch über ein Jahr lang begleiten und seiner Nachfolge ein in vielen Teilen gänzlich anderes Unternehmen überlassen, als er es selbst vorfand. Der krönende Abschluss seiner sechs Jahre an der Finanzspitze der Wolfsburger könnte die Finanzierung der Elektromobilität sein: VW will in den kommenden viereinhalb Jahren rund 33 Milliarden Euro in die Einführung der E-Mobilität stecken – und Witter hat gezeigt, dass er die ganz großen Finanzierungen beherrscht.

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Mehr zur Vita des Volkswagen Finanzchefs Frank Witter erfahren Sie auf seinem FINANCE-Köpfe-Profil.

Sie wollen wissen, welcher Finanzchef wohin wechselt? Bleiben Sie auf dem Laufenden mit der FINANCE-Themenseite CFO-Wechsel und der FINANCE-Datenbank für CFO-Wechsel.

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EIB hilft Commerzbank bei Kreditvergabe https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/deutschland/eib-hilft-commerzbank-bei-kreditvergabe-40736/ Thu, 20 Feb 2020 09:58:54 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/eib-hilft-commerzbank-bei-kreditvergabe-40736/ Die Commerzbank weitet ihr Kreditbuch aus und stellt innovativen Mittelständlern mit Hilfe der EIB zusätzliche 400 Millionen Euro zur Verfügung.

Durch eine Portfolioabsicherung ermöglicht die EIB der Commerzbank eine Ausweitung ihres Kreditbuchs um 400 Millionen Euro. Das Geld soll an innovative Mittelständler fließen.

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Die Commerzbank weitet ihr Kreditbuch aus und stellt innovativen Mittelständlern mit Hilfe der EIB zusätzliche 400 Millionen Euro zur Verfügung.

Durch eine Portfolioabsicherung ermöglicht die EIB der Commerzbank eine Ausweitung ihres Kreditbuchs um 400 Millionen Euro. Das Geld soll an innovative Mittelständler fließen.

Die Commerzbank bekommt Schützenhilfe bei der Finanzierung des Mittelstands: Die Europäische Investitionsbank (EIB) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) besichern die 100 Millionen Euro schwere Mezzanine-Tranche eines 1,5 Milliarden Euro schweren Portfolios aus Mittelstandskrediten. Dieser Deal setzt bei der Commerzbank aufsichtsrechtliches Kapital in einer Höhe frei, die es der Bank ermöglicht, weitere Mittelstandskredite über 400 Millionen Euro zu vergeben.

Diese 400 Millionen Euro sollen Projekte mit einem maximalen Finanzierungsvolumen von 25 Millionen Euro abdecken, von denen die Commerzbank höchstens die Hälfte selbst finanzieren würde. Sowohl die neu vergebenen als auch die bereits bestehenden Kredite werden nach Angaben der Bank auf den Büchern der Commerzbank verbleiben.

Commerzbank nutzt den „Juncker-Plan“

Konkret stellt sich das Absicherungskonstrukt so dar: Die EIB wird „im Rahmen einer synthetischen Verbriefung mit der Commerzbank das Mezzanine-Risiko übernehmen“. Der EIF hingegen stellt der Commerzbank eine Garantie für bestehende KMU- und Midcap-Kredite aus, die die EIB wiederum über eine Rückgarantie abdeckt.

Die dadurch mobilisierten neuen Millionen darf die Commerzbank allerdings nicht völlig frei vergeben: Adressaten der zusätzlichen Millionen müssen „innovative mittelständische Unternehmen in Deutschland“ sein. Dabei handelt es sich nach den Kriterien der EIB um Unternehmen mit weniger als 300 Mitarbeitern prinzipiell aller Branchen, die Produkt- oder Prozessinnovationen auf den Markt bringen. Ausgenommen sind lediglich einige spezielle Subbranchen wie zum Beispiel Glücksspiel und Rüstung, wie ein Commerzbank-Sprecher auf FINANCE-Anfrage mitteilte.

Die Unterstützung durch die europäischen Förderbanken steht im Zeichen des sogenannten „Juncker-Plans“, dessen Ziel es ist, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu stärken. Der Plan, der ursprünglich Investitionsprogramme in Höhe von 315 Milliarden Euro mobilisieren sollte und von Januar 2015 bis Dezember 2017 lief, wurde im Juli 2018 auf 500 Milliarden Euro aufgestockt und läuft noch bis Ende dieses Jahres.

Weniger Innovation im deutschen Mittelstand?

