Petrus Advisers fordert bei der Hauptversammlung der Areal Bank am 18 Mai den Umbau des Aufsichtsrats. Dieser wehrt sich gegen die Angriffe des Londoner Hedgefonds.

Aareal Bank

16.04.21
Banking & Berater

Schlagabtausch zwischen Petrus und Aareal geht weiter

Investor Petrus Advisers will eine Neubesetzung des Aufsichtsrats der Aareal Bank erreichen und schickt nun drei eigene Kandidaten ins Rennen. Der Aufsichtsrat der Bank wehrt sich – die Zeichen stehen auf Kampfabstimmung.

Der Streit um die Besetzung des Aufsichtsrats bei der Aareal Bank geht in die nächste Runde. Bereits Anfang des Monats hatte der aktivistische Investor Petrus Advisers seine Anteile an der Bank auf 9,8 Prozent erhöht und im gleichen Zug eine Neubesetzung von drei der insgesamt acht von den Aktionären gewählten Aufsichtsratsmitgliedern gefordert, darunter auch der Vorsitz. Nun hat Petrus seine eigenen Wunschkandidaten benannt.

Demnach soll die amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Marija Korsch durch den Ex-Hypo-Vereinsbank-Vorstand Theodor Heinz Laber ersetzt werden, der derzeit unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender bei der Pensionskasse BVV ist. Die selbstständige Beraterin Marion Khüny war ebenfalls zeitweise bei der HVB und später bei der Commerzbank tätig. Die Österreicherin soll laut Petrus anstelle von Christoph von Dryander in das Gremium einziehen. Sie ist Mitglied des Aufsichtsrats bei der Erste Group Bank. Als Dritten im Bunde will der Investor Dietrich Voigtländer austauschen. Ihn soll der frühere Versicherungsmanager Thomas Christian Hürlimann ersetzen.

Über die Personaländerungen sollen die Aktionäre nach dem Wunsch von Petrus bei der anstehenden Hauptversammlung am 18. Mai entscheiden. Einen entsprechenden Antrag hatte der Investor aufgrund seines durch die jüngsten Zukäufe gewachsenen Aktienpakets stellen können.

Aareal-Aufsichtsrat kritisiert Petrus-Partner scharf

Deutlicher Gegenwind für die Vorschläge kommt nun erwartungsgemäß vom Aufsichtsrat der Bank. Der kritisiert Petrus-Advisers-Partner Till Hufnagel in einer Stellungnahme scharf und bekräftigt seine Position, „dass die von Herrn Hufnagel geforderte teilweise Neubesetzung des Aufsichtsrates jeglicher Grundlage entbehrt“.  Man habe „nach wie vor keine Zweifel an den umfassenden persönlichen und fachlichen Kompetenzen sowie der Integrität dieser Mitglieder des Aufsichtsrats“.

Zudem habe Hufnagel keinerlei Anhaltspunkte vorgelegt, wonach die drei Aufsichtsratsmitglieder ihr Amt nicht beanstandungsfrei ausgeübt hätten. Daher empfiehlt der Aufsichtsrat den Aktionären, gegen die Vorschläge zu stimmen. Zumal aus Sicht des Gremiums völlig offen sei, ob die von Petrus Advisers vorgeschlagenen Kandidaten den aufsichtsrechtlichen Anforderungen insbesondere seitens der Bafin entsprechen.

Petrus beklagt fehlende Strategie für Aareal Bank

Petrus-Partner Till Hufnagel hatte zuvor Aufsichtsratschefin Korsch kritisiert und ihr in einem Gespräch mit der F.A.Z. etwa mangelndes Teamplay in der Zusammenarbeit mit den anderen Gremiumsmitgliedern und wichtigen Investoren vorgeworfen. Zudem hatte der Londoner Hedgefonds seit seinem Einstieg bei der Bank vor einem Jahr dem Management sowie dem Aufsichtsrat der Aareal Bank mehrfach vorgeworfen, keine nachhaltige Strategie für die Bank zu haben und im November sogar die Auflösung der Bank gefordert. Der Aufsichtsrat nutzte die Stellungnahme zur geforderten Abwahl der Aufsichtsratsmitglieder auch, um die Strategie der Bank noch einmal zu verteidigen.

Nun dürfte bei der virtuellen Hauptversammlung eine Kampfabstimmung drohen, sollte es das von Petrus Advisers eingebrachte Ergänzungsverlangen tatsächlich auf die Tagesordnung schaffen. So teilte die Aareal Bank mit, die rechtliche Prüfung der Zulässigkeit des Ergänzungsverlangens dauere „aufgrund von Widersprüchen der von Herrn Hufnagel gegebenen Informationen mit früheren Stimmrechtsmitteilungen noch an“.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

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