Arnd Schwierholz übergibt die Finanzen von Air Berlin an Dimitri Courtelis und wechselt als CFO zur Flixbus Gruppe.

Air Berlin

07.09.16
CFO

Arnd Schwierholz wechselt von Air Berlin zu Flixbus

Bei Air Berlin musste CFO Arnd Schwierholz mehrere Krisen managen, nun wechselt er zum Wachstumsunternehmen Flixbus. Der Fernbusbetreiber hat sich zuletzt durch mehrere Zukäufe zum Beinahe-Monopolisten aufgeschwungen.

Der bisherige Air-Berlin-Finanzchef Arnd Schwierholz steigt vom Flieger auf den Bus um: Zum Ende dieses Monats wird der 46-Jährige CFO der Flixbus Gruppe, einem Anbieter von Fernbusreisen. Das erst 2013 gegründete Unternehmen hat die Position neu geschaffen. Schwierholz verantwortet künftig die Finanzthemen der Muttergesellschaft Flix Mobility Holding sowie ihrer internationalen Landesgesellschaften.

Der Finanzchef soll die Expansion des Unternehmens begleiten: „Er wird unser Wachstum und die internationale Expansion mit seiner langjährigen Expertise aus dem Mobilitätssektor unterstützen“, so die Erwartungen von Flixbus-Gründer und Geschäftsführer André Schwämmlein an seinen neuen CFO. 

M&A-Expertise von Arnd Schwierholz bei Flixbus gefragt

Schwierholz hatte bislang vorwiegend Erfahrungen in der Luftfahrtbranche gesammelt. Nach Stationen im Investmentbanking und bei einem Start-up wechselte er zur Lufthansa, wo er 2004 die M&A-Abteilung übernahm. Seine M&A-Expertise dürfte bei Flixbus gefragt sein: Das Unternehmen schloss sich vor rund anderthalb Jahren mit dem Wettbewerber Mein Fernbus zusammen und übernahm vor wenigen Wochen die Postbus-Sparte der Deutschen Post DHL.

Die Arbeit in einem auf Wachstum ausgerichteten Unternehmen dürfte für Schwierholz einen Wechsel darstellen. Nachdem er 2011 CFO der Lufthansa-Tochter Sky Chefs wurde, wechselte Schwierholz 2014 zu der angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin, deren Finanzressort er im April 2015 übernahm. Dort standen die Zeichen zuletzt auf Krise: Das Unternehmen, das schon mehrere Finanzspritzen von Großaktionär Etihad erhalten hat, vermeldete nach dem ersten Halbjahr 2016 ein negatives Eigenkapital von nahezu 1 Milliarde Euro

Dimitri Courtelis steigt zum CFO von Air Berlin auf

Einen Nachfolger auf dem CFO-Posten hat Etihad allerdings schon ernannt: Der 35-jährige Dimitri Courtelis wird die Position zum 15. September übernehmen. Courtelis war seit November 2015 bereits stellvertretender Finanzvorstand von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft. Hierin liegt eine Parallele zu Schwierholz: Er hatte zunächst als Stellvertreter des damaligen CFOs Ulf Hüttmeyer gearbeitet, bevor er den CFO-Posten übernahm.

Courtelis arbeitete unter anderem als Berater bei Ernst & Young sowie bei Deloitte, zu seinen bisherigen beruflichen Stationen zählen Südafrika, Australien und Dubai. 2013 wurde Courtelis CFO der Fluggesellschaft Air Serbia in Belgrad, an der Etihad ebenfalls maßgeblich beteiligt ist. Air Berlin zufolge zeichnete er dort „maßgeblich“ für den Turnaround der Gesellschaft verantwortlich. Die Restrukturierungskompetenz dürfte auch bei Air Berlin gefragt sein.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Lesen Sie mehr über den Werdegang des neuen Flixbus-CFOs im FINANCE-Köpfe-Profil von Arnd Schwierholz.

Alles über die andauernde Restrukturierung bei Deutschlands zweitgrößter Fluglinie finden Sie auf der Themenseite zu Air Berlin.