Die frischen Innovationsmillionen kann der Mittelstand gut gebrauchen: Erst gestern veröffentlichte die deutsche Förderbank KfW ihren Innovationsbericht Mittelstand 2019, in dem die Bank mit nur 19 Prozent die niedrigste Innovatorenquote seit Beginn ihrer Aufzeichnung vor rund 15 Jahren feststellte. Diese misst den Anteil der Mittelständler, die als innovativ gelten.

Allerdings ist nicht alles schlecht in deutschen Mittelstand: Während der Anteil innovativer Mittelständler auf ein Rekordtief sank, nahmen die aggregierten Innovationsausgaben auf 34,4 Milliarden Euro zu. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2015, als 36,7 Milliarden Euro investiert wurden.

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Rödl & Partner eröffnet Büro in Dänemark https://www.finance-magazin.de/banking-berater/wirtschaftspruefer/roedl-partner-eroeffnet-buero-in-daenemark-40675/ Fri, 14 Feb 2020 06:10:00 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/roedl-partner-eroeffnet-buero-in-daenemark-40675/ Rödl & Partner übernimmt die dänische Kanzlei Henckel & Witt in Kopenhagen.

Rödl & Partner eröffnet einen eigenen neuen Standort in Dänemark. Die Nummer 6 der WP- und Beratungshäuser verfolgt damit ihre in der Branche unübliche Expansionsstrategie weiter.

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Rödl & Partner übernimmt die dänische Kanzlei Henckel & Witt in Kopenhagen.

Rödl & Partner eröffnet einen eigenen neuen Standort in Dänemark. Die Nummer 6 der WP- und Beratungshäuser verfolgt damit ihre in der Branche unübliche Expansionsstrategie weiter.

Das WP- und Beratungshaus Rödl & Partner baut seine Präsenz in Skandinavien aus: Die Nürnberger Next-Ten-Gesellschaft übernimmt die in Kopenhagen ansässige Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei Henckel & Witt. Die Kanzlei läuft damit ab sofort unter dem Namen Rödl & Partner Danmark A/S und übernimmt die Wirtschaftsprüfung, das Rechnungswesen sowie die Unternehmens- und Steuerberatung für Rödl & Partner-Mandanten in Dänemark. Die beiden Gesellschafter Claus Witt und Gitte Henckel werden zu Managing Partnern bei Rödl & Partner.

Rödl & Partner erweitert Angebot in Dänemark

In Dänemark hatte die Gesellschaft bisher noch kein eigenes Büro, kooperiert aber schon seit 2017 mit der Anwaltskanzlei Lead Rödl & Partner. Durch diese Zusammenarbeit, die auch weiterhin bestehen soll, sowie die Übernahme von Henckel & Witt kann Rödl & Partner nun das gesamte Angebotsportfolio von Wirtschaftsprüfung, Rechnungslegung, Unternehmens-, Steuer- und Rechtsberatung sowie Buchhaltung anbieten.

Für das Next-Ten-Haus ist die Übernahme von Henckel & Witt „eine lang ersehnte Erweiterung unseres Geschäfts in der baltischen Region“, erklärt Jens Pastille, Managing Director bei Rödl & Partner für das Baltikum und die Nordischen Staaten. Rödl & Partner ist bereits seit 1993 in den nordischen Staaten präsent. Damit wächst die Zahl der internationalen Niederlassungen nach eigenen Angaben auf insgesamt 111 in mehr als 50 Ländern.

Rödl & Partner glaubt nicht an Netzwerke

Mit der Strategie, Auslandstandorte zu unterhalten und auf diese Art auch anorganisch zu wachsen, ist Rödl & Partner unter den WP- und Beratungshäusern eine Ausnahme. Die sechstgrößte Prüfungs- und Beratungsgesellschaft in Deutschland setzt auf eigene Töchter, um die Kunden – meist deutsche Familienunternehmen und Mittelständler, die im Ausland Töchter unterhalten – international zu betreuen. Somit fließen die Einnahmen auch direkt in die Unternehmensumsätze.

Die Konkurrenten hingegen decken ihr Auslandsgeschäft meist über große Netzwerke ab. Das hat den Vorteil, dass nicht erst mühevoll und kostspielig eigene Büros aufgebaut werden müssen, man aber trotzdem mit Spezialisten weltweit zusammenarbeiten kann. Dafür ist der Durchgriff auf die Partnerunternehmen nicht immer so gut, wie gewünscht.

