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BayernLB: Umbau im Firmenkundengeschäft trägt Früchte

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Der Umbau im Firmenkundengeschäft trägt für die BayernLB Früchte. Foto: EnginKorkmaz - stock.adobe.com
Der Umbau im Firmenkundengeschäft trägt für die BayernLB Früchte. Foto: EnginKorkmaz - stock.adobe.com

Es sind gute Nachrichten, die Markus Wiegelmann, CFO der Bayerischen Landesbank, gestern zusammen mit Bankchef Stephan Winkelmeier präsentieren konnte. Unter dem Strich konnte die BayernLB 2022 ein Konzernergebnis von rund 1,1 Milliarden Euro verbuchen. Damit haben die Münchener ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppeln können. Die harte Kernkapitalquote lag bei 17,4 Prozent.

Und auch in puncto Eigenkapitalrendite hat die BayernLB mit einer RoE von 10,5 Prozent ihr selbstgestecktes Ziel von 8 Prozent für 2024 bereits übertroffen. Allerdings profitieren die Münchener dabei wie bereits im Vorjahr vor allem von Sondereffekten, in diesem Fall von der Zinswende und dem Verkauf eigener Bürogebäude.

Transformation im Firmenkundengeschäft wirkt

Bemerkbar macht sich allerdings auch die Transformation im Firmenkundengeschäft, die CEO Winkelmeier seinem Haus 2019 verordnet hatte. Diese trage inzwischen Früchte, wie der Bankchef betonte. Das zeigen auch die Zahlen: Das Vorsteuerergebnis im Segment Corporates & Markets, in dem die BayernLB alle für CFOs relevanten Produktbereiche zusammenfasst, wuchs um 64 Millionen Euro auf 154 Millionen Euro.

Dabei profitiert die BayernLB vom neuen Sektoransatz, der den Fokus auf Mobilität, Technologie und Energie legt. Die Fokussierung zahle sich durch weitgehend stabile Erträge bei zugleich reduzierten Risikoaktiva (RWA) und deutlich geringeren Kosten aus, heißt es dazu von der Bank.

Während erstere im Vergleich zum Vorjahr um rund eine halbe Milliarde Euro auf 20,6 Milliarden Euro sanken, ist es dem Team um Firmenkundenvorstand Johannes Anschott 2022 gelungen, die Verwaltungskosten von 283 Millionen Euro im Vorjahr auf 250 Millionen Euro zu reduzieren. Damit bringt es das Segment auf eine Senkung der Cost-Income-Ratio (CIR) um rund 7 Prozentpunkte auf 59,5 Prozent. Konzernweit lag diese bei 56,2 bei Prozent.

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BayernLB weitet Kreditvolumen aus

Gleichzeitig hat die BayernLB ihre Kreditvergabe ausgeweitet. Das insgesamt ausgereichte Kreditvolumen der Bank wuchs 2022 um 5,9 Prozent auf 240 Milliarden Euro. Weniger stark profitieren die Münchener im Firmenkundengeschäft von der Zinswende. Im Gegensatz zum Privatkundengeschäft der Direktbanktochter DKB sank der Zinsüberschuss im Segment Corporates & Markets im Vergleich zum Vorjahr dennoch leicht auf 292 Millionen Euro (2021: 315 Millionen Euro).

Zuwächse verzeichnete der Bereich von Firmenkundenchef Anschott derweil beim Provisionsergebnis. Dieses kletterte dank Zuwächsen im Kapitalmarktgeschäft auf 87 Millionen Euro (2021: 80 Millionen Euro) – dem volatilem Markumfeld in Folge des Ukraine-Kriegs zum Trotz. Unter dem Strich bleibt den Münchenern im Firmenkundengeschäft eine Eigenkapitalrendite 5,2 Prozent und damit noch deutlich weniger als auf Konzernebene. Ein Punkt, an dem für Anschott und sein Team noch Luft nach oben bleibt. Neben weiteren Zuwächsen beim Neugeschäft muss der Firmenkundenchef auch die Kosten im Blick behalten.

Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE sowie Chef vom Dienst bei FINANCE-Online und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.