Accenture will die Technologieberatung Zielpuls übernehmen. Sie soll das Angebot in der Entwicklung intelligenter Produkte verstärken.

Accenture

30.04.19
Banking & Berater

Accenture will Technologieberatung kaufen

Accenture will mit der Technologieberatung Zielpuls den Bereich „Industry X.0“ verstärken. Accenture ist nicht die einzige Beratung, die sich mittels M&A in Zukunftsmärkten positionieren will.

Accenture hat den nächsten Zukauf im Visier: Wie das Beratungshaus am heutigen Dienstag mitteilte, will es die Technologieberatung Zielpuls übernehmen. Zielpuls wurde 2008 gegründet und beschäftigt 190 Fachleute aus den Bereichen Naturwissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik. Accenture will damit seine Fähigkeiten im Bereich „Industry X.0“ erweitern, in den Zielpuls nach Abschluss der Transaktion integriert werden soll. Dort stehen intelligente Produkte und Dienstleistungen für Unternehmen im Fokus. Finanzielle Details des M&A-Deals nannten die Unternehmen nicht.

Zielpuls bietet Technologiearchitektur-, Entwicklungs-, Ingenieur- und Managementdienstleistungen für komplexe digitale Produkte an und bedient in erster Linie die Autoindustrie. Neben dem Hauptsitz in München gibt es Niederlassungen in Wolfsburg, Hannover, Shanghai und Peking. Zielpuls hat in der Vergangenheit etwa ein automatisiertes Parksystem sowie Fahrassistenzsysteme für die Automobilindustrie entwickelt. Das Unternehmen will sein Angebot aber auf weitere datenbasierte Industrien ausweiten und unterstützt beispielsweise bereits ein Medizintechnikunternehmen dabei, die Produktionsabläufe zu automatisieren.

Zielpuls ergänzt bisherige Accenture-Zukäufe

Für Accenture ist Zielpuls nicht der erste Zukauf in einem Zukunftsbereich. Bereits Anfang 2018 übernahm das Beratungshaus den Digitalfilmspezialisten Mackevision, wenige Monate später folgte die Designagentur Designaffairs, die wie nun auch Zielpuls bei Accenture in den Bereich „Industry X.0“ integriert wurde. Zudem kaufte Accenture für diesen Bereich bereits die Unternehmen Pillar Technology (USA), den Hardware-Entwickler Mindtribe (USA) sowie den Dienstleister Enterprise System Partners (Irland). 2017 hatte Accenture bereits die Internetagentur Sinner Schrader in das Unternehmen geholt und mit weiteren Übernahmen das Cloud-Geschäft gestärkt.

Der aktuelle Zukauf in Deutschland soll sich in diese M&A-Strategie einfügen. „Mit Zielpuls ergänzen wir frühere Akquisitionen“, sagt Frank Riemensperger, Regionalchef der Accenture-Ländergruppe Deutschland, Österreich, Schweiz und Russland. Auch die internationale Präsenz sprach für das M&A-Ziel: „Wie Designaffairs verfügt Zielpuls über eine starke Geschäftsposition in Deutschland und China, was für uns von strategischer Bedeutung ist“, kommentiert Axel Schmidt, Senior Managing Director und Global Automotive Lead von Accenture.

Zielpuls-Chefs wechseln mit zu Accenture

Das Zielpuls-Management wird nach der Transaktion an Bord bleiben. Die beiden CEOs Markus Frey und Marc Poppner sollen nach Abschluss der Übernahme als Managing Directors bei Accenture einsteigen und das Zielpuls-Team weiter führen.

Accenture ist nicht das einzige Beratungsunternehmen, das durch Zukäufe seine Präsenz in Zukunftsmärkten stärken möchte. Auch Wettbewerber setzen auf einen Ausbau des Beratungsgeschäfts. Neben klassischen Strategieberatern drängen auch die Big Four immer stärker in diesen Bereich. So kaufte KPMG im vergangenen Jahr die SAP-Beratung Conogy, Deloitte übernahm 2017 die Digitalagentur Acne, und EY verstärkte sich mit der Digitalberatung Etventure.

Die Unternehmensberatung Capgemini hat kürzlich ihre Struktur neu ausgerichtet und eine globale Einheit für Management- und Digitalberatung mit dem Namen Capgemini Invent gegründet.

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