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Deutsche Bank übernimmt Fintech Better Payment

Die Deutsche Bank kauft das Fintech Better Payment aus Berlin. Foto: Deutsche Bank

Erneut wird die Deutsche Bank im Fintech-Markt aktiv. Dieses Mal kaufen die Blauen den Zahlungsdienstleister Better Payment aus Berlin. Zum Preis machte keiner der beiden Unternehmen Angaben. Finanzkreisen zufolge soll die Bewertung im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen.

Better Payment ist ein 2013 gegründeter Zahlungsdienstleister mit Sitz in Berlin-Mitte. Auf seiner Bezahlplattform bietet das Fintech die technische Abwicklung von Online-Zahlungen an. Darauf werden sowohl dem Zahlenden als auch dem Zahlungsempfänger alle gängigen Zahlungsmittel angeboten.

Während der Zahlungsabwicklung tritt das Unternehmen mit seiner Marke aber selbst nicht in Erscheinung, sondern bietet eine „White Label“-Lösung an, bei der den Kunden des Unternehmens Better Payment nicht als Zahlungsabwickler angezeigt wird.

Deutsche Bank will von „White-Label“-Lösungen profitieren

Die Deutsche Bank sieht gerade im Segment der „White-Label“-Bezahllösungen großes Wachstumspotential – konkret gehen die Blauen von einem Anstieg im zweistelligen Prozentbereich aus. Bereits jetzt nutzen 1.500 Händler die Lösung von Better Payment. Durch die Übernahme von Better Payment habe sich die Deutsche Bank nun einen „breiteren Marktzugang in der Zahlungsabwicklung“ gesichert, sagt Kilian Thalhammer, Leiter Merchant Solutions bei der Bank.

In den beiden Glastürmen an der Frankfurter Taunusanlage wird schon länger intensiv über eine Erweiterung der Fintech-Strategie nachgedacht. In den vergangenen Jahren hat sich die Deutsche Bank sowohl durch Rekrutierung als auch durch Kooperationen und Übernahmen im Markt für Online-Zahlungsabwicklung verstärkt. So hat das Geldhaus im Januar 2020 mit André Bajorat und Rafael Otero, jeweils Mitgründer von Fintechs, erfolgreich zwei Experten in diesem Segment dazugewinnen können. Im August 2020 folgte dann die Abwerbung des damaligen Traxpay-CFOs Jochen Siegert, der für die Bank an der Entwicklung neuer Finanzierungslösungen sitzt.

Deutsche Bank will im Online-Payment-Geschäft weiter wachsen

Im Februar dieses Jahres kündigte die Bank dann an, noch stärker auf Partnerschaften mit Fintechs zu setzen. „Wir beobachten eine sehr stark wachsende Nachfrage von Unternehmen nach digitalen Zahlungslösungen“, waren damals die Worte von Ole Matthiessen, Leiter globales Cash Management bei der Deutschen Bank. Um den Worten Taten folgen zu lassen, gründete die Bank zusammen mit dem Technologiekonzern Fiserv in diesem Jahr ein Joint Venture. Das Ziel dabei ist nach Angaben der Bank, mehrere Zahlungsverkehrslösungen unter einem Dach zu bündeln.

Nun folgte mit dem Berliner Zahlungsdienstleister also der nächste Schritt. „Durch das Know-How der Mitarbeiter, die bestehenden Händlerbeziehungen und die technischen Lösungen von Better Payment können wir unser Wachstum auf dem wichtigen deutschen Markt beschleunigen“, erklärte Thalhammer den Deal. Die Bank will auch keine Zeit bei der Integration der technischen Infrastruktur von Better Payment verlieren, in den nächsten zwölf Monaten soll diese abgeschlossen sein. Schließlich plane die Deutsche Bank weitere Zahlungsdienstleistungen auch über die Kanäle von Better Payment anzubieten.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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Jan Schuermann ist Redakteur bei FINANCE und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gehalt in der Corporate-Finance-Welt. Er hat in Köln Geschichte, Deutsch und North American Studies studiert. Während eines Auslandsaufenthalt an der UC Berkeley hat er zeitweise für den Daily Californian gearbeitet. Bevor Jan Schuermann zum Fachverlag F.A.Z Business Media gestoßen ist, war er für die Nachrichtenagentur Thomson Reuters im polnischen Danzig tätig.

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