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Schneider Electric bewertet RIB Software mit 1,4 Milliarden Euro https://www.finance-magazin.de/deals/ma/schneider-electric-bewertet-rib-software-mit-14-milliarden-euro-40679/ Thu, 13 Feb 2020 10:03:40 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/schneider-electric-bewertet-rib-software-mit-14-milliarden-euro-40679/ Der französische Elektrotechnikkonzern Schneider Electric will den schwäbischen Bausoftwareentwickler RIB Software übernehmen - und bewertet die Stuttgarter mit 1,4 Milliarden Euro.

Schneider Electric will das schwäbische Softwarehaus RIB Software und bewertet es mit rund 1,4 Milliarden Euro und einem Multiple von 23,5x. Die Franzosen wollen so von der Digitalisierung in der Baubranche profitieren.

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Der französische Elektrotechnikkonzern Schneider Electric will den schwäbischen Bausoftwareentwickler RIB Software übernehmen - und bewertet die Stuttgarter mit 1,4 Milliarden Euro.

Schneider Electric will das schwäbische Softwarehaus RIB Software und bewertet es mit rund 1,4 Milliarden Euro und einem Multiple von 23,5x. Die Franzosen wollen so von der Digitalisierung in der Baubranche profitieren.

Mega-M&A-Deal in der Baubranche: Der Elektrotechnikkonzern Schneider Electric kündigte heute Morgen ein Übernahmeangebot für den schwäbischen Bausoftwareentwickler RIB Software an. Das Unternehmen aus dem Département Hauts-de-Seine im Westen von Paris bietet den RIB-Aktionären 29 Euro pro Aktie in bar. Damit schlagen die Franzosen eine Prämie von rund 41 Prozent auf den letzten Schlusskurs und 37 Prozent auf den volumengewichteten Dreimonats-Durchschnittskurs vor Ankündigung.

Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus eine Aktie. Ein Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrag sei nicht beabsichtigt. Aktuell hat sich Schneider Electric bereits 16 Prozent der Anteile an RIB gesichert, da sich CFO Michael Sauer, CEO Tom Wolf und andere Familienaktionäre unwiderruflich verpflichtet hätten, die Hälfte ihrer Aktien anzudienen. Auch die RIB selbst habe sich verpflichtet, ihre eigenen gehaltenen Aktien zu verkaufen. Mit der Ankündigung machte das Papier den erwarteten Sprung nach oben und notiert aktuell bei über 29 Euro.

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30.01.2020

FINANCE-Multiples 01/2020: Telekom ist nicht mehr in

Aggressiver Preisdruck, ein extremer Wettbewerb und anstehende 5G-Investitionen drücken die Multiples in der Telekombranche. Doch es gibt eine Ausnahme.

Nicht nur der Aufschlag ist sportlich, auch der Zeitplan bis zum Abschluss des Deals ist zielstrebig: Von März bis April sollen die Aktionäre ihre Papiere Schneider anbieten können, das Closing des Deals soll bereits zum Ende des zweiten Quartals 2020 erreicht werden. Danach soll RIB vollständig in Schneider Electric konsolidiert werden. Einen Abschluss im zweiten Quartal hält etwa ein von der Dpa zitierte Analyst für „etwas optimistisch“, alleine die Prüfungen der Übernahme in den USA dürften einige Monate dauern. RIB ist mit mehreren Töchtern in Nordamerika vertreten.

RIB Software wächst und wächst – und kostet

Schneider Electric bewertet die de facto nettofinanzschuldenfreie RIB mit dem Übernahmeangebot insgesamt auf rund 1,4 Milliarden Euro (Equity Value, entspricht damit faktisch dem Enterprise Value). Bei RIBs erwarteten Umsatz für 2020 von 270 bis 310 Millionen Euro ergibt sich ein Umsatz-Multiple im Mittel von rund 4,9x. Für das Ebitda (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) prognostiziert Schneider zwischen 57 bis 65 Millionen Euro, woraus sich im Mittel ein Ebitda-Multiple von rund 23,5x ergebe.

Schneider Electric digitalisiert die Bauindustrie

Die Franzosen legen für den schwäbischen SDax-Konzern viel Geld auf den Tisch, allerdings versprechen sie sich auch einiges. Mit dem Deal planen die Franzosen, ihren Zugriff auf die Wertschöpfungskette in der Baubranche zu erweitern: RIB entwickelt Software für die Planung, Kalkulation und Echtzeit-Bauüberwachung. Dabei sticht besonders RIBs Position im Bereich des sogenannten Building Information Modelling heraus, dass Prozesse in der Bauindustrie nach Unternehmensangaben effizienter und kostengünstiger mache.

