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LBBW präzisiert Pläne für M&A-Beratung

Die LBBW will ihr M&A-Geschäft vor allem international weiter ausbauen. Foto: LBBW

Ob Fusionen, Zukäufe oder Carve-outs, beim Thema M&A hat die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) große Ambitionen entwickelt. Tatsächlich wollen die Schwaben, in diesem Geschäft bislang kaum aktiv, schon bald den großen Playern unter den deutschen M&A-Beratern Konkurrenz machen. Für den Weg in die erste Liga der M&A-Beratung will die Landesbank ihr Team sowohl am Hauptsitz Stuttgart wie auch in New York ausbauen, wie der Branchendienst „Bloomberg“ berichtet.

Demnach soll das M&A-Team in Stuttgart um zwei weitere Experten auf künftig acht Berater erweitert werden. Erst im September hatte die LBBW den ehemaligen Leiter M&A Large Corporates der Commerzbank, Olaf Schween, nach Stuttgart geholt. Das dortige M&A-Team gehört zum 30-köpfigen „Corporate Finance Advisory“ und hat nach Aussage der Bank Zugriff auf die hauseigenen Branchenexperten.

LBBW sieht M&A-Potenzial im Mittelstand

Stützen wollen die Stuttgarter ihre M&A-Offensive auf ihre Kernkundschaft. Das sind Mittelständler mit einem Jahresumsatz zwischen 50 und 300 Millionen Euro, verriet der Corporate-Finance-Chef der LBBW, Joachim Erdle, im Gespräch mit Bloomberg. Gerade familiengeführten Unternehmen mangele es oft an Nachfolgern, so Erdle. Dies bereite M&A-Prozessen den Weg. Damit setzt er auf einen Trend, den schon viele M&A-Berater von ihm erwartet haben und der sich in den vergangenen Jahren tatsächlich auch verstärkt hat.

Zum anderen habe sich in der jüngeren Vergangenheit gezeigt, dass sich Konzerne vermehrt auf ihr Kerngeschäft fokussieren und sich von Nebengeschäften trennen, so Erdle weiter. Auch bei diesen so genannten Carve-outs will die LBBW insbesondere den einschlägigen Boutiquen, großen Banken und Wirtschaftsprüfern Konkurrenz machen.

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LBBW will M&A-Beratung international ausrichten

Doch dies dürfte eine immense Herausforderung werden, sind doch fast alle M&A-Berater, die in Deutschland eine Rolle spielen, international aufgestellt – entweder aus sich selbst heraus oder über die Zusammenarbeit mit weltweiten Partnerfirmen in einem Netzwerk beziehungsweise einer Allianz.

Auch die LBBW hat bereits ein Netz an Geschäftsbeziehungen geknüpft: Im September verkündete die Landesbank eine Kooperation mit der französischen Investmentbank Natixis – „insbesondere über die Regionen hinaus, in denen wir selbst über Niederlassungen und Repräsentanzen präsent sind“, wie LBBW-Firmenkundenchef Manfred Lochner damals betont hatte. Darüber hinaus will die LBBW bei kleineren Deals mit dem Beraternetzwerk von Geneva Capital zusammenarbeiten.

Auch eigene Auslandsstandorte werden aufgebaut, wie Erdles Ankündigung zu New York zeigt. „Für New York suchen wir noch einen erfahrenen M&A-Berater und führen bereits erste Gespräche”, sagte Erdle gegenüber Bloomberg.

Bereits vollzogen haben die Schwaben diesen Schritt in Singapur. Dort hat die LBBW im September von der ING deren Corporate-Finance-Asia-Chef Michael Niedernberger geholt und zum Head of M&A für Asien und die Pazifikregion gemacht. Ziel sei es, auch bei Cross-Border-Deals lieferfähig zu sein, unabhängig davon, ob der Käufer oder das M&A-Target nicht in Deutschland sitzen. „Wir glauben daran, dass sich mit der M&A-Beratung gutes Geld verdienen lässt“, offenbart Erdle.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

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Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.