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PNE verlängert Vertrag von CFO Jörg Klowat nicht

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Jörg Klowat ist seit zwölf Jahren CFO beim Windparkprojektierer PNE. Im März 2024 wird sein Posten frei. Foto: PNE AG
Jörg Klowat ist seit zwölf Jahren CFO beim Windparkprojektierer PNE. Im März 2024 wird sein Posten frei. Foto: PNE AG

Ende März 2024 endet die mittlerweile zwölfjährige Amtszeit des derzeitigen PNE-CFOs Jörg Klowat. Das gab das Unternehmen nach dem Bericht der ernüchternden Halbjahreszahlen bekannt. Der Aufsichtsrat und Klowat sollen sich im beiderseitigen Einvernehmen auf das Ende seiner Amtszeit verständigt haben.

Klowat brachte das Unternehmen zuletzt durch bewegte Zeiten: In den vergangenen Jahren gab es immer wieder ein Auf und Ab mit PNEs größter Einzelaktionärin Morgan Stanley. Zwischen der Investmentbank, dem mit aktuell knapp 12 Prozent beteiligten aktivistischen Investor AOC, dem Investor Enkraft, der zurzeit einen Anteil von 5 Prozent hält, und dem Management herrschten regelmäßige Machtkämpfe.

Darüber hinaus begleitete der Finanzchef das Unternehmen bei der strategischen Neuausrichtung hin zu einem Anbieter für saubere Energie sowie bei der Aufnahme in den TecDax im Juli.

Ende der 24-jährigen PNE-Ära für CFO Klowat

Der CFO ist ein echtes PNE-Eigengewächs: Er war seit 1999 in der Finanzabteilung des Windparkentwicklers tätig, seit April 2011 agiert er als Finanzvorstand. Nach dem Ende seiner offiziellen Amtszeit will er dem Unternehmen noch einige Monate zur Verfügung stehen um laufende Projekte zu Ende zu führen, heißt es in der Pressemitteilung. Nach eigenen Angaben will sich Klowat auf eigenen Wunsch beruflich verändern.

Wer im kommenden Jahr auf den noch amtierenden CFO folgen soll, ist bislang noch nicht bekannt. Der Nachfolgeprozess ist Unternehmensangaben zufolge eingeleitet.

Ernüchternder Halbjahresbericht von PNE

Klowats Nachfolger auf dem CFO-Posten wird gleich Hand anlegen müssen: Im ersten Halbjahr 2023 ist PNE wegen außergewöhnlich hoher Zinsaufwendung in die Verlustzone gerutscht. Das Periodenergebnis rutschte mit 14,1 Millionen Euro ins Minus, nach einem Plus von 10,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2022. Darüber hinaus sind auch beim Windparkentwickler die hohen Strompreise und ein hohes Windangebot herausfordernd.

Dennoch sei der Ausbau der drei Geschäftssegmente Projektentwicklung, Stromerzeugung und Service trotz des starken Anstiegs der Materialpreise und verlängerter Lieferketten gut im Plan, sodass die Projektpipeline sogar ein Rekordniveau erreicht habe, so CEO Markus Lesser. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um knapp 10 Prozent auf 57 Millionen Euro. Das Ebitda-Ergebnis liegt mit 18,1 Millionen Euro nur leicht über dem Vorjahr (2022: 17,5 Millionen Euro).

PNE führt Transformation fort

Darüber hinaus muss PNE nicht nur daran arbeiten, wieder aus der Verlustzone herauszukommen. Der Windparkentwickler befindet sich zurzeit außerdem in der Transformation. Ein Baustein ist dabei die Gründung eines Joint Ventures mit der schwedischen Eolus-Gruppe für die Entwicklung des Offshore-Windparks Kurzéme in Lettland, die PNE Anfang des Jahres bekanntgegeben hatte. Der Windpark soll noch vor 2030 in Betrieb genommen werden und eine Leistung von rund 1.000 Megawatt haben.

Neben fünf verkauften Photovoltaik-Projekten in Rumänien an Total Energies oder die Genehmigung für drei weitere Windparks an Land verkündete PNE erst im Juli neue, zukunftsweisende Strategien: Mit dem Hamburger Handelsunternehmen S.E.T. Select Energy ist die gemeinsame Herstellung und Vermarkung von E-Fuels aus grünem Wasserstoff in Südafrika geplant. Darüber hinaus investiert der Windparkprojektierer seit Kurzem in KI-gestützte Technologie, um den Wert von Windenergieanlagen zu steigern.

Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.