Dahinter verbirgt sich eine Big Data-Methode der vernetzten Planung, der Konstruktion und der Bewirtschaftung von Gebäuden. Damit würden die Franzosen den Bau, die Bewirtschaftung und Instandhaltung von Gebäuden besetzen. Lediglich beim Design von Gebäuden steht noch eine Lücke, für die die Kooperation mit anderen Wettbewerbern nötig  sei. Die Baubranche hinkt beim Einsatz digitaler Technologie weit hinterher, meint Schneider Electric. Dort sei also noch viel Luft nach oben.

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RIB-CEO und -CFO bleiben vorerst an Bord

Schneider Electric macht den Deal aber auch für die RIB-Aktionäre schmackhaft: RIB erhalte einen „strategischen Ankeraktionär, um seine Expansion zu beschleunigen“ sowie „Zugang zu eine breiten internationalen Vertriebsnetzwerk“ und „fundiertes Wissen im Bereich Gebäudeeffizienz und Nachhaltigkeit“.

Für die beiden RIB-Chefs, CFO Michael Sauer und CEO Tom Wolf, ändert sich vorerst wenig: Beide sollen „auf Wunsch von Schneider Electric“ insgesamt 9 Prozent ihrer Anteile behalten, „um ihr weitergehendes Engagement zu unterstreichen und Kontinuität zu gewährleisten“, wie es in der Unternehmensmitteilung heißt. Sie sollen ihre Aufgaben bis zum Ende der bis 2022 laufenden Verträge weiterhin wahrnehmen.

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Konzernumbau bei ThyssenKrupp trifft Stahlmanager Desai https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-wechsel/konzernumbau-bei-thyssenkrupp-trifft-stahlmanager-desai-40673/ Wed, 12 Feb 2020 14:07:32 +0000 https://stage01.finance-magazin.de/allgemein/konzernumbau-bei-thyssenkrupp-trifft-stahlmanager-desai-40673/ Nach Uneinigkeiten über die zukünftige Ausrichtung der Stahlsparte zieht Premal Desai (links) nach rund 14 Jahren Thyssenkrupp seinen Hut. Für ihn übernimmt Carsten Evers (rechts) die Position des Finanzvorstandes.

ThyssenKrupp findet keine Ruhe: Nach Streitigkeiten über die zukünftige Ausrichtung der Stahlsparte nimmt der bisherige CEO und CFO Premal Desai seinen Hut. CFO Carsten Evers und CEO Bernhard Osburg müssen sich als Nachfolger mit einer unsicheren Konzernzukunft arrangieren.

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Nach Uneinigkeiten über die zukünftige Ausrichtung der Stahlsparte zieht Premal Desai (links) nach rund 14 Jahren Thyssenkrupp seinen Hut. Für ihn übernimmt Carsten Evers (rechts) die Position des Finanzvorstandes.

ThyssenKrupp findet keine Ruhe: Nach Streitigkeiten über die zukünftige Ausrichtung der Stahlsparte nimmt der bisherige CEO und CFO Premal Desai seinen Hut. CFO Carsten Evers und CEO Bernhard Osburg müssen sich als Nachfolger mit einer unsicheren Konzernzukunft arrangieren.

CFO-Wechsel bei der Stahlsparte von ThyssenKrupp: Der bisher als Vorstandssprecher und Finanzvorstand in Personalunion agierende Premal Desai wird zum 29. Februar seine Ämter bei dem unter Druck stehenden Stahlhersteller niederlegen, wie das Unternehmen mitteilt. Neuer Finanzvorstand wird Carsten Evers, der aktuell noch CFO bei der ThyssenKrupp-Sparte Automotive Technology ist. Der derzeitige Vertriebschef der Stahlsparte, Bernhard Osburg, wird neuer Sprecher des Vorstandes. Die Personalwechsel benötigen noch die Zustimmung des Aufsichtsrates der ThyssenKrupp Steel.

Desai wirft nach acht Monaten das Handtuch

Damit endet die Amtszeit als Stahlchef des ThyssenKrupp-Veteranen Desai nach nur acht Monaten. Grund für die Trennung sind dem Unternehmen zufolge „unterschiedliche Vorstellungen über die Ausrichtung des Stahlgeschäfts“. Zu den genaueren Gründen schweigt sich das Unternehmen aus. Das „Handelsblatt“ berichtet, dass Desai in den kommenden fünf Jahren rund 800 Millionen Euro in den Anlagenpark investieren wollte und zudem weniger Mitarbeiter entlassen wollte als von der Konzernführung gefordert. Bei den notorisch Cash-klammen Essenern mit einer Eigenkapitalquote von nur noch rund 6 Prozent  stehen die Kosten derzeit extrem im Fokus.
 
