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Zwei Lichtblicke im Firmenkundengeschäft der Commerzbank

Commerzbank-Chef Manfred Knof sieht die Bank bei ihrer Transformation auf dem richtigen Weg. Foto: Commerzbank AG

Ob im Geschäft mit Mittelständlern, Großkonzernen oder institutionellen Kunden, die Commerzbank kann mit den am heutigen Donnerstag vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal dieses Jahres  zufrieden sein. In allen Segmenten des Firmenkundengeschäfts stiegen die Erträge im Vergleich zum vorherigen Quartal an. Unter dem Strich verbuchte das Firmenkundengeschäft im dritten Quartal ein operatives Ergebnis von 221 Millionen Euro gegenüber 74 Millionen im Vorjahresquartal und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.

Zwar sanken die um Sondereffekte bereinigten Gesamterträge der Sparte im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 766 Millionen Euro (Q3 2020: 794 Millionen), der Grund dafür ist jedoch aus Sicht von CFO Bettina Orlopp, dass die Bank mit der Umsetzung ihrer neuen Firmenkundenstrategie gut voran komme. So hatte die Commerzbank Anfang des Jahres die erst 2019 propagierte Auslandsoffensive wieder kassiert und will sich künftig vor allem auf ihr Geschäft mit heimischen Firmenkunden konzentrieren.

Von den angekündigten 15 Auslandsstandorten habe man bereits drei geschlossen: in Baku, Belgrad und Kuala Lumpur. Früher als geplant wurde zudem die Filiale in Jakarta zugesperrt, berichtete Bankchef Knof. Die übrigen elf sollen bis 2024 schließen. Folglich sank der bereinigte Umsatz im Segment International Corporates im Vergleich mit dem Vorjahresquartal um 9 Prozent auf 200 Millionen Euro.

CoBa gibt Negativzinsen konsequent weiter

Bergauf geht es mit den bereinigten Umsätzen derweil im Geschäft mit Mittelständlern (473 Millionen Euro) und institutionellen Kunden (138 Millionen Euro) – trotz des weiter schwächelnden Kreditgeschäfts. So sank das Kreditvolumen im Vergleich zum dritten Quartal 2020 um 11 Prozent auf 81 Milliarden Euro. Zwei Drittel davon entfallen auf das traditionell starke Mittelstandgeschäft. Getragen werden die Zuwächse im Firmenkundengeschäft vor allem von Zugewinnen im Transaction Banking, wie Orlopp erläuterte. 

Darüber hinaus schafft es die Commerzbank jedoch zusehends, die Negativzinsen durch Gebührenvereinbarungen mit ihren Bestandskunden auszugleichen – vor allem im Mittelstands-Segment. Dies ist umso wichtiger, da die Einlagen nicht zuletzt durch die momentane Zurückhaltung  der Unternehmen bei Investitionen deutlich gestiegen sind. Während das Gesamtvolumen der Einlagen seit Jahresbeginn um 10 Prozent auf 99 Milliarden Euro anstieg, sank das Volumen der unbepreisten Einlagen von 23 auf 14 Milliarden. In Folge dessen stieg der bereinigte Zinsüberschuss auf 421 Millionen Euro.

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Gewinnzuwachs dank Kostensenkung

Doch auch wenn die neue Strategie im Firmenkundengeschäfts langsam aufzugehen scheint, ist der aktuelle Gewinnzuwachs vor allem das Ergebnis gesunkener Kosten. So hat Firmenkundenchef Michael Kotzbauer vor allem die Verwaltungsaufwendungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 45 auf 531 Millionen Euro gesenkt. Darüber hinaus profitiert die Commerzbank vom weiteren Abbau der Risikovorsorge.

Die Cost-Income-Ratio (CIR) im Firmenkundensegment sank damit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7 auf nun 68 Prozent und liegt damit deutlich unter der Konzern-CIR der Commerzbank mit 75,4 Prozent. Ein wichtiger Teil der Kostenziele ist auch die geplante Reduzierung  der Stellen bis 2024. Auch hier sieht sich die Commerzbank im Plan. 5.200 der geplanten 10.000 Stellenstreichungen seien bereits vereinbart. Allerdings hat sich zuletzt die Rhetorik der Arbeitnehmervertreter verschärft, es drohen Konflikte. „Wir wissen, dass wir in einem Marathon sind und den Großteil der Wegstrecke noch vor uns haben“, resümierte Knof.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

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Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.