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DZ Bank bekommt neue Kapitalmarkt- und Treasury-Chefin 

Im September wechselt Souad Benkredda zur DZ Bank. Foto: DZ Bank
Im September wechselt Souad Benkredda zur DZ Bank. Foto: DZ Bank

Banker-Wechsel im DZ-Bank-Vorstand: Souad Benkredda löst Wolfgang Köhler, Vorstand für das Kapitalmarktgeschäft und Konzern-Treasury der Genossenschaftsbank, ab. Der 62-Jährige wird die Bank Ende dieses Jahres verlassen.  

Köhler war seit über 40 Jahren in der genossenschaftlichen FinanzGruppe tätig und hatte dort verschiedene Positionen inne, zum Beispiel als Bereichsleiter Treasury oder Sprecher der Geschäftsleitung. 2007 rückte er in den Vorstand auf und leitete seitdem das Kapitalmarktgeschäft und Treasury. Nun wird er in den Ruhestand gehen.   

„Wolfgang Köhler hat sein ganzes berufliches Leben in den Dienst der genossenschaftlichen FinanzGruppe gestellt. Er verkörpert beispielhaft das Selbstverständnis unserer Organisation“, kommentiert Henning Deneke-Jöhrens, Vorsitzender des Aufsichtsrates der DZ Bank, seinen Weggang. „In seinen verschiedenen Funktionen hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass die DZ Bank heute als Zentralbank ein leistungsfähiger Partner der Genossenschaftsbanken ist und sich im internationalen Kapitalmarktgeschäft eine hervorragende Marktstellung erarbeitet hat. Wir sind ihm für diese Leistung über viele Jahrzehnte hinweg sehr dankbar.“  

Souad Benkredda kommt von der Standard Chartered 

Seine Nachfolgerin Souad Benkredda beginnt ab September bei der DZ Bank. Mit ihr habe die Genossenschaftsbank eine „sehr erfahrene Bankmanagerin gewinnen können, die über eine große Expertise im internationalen Kapitalmarktgeschäft verfügt“, so Deneke-Jöhrens. Mit ihrer 20-jährigen Expertise in verschiedenen Märkten soll sie das Kapitalmarktgeschäft der Bank ergänzen. Damit wächst der Vorstand auf acht Mitglieder, davon zwei Frauen. Ulrike Brouzi wechselte 2018 als CFO zur DZ Bank, davor war sie bei der NordLB.  

Die erfahrene Bankerin Benkredda arbeitet derzeit noch bei der Standard Chartered, wo sie 2017 als Head of Financial Markets für die Regionen Naher Osten und Nordafrika anfing. Seitdem arbeitet sie aus Dubai. 2020 stieg sie bei der britischen Bank als Global Head of Strategic Investor Group Sales auf und ist für die institutionellen Kunden der Bank verantwortlich. Zuvor war sie über 16 Jahre für die Deutsche Bank im Kapitalmarktgeschäft tätig, zuletzt arbeitete die heute 45-Jährige dort als Managing Director in London.  

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Der Zugang zum Kapitalmarkt ist für die meisten Unternehmen essentiell. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, um sich darüber Geld zu beschaffen – von der Anleihe über eine Kapitalerhöhung bis zum Schuldschein.

Laut ihrem Linkedin-Profil wurde sie von „Financial News“ als eine der 50 einflussreichsten Frauen im Finanzwesen gewählt.  Zudem soll sie eine der jüngsten Personen sein, die bei der Deutschen Bank jemals zur Geschäftsführerin befördert wurden, und die erste Frau, die bei der Deutschen Bank ein Vertriebsteam in Afrika und im Nahen Osten leitete. Auch bei der Standard Chartered war sie die erste Frau, die den Bereich Financial Markets MENA leitete, und das erste weibliche Vorstandsmitglied von Standard Chartered Saudi Arabia.  

Souad Benkredda bringt ein internationales Profil mit 

Eine Sache fällt bei dem Wechsel besonders auf: Im Gegensatz zu Köhler ist Benkredda keine langjährige Volksbankerin, sie besitzt vielmehr ein internationales Profil. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Bank ihr DCM-Geschäft ausbauen und sich internationaler aufstellen will. Die gebürtige Frankfurterin Benkredda jedenfalls würde die internationalen Kontakte mitbringen.  

Der richtige Zeitpunkt für einen Wandel wäre da – die Bank ist derzeit gut aufgestellt. 2021 erreichte die DZ Bank ein neues Rekordergebnis: Das Konzernergebnis vor Steuern lag bei 3,1 Milliarden Euro. Im letzten Rekordjahr 2014 waren es 2,9 Milliarden Euro.  

Neben gesunkenen Kosten für die Risikovorsorge und starken Ergebnissen der Fondstochter Union Investment lief auch das Firmenkundengeschäft, das in der Verbund- und Geschäftsbank gebündelt ist, gut. Der Vorsteuergewinn in diesem Segment wuchs von 2020 zu 2021 fast um das Doppelte auf 465 Millionen Euro. Dazu soll insbesondere die positive Entwicklung im Kapitalmarktgeschäft beigetragen haben, unter anderem das Thema Green Finance: Das begleitete Volumen bei ESG-Transaktionen konnte 2021 auf rund 53 Milliarden Euro verdoppelt werden.  

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de 

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Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.

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