Desai, der seit rund 14 Jahren für die Essener tätig war, übernahm im Juni 2019 für den glücklosen Andreas Goss: Unter dessen Führung scheiterte der ThyssenKrupp-Tata-Deal am Veto der Europäischen Kommission. Daraufhin legte Goss sein Amt nach fünf Jahren nieder.

Evers kommt von ThyssenKrupp Automotive Technology

In der neuen Aufstellung werden CEO- und CFO-Aufgaben auf zwei Personen verteilt: Der neue Finanzvorstand Carsten Evers kommt vom Geschäftsbereich ThyssenKrupp Automotive Technology (vormals Components Technology). Dieser machte laut Geschäftsbericht 2018/19 mit 6,9 Milliarden Euro nur den viertgrößten Umsatzteil des Essener Industriekonzerns aus. Blickt man allerdings auf den bereinigten Umsatz vor Steuern und Zinsen (bereinigtes Ebit) zählt Automotive mit 233 Millionen Euro hinter der zum Verkauf stehenden Aufzugssparte zu den Ertragsperlen der Industrieikone.

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Kone-CEO Ehrnrooth geht einen Schritt auf ThyssenKrupp zu: Der Chef des finnischen Aufzugsherstellers bietet dem Essener Konzern eine vollständige Fusion Kones mit der Aufzugssparte ThyssenKrupps an.

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Damit wechselt der 55-jährige Evers von der kleineren, aber profitableren Automotive-Sparte zur größeren, aber weniger profitablen Stahlsparte. Diese ist mit einem Umsatz von 9,1 Milliarden Euro gemessen an der Umsatzgröße die Nummer Zwei im Konzern. Das bereinigte Ebit der Stahlsparte liegt allerdings nur bei 31 Millionen Euro. Gleichzeitig heißt es, dass ThyssenKrupp-Chefin Martina Merz die Stahlsparte zum Kern der zukünftigen ThyssenKrupp-Holding auserkoren habe.

Wird der Aufzugsdeal zur Hängepartie?

Wie hoch die Investitionen in die Stahlsparte in den kommenden Jahren ausfallen, dürfte auch entscheidend von einem laufenden M&A-Projekt abhängen: Nachdem erst vor wenigen Tagen der finnische Kone-Konzern mit einem 17 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot sein Interesse an der Elevator-Sparte eindeutig signalisiert hat, ist das Unternehmen nun offenbar in der engeren Auswahl um den Zuschlag, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf konzernnahe Kreise berichtet. Als Alternative zum Verkauf der ertragreichen Aufzugssparte gilt ein Börsengang.

Der Schweizer Schindler-Konzern, ein Kone-Wettbewerber, reagierte mit einer deutlichen Kampfansage und stellte kartellrechtliche Klagen in Aussicht, falls Kone den Zuschlag erhalten sollte.

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Info

Update am 13.02.2020, 10.10 Uhr

ThyssenKrupp veröffentliche am Donnerstagmorgen die Zahlen für das erste Quartal 2019/2020. Vor allem die Entwicklung der Stahlsparte macht dem Konzern weiterhin zu schaffen: Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum büßte Steel Europe 13 Prozent an Umsatz ein und steuerte nur noch rund 1,9 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz bei. Der Auftragseingang lag im 1. Quartal mit 2,1 Milliarden Euro knapp 10 Prozent unter Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), der vor einem Jahr mit 34 Millionen Euro noch positiv war, hat sich zu einem Verlust von 166 Millionen Euro gewandelt. 

Die zum Verkauf stehende Aufzugssparte entwickelte sich deutlich besser, der Umsatz legte im 1. Quartal um 6 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro zu, der Auftragseingang stieg um 4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro und das Ebit verbesserte sich ebenfalls um 4 Prozent auf 207 Millionen Euro.

ThyssenKrupp als Ganzes rutschte in diesem ersten Quartal tief in die roten Zahlen: Nach einem Gewinn 181 Millionen Euro ist nun ein Verlust von 115 Millionen Euro angefallen. Der Umsatz lag mit 9,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Mehr zur Krise beim Essener Industriekonzern erfahren Sie unserer Themenseite zu ThyssenKrupp.

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