Morgan Stanley

23.01.18
Banking & Berater

Credit Suisse verliert Deutschlandchefin Helene von Roeder

Helene von Roeder, Deutschlandchefin der Credit Suisse, wechselt in den Vorstand des Dax-Konzerns Vonovia. Dort wird sie eng an der Seite von CFO Stefan Kirsten arbeiten. Wie die Credit Suisse mit diesem Abgang umgehen will, verrät sie nicht.

Der Dax-Konzern Vonovia hat bei der Nachbesetzung seines Controlling-Vorstands einen Coup gelandet: Mit Helene von Roeder hat das Immobilienunternehmen die Deutschlandchefin der Credit Suisse verpflichtet. Die 47-Jährige soll das Amt Mitte des Jahres von Gerald Klinck übernehmen, ein genaueres Datum nannte Vonovia nicht.

Bei der Credit Suisse wird der Posten des Deutschlandchefs damit vakant. Wie die Credit Suisse mit der Personalie umgeht, ist noch offen. Die Bank wollte die Personalie auf FINANCE-Anfrage nicht kommentieren. Da Deutschland als wichtiger Markt gilt, ist allerdings anzunehmen, dass die Position an der Spitze des Deutschlandgeschäfts neu besetzt werden wird.

Helene von Roeder war 2014 von Morgan Stanley zur Credit Suisse gewechselt. Die Bank, die sich – ähnlich wie die Deutsche Bank – nach wie vor in einer Umbauphase befindet, war im vergangenen Herbst kurzzeitig ins Visier des aktivistischen Hedgefonds RBR geraten. Vor allem im Investmentbanking mangelt es noch immer an Ertragskraft. 

Von Roeder übernimmt bei Vonovia interne Finanzthemen

Bei Vonovia wird von Roeder auf eine besondere Vorstandskonstellation treffen: Mit CFO Stefan Kirsten und dem derzeit noch von Gerald Klinck besetzten Posten des Chief Controlling Officers (CCO) sind dort auf oberster Ebene gleich zwei Personen für die Finanzthemen zuständig. Klinck galt dabei jedoch als klare Nummer Zwei hinter dem dominanten CFO Stefan Kirsten. Während der CFO die externe Kapitalmarktkommunikation und die zahlreichen M&A-Deals betreut, kümmerte Klinck sich um die nach innen gerichteten Finanzthemen des mit Abstand größten Bestandshalters deutscher Wohnimmobilien.

Klinck, der bis März 2015 CFO der dann von Vonovia übernommenen Gagfah war, hatte im August bekanntgegeben, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen. Vonovia dankte dem 48-Jährigen ausdrücklich für seine geleistete Arbeit. Er soll bis zum Amtsantritt von Roeders an Bord bleiben und eine reibungslose Übergabe sicherstellen. 

Vonovia ist von Roeders erste Unternehmensstation

Für Helene von Roeder wird der Posten bei Vonovia die erste Karrierestation außerhalb der Bankenwelt sein. Die 47-Jährige, die theoretische Physik in München und theoretische Astrophysik in Cambridge studiert hat, startete ihren Berufsweg 1995 bei der Deutschen Bank in London und war von 2000 bis 2004 für die UBS in Frankfurt und London tätig. Anschließend arbeitete sie bei der Investmentbank Morgan Stanley in Frankfurt, wo sie am Ende Vorstandsmitglied und Head of Global Capital Markets für Deutschland und Österreich war. Seit 2014 leitet sie das Deutschlandgeschäft der Credit Suisse.

Künftig wird der Vorstand von Vonovia aus CEO Rolf Buch, Finanzchef Stefan Kirsten und Chief Operating Officer Klaus Freiberg bestehen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de