Persil gehört zu den bekanntesten Marken von Henkel. Die Abschlussprüfung bei dem Dax-Konzern wird bald PwC übernehmen.

Henkel

01.11.18
Banking & Berater

PwC wird neuer Henkel-Prüfer

Wieder eine Erfolgsmeldung für PwC: Nach FINANCE-Informationen wird das Big-Four-Haus neuer Prüfer von Henkel. KPMG muss das Dax-Mandat nach fast 90 Jahren abgeben.

PwC gewinnt ein weiteres Dax-Mandat: FINANCE-Informationen zufolge wird das Big-Four-Haus ab 2020 neuer Wirtschaftsprüfer von Henkel, vorausgesetzt, die Hauptversammlung stimmt der Wahl zu. Weder PwC noch Henkel wollten dazu eine Stellungnahme abgeben.

Henkel hatte das Prüfmandat bereits im Mai vergangenen Jahres ausgeschrieben. Der Grund dafür war die verpflichtende Abschlussprüferrotation, wegen der kapitalmarktorientierte Unternehmen nach zehn Jahren das Prüfmandat neu ausschreiben müssen. Den bisherigen Prüfer KPMG (beziehungsweise die deutschen Vorgängergesellschaften) hatte Henkel ununterbrochen seit 1932 mandatiert. 

KPMG muss sich von Deutscher Bank und BMW trennen

Damit wird KPMG in den kommenden ein bis zwei Jahren ein weiteres Prüfmandat im Dax abgeben müssen. Zu den Mandaten, die KPMG ebenfalls bald verlieren wird, zählen auch die Prüfaufträge bei der Deutschen Bank, Munich Re, Fresenius und Fresenius Medical Care sowie bei BMW. Diese Verluste muss KPMG mit neuen Prüfmandaten kompensieren, doch bisher konnte das Big-Four-Haus im Dax nur Covestro hinzugewinnen.

Eigentlich hätte Henkel noch bis 2021 mit dem Wechsel warten können, hatte aber schon sehr frühzeitig ausgeschrieben, um „einen gründlichen Auswahl- und Wechselprozess mit entsprechendem Vorlauf zu gewährleisten“, wie ein Sprecher damals auf FINANCE-Anfrage erklärte.

Für PwC ist das Erringen des Dax-Mandats ein wichtiger Erfolg, denn PwC muss im Zuge der Prüferrotation selbst zahlreiche Mandate abgeben. Verloren hat das WP-Haus beispielsweise schon Bayer und Covestro. Ab 2020 wird PwC außerdem die Lufthansa und VW abgeben müssen.

Henkel ist für PwC ein Prestigemandat

Bei manchen Ausschreibungen, um die man sich bewarb, zog PwC den Kürzeren und wurde nur Zweitplatzierter, beispielsweise bei Drillisch oder der Deutschen Bank, wo PwC sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit EY lieferte.

Doch PwC kann auch einige wichtige Siege verbuchen, darunter BMW, Fuchs Petrolub sowie die Versicherer Allianz, Talanx und Hannover Rück. Für PwC ist das Auffangen der Mandatsverluste auch deshalb wichtig, weil sich das Big-Four-Haus klar zur Wirtschaftsprüfung bekennt. „Audit bleibt unser absolutes Kerngeschäft“, betont Deutschlandchef Ulrich Störk.

Das Wachstum in der Wirtschaftsprüfung fiel mit 3,1 Prozent auf 766,8 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr aber eher mau aus. Das Henkel-Mandat allein wird nicht zu nennenswert zusätzlichem Umsatzwachstum führen – 2017 zahlte Henkel seinem Prüfer ein Honorar von lediglich 13 Millionen Euro und befand sich damit im Dax-Mittelfeld. Dennoch ist Henkel ein wichtiges Prestigemandat für PwC, was das WP-Haus auch als Arbeitgeber für Prüfer attraktiver macht.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Wie sich die Geschäftszahlen von KPMG, PwC, Deloitte und EY entwickeln und wer welche Mandate gewinnt, finden Sie auf der Themenseite Big Four.