Petrus Advisers hält aktuell noch unter 3 Prozent an der Aareal Bank, der nun wohl mit zwei Aktivisten verhandeln muss.

Aareal Bank

27.01.20
Finanzierungen

Petrus Advisers: Von Comdirect zu Aareal Bank

Petrus Advisers hat mit der Aareal Bank offenbar die nächste deutsche Bank im Fadenkreuz. Und das Management der Wiesbadener muss sogar noch mit einem zweiten Aktivisten verhandeln.

Der aktivistische Investor Petrus Advisers hat nach der Comdirect scheinbar sein nächstes Ziel gefunden: Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise schreibt, steht der Investor wohl schon im Austausch mit dem Management der Aareal Bank.

Auf FINANCE-Anfrage erklärte Petrus, man sei inzwischen mit „über 2, aber unter 3 Prozent“ an dem Immobilienfinanzierer beteiligt. Erste Medienberichte über einen Einstieg des Aktivisten gab es bereits im Oktober. Die Aareal Bank äußerte sich auf Anfrage nicht.

Aktivist Teleios bereits an Aareal beteiligt

Was genau Petrus bei der Bank vorhat, dazu hielt sich der Investor auf Anfrage bedeckt. Allerdings ist Petrus nicht der einzige Aktivist, der Gefallen an dem Wiesbadener Spezialfinanzierer hat: Der Schweizer Finanzinvestor Teleios Capital ist bereits länger bei der Bank investiert und stockte erst im Dezember seinen Anteil auf 5,07 Prozent auf. Die Schweizer haben auch bereits ihren Unmut über Entscheidungen des Aareal-Bank-Managements in offenen Briefen kund getan: Seit Monaten schon fordert Teleios den Komplettverkauf der IT-Sparte Aareon, zuletzt wieder Mitte Januar.

Die Bank selbst hatte einem möglichen Verkauf zunächst eine Absage erteilt und erklärt, einen Partner zur Weiterentwicklung für die Aareon zu suchen. Mitte Januar zeigte sich Aareal-Chef Hermann Merkens im Zuge der Vorstellung der Mittelfrist-Strategie für Aareon bereits kooperativer, wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtete. So solle die Sparte zwar ein „integraler Bestandteil“ bleiben. „Klar ist aber auch: Wir sind jederzeit bereit, auch ganz neue Wege zu gehen, wenn es die Umstände erfordern.“

Tun sich Petrus und Teleios zusammen?

Es wäre denkbar, dass sich Petrus und Teleios zusammentun und den Druck auf die Aareal Bank erhöhen. Nach dem Einstieg im Oktober hieß es in Medienberichten, dass Petrus ebenfalls einen Verkauf der Aareon befürworten würde.

An einem schwachen Handelstag reagierte das Aareal-Papier verhalten auf die Spekulationen rund um die Aktivisten im Aktionärskreis: Während der MDax-als Ganzes bis zum Mittag um 2 Prozent absackte, hielt sich die Aareal-Aktie mit minus 0,7 Prozent stabiler als der Index.

Aareal-Aktie vorerst unbeeindruckt von Berichten um Petrus Advisers

Petrus verdiente an Comdirect-Übernahme

Dass die Aareal Bank in diesem Jahr stärker ins Blickfeld des Kapitalmarkts rücken wird, erscheint aber zunehmend wahrscheinlich. Petrus hat gerade erst eindrucksvoll bewiesen, dass man sich durchzusetzen weiß: Der Aktivist verhinderte zunächst die geplante Komplettübernahme der Comdirect durch die Commerzbank, indem er seinen Anteil an der Tochter immer weiter erhöhte, seine Aktien im Zuge des öffentlichen Übernahmeangebots aber nicht andiente.

Um Petrus den 8-Prozent-Anteil abzukaufen, bezahlte die Commerzbank dem Investor schließlich 15,15 Euro je Aktie, wie vor wenigen Tagen bekannt wurde. Dies war gut 30 Prozent mehr als im Rahmen des öffentlichen Übernahmeangebots auf dem Tisch lag – und auch deutlich mehr, als im Vorfeld vermutet. Damit hat Petrus ordentlich Kasse gemacht, beim Einstieg kosteten die Papiere noch zwischen 9 und 12 Euro, während der Aufstockung zwischen 12 und 14 Euro.

dominik.ploner[at]finance-magazin.de

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