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Transformationschefin Finja Kütz hat Unicredit verlassen

Auf zu neuen Ufern? Die Unicredit-Transformationschefin Finja Carolin Kütz hat die Bank verlassen. Foto: Unicredit
Auf zu neuen Ufern? Die Unicredit-Transformationschefin Finja Carolin Kütz hat die Bank verlassen. Foto: Unicredit

Noch ein Abgang bei der Unicredit: Die Transformationschefin Finja Carolin Kütz hat der italienischen Großbank bereits im Sommer den Rücken gekehrt, wie erst jetzt durch einen Bericht des Online-Portals „Finanz-szene.de“ bekannt wurde. Demnach hat die Ex-Oliver-Wyman-Deutschlandchefin die Bank „bereits vor einiger Zeit verlassen“. Die Unicredit wollte den Weggang von Kütz nicht kommentieren.

Aufschluss über Kütz‘ Weggang gibt ein Post bei dem Karrierenetzwerk „Linkedin“ von vor vier Monaten: Dort schreibt Kütz: „Meine letzten Tage bei der Unicredit nähern sich.“ Wann die Trennung von der Bank konkret stattfand, ist nicht bekannt. Ihre letzte Karrierestation bei der Unicredit endeten ihrem „Linkedin“-Profil zufolge im Juni beziehungsweise Juli dieses Jahres. Darauffolgende Karrierestationen wurden noch nicht eingetragen.

Foto: Linkedin

Finja Kütz war Deutschlandchefin von Oliver Wyman

Finja Kütz kam im Oktober 2018 zur Unicredit, um dort als „Group Chief Transformation Officer“ die Umbaupläne unter dem Namen „Transform 2019“ der Unicredit zu forcieren. Dadurch wurde sie zu einer wichtigen Mitarbeiterin des damals amtierenden Bankchefs Jean-Pierre Mustier. Teil der zu dessen Amtsantritt im Jahr 2016 ausgerufenen Strategie waren unter anderem eine stärkere Orientierung am Shareholder Value, Kostenreduktion sowie ein stärkerer Fokus auf das Firmenkundengeschäft. Während ihrer Zeit bei der Unicredit hat Kütz die Transformation der Bank maßgeblich vorangetrieben, speziell in der Corona-Phase.

Im April 2019 wurde Kütz zudem als Deputy COO eingesetzt, um die Kosten der Gruppe zu straffen. Seit Juni 2020 war sie außerdem Teil des Aufsichtsrats der Unicredit-Tochter Hypovereinsbank. Vor ihrer Zeit bei der italienischen Großbank agierte die Strategin rund drei Jahre als Deutschlandchefin der Unternehmensberatung Oliver Wyman, wo sie insgesamt 21 Jahre gearbeitet hatte.

Unicredit-CEO Andrea Orcel will Bank agiler machen

Kütz‘ Abgang bei der Unicredit fällt zeitlich zusammen mit dem Wechsel an der Spitze von Mustier zu Andrea Orcel. Dieser kam mit einer neuen Agenda und starkem Durchsetzungswillen. Unter anderem ist es Teil seiner Strategie, die einzelnen Geschäftsbereiche der Bank eigenständiger zu machen. Damit sollen Überschneidungen abgebaut und die Unicredit agiler werden. Orcels Vorgänger Jean-Pierre Mustier stand eher für eine straffe Führung aus der Zentrale heraus.

Orcel übernahm auch den Aufsichtsratsvorsitz der Hypovereinsbank. Er löste Gianpaolo Allessandro ab, der stellvertretender Vorsitzender blieb. Neben Westeuropa-Chef Olivier Khayat schied damals auch Finja Kütz aus dem Aufsichtsratsgremium aus.  

Wohin es Kütz nun zieht, ist nicht bekannt. „Finanz-szene.de“ schreibt unter Berufung auf Kütz‘ Umfeld, die Managerin werde bei keiner Bank anheuern, sondern sich im Tech-Bereich selbständig machen. Die Tech- und Start-up-Welt wäre für Kütz kein Neuland: Ihrem „Linkedin“-Profil zufolge saß die Managerin von 2014 bis 2018 im Beirat des SME-lending-Fintechs Fintura.

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Unicredit-Tochter Hypovereinsbank baut um

Die Unicredit-Tochter Hypovereinsbank befindet sich gerade im Umbau: Die Bank verschmilzt Teile der „Unternehmer Bank“ und der „Investment Bank“ zu der neuen Einheit „Corporates“. Ziele sind ein stärkerer Branchenfokus und die Ausrichtung der Investmentbank als Produktlieferant. In diesem Zuge verlässt Firmenkundenchef Markus Beumer die Bank. Die Leitung der neuen Einheit „Corpotates“ übernimmt der bisherige Investmentbanking-Chef Jan Kupfer. Auf ihn folgt das Investmentbanking-Urgestein Christian Reusch.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.