Marcus Ketter tritt seinen neuen Job als CFO bei Klöckner & Co. am 1. Februar an.

Schuler

30.01.13
CFO

CFO Marcus Ketter steigt mit KlöCo in den MDax auf

An diesem Freitag beginnt Marcus Ketter seinen neuen Job als CFO des Duisburger Stahlhändlers Klöckner & Co. Der 44-Jährige, bislang Finanzchef des im SDAX notierten Pressenherstellers Schuler, wird bei KlöCo den Konzernumbau begleiten müssen.

Bei Klöckner & Co (KlöCo) tritt an diesem Freitag Marcus Ketter seinen neuen Job als CFO an. Ketter übernimmt die Bereiche Bilanzen/Finanzen, Controlling und Steuern vom Vorstandsvorsitzenden Gisbert Rühl, der das Finanzressort bislang zusätzlich verantwortete, und übernimmt zudem den Bereich IT.

Bei dem im MDAX notierten Duisburger Stahlhändler wird der neue Finanzvorstand Ketter vor allem beim bereits eingeleiteten Konzernumbau mit anpacken müssen. Die begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen sollen laut Konzernbericht „mit höchster Priorität vorangetrieben und nochmals erweitert“ werden. Rund 60 der insgesamt 290 Standorte will das Unternehmen schließen oder verkaufen und zudem mehr als 1.800 Stellen streichen. Da kommen auch auf den Finanzvorstand einige Aufgaben zu: Finanzieren wollen die Duisburger die Restrukturierung weitgehend durch den Abbau des Net Working Capital in den zu schließenden Standorten. 

Das operative Geschäft und die Ergebnislage von KlöCo sind schwach, was sich angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Europa so schnell auch nicht ändern dürfte. Das Ergebnis für die ersten neun Monate 2012 fiel schwächer aus als vom Unternehmen erhofft. So lag das Ebitda vor Restrukturierungsaufwendungen von 117 Millionen Euro laut Neunmonatsbericht unter dem Vorjahreswert von 203 Millionen Euro.

Das Unternehmen schiebt die Entwicklung auf „die schwächere Konjunkturentwicklung in Europa sowie einen kontinuierlichen Preisdruck für Stahlprodukte.“ Das Konzernergebnis vor Restrukturierungsaufwendungen und Impairments lag bei minus 33 Millionen Euro, nach 38 Millionen Euro im gleichen Zeitraum 2011.

KlöCo hofft auf Schub aus den USA

Bereits im zweiten Quartal 2012 war das Unternehmen hinter den Markterwartungen zurück geblieben. Mitte August 2012 senkte zudem die Ratingagentur S&P die Bonität des Stahlhändlers auf BB minus, Ausblick negativ. Neu-CFO Ketter hilft dies bei der Aufgabenbewältigung nicht. Besonders schlecht läuft es im Europageschäft von KlöCo. Für 2013 erwartet CEO Rühl jedoch Besserung. „Im Laufe des Jahres dürften die Investitionen weltweit wieder hochgefahren werden“, sagte der Vorstandschef zu Jahresbeginn gegenüber der Presse. Schub solle Klöckner & Co das Geschäft in den USA verleihen, das weiter ausgebaut werden soll. Auch das muss freilich investiert werden.

Für den 44-jährigen Ketter wird es einiges zu tun geben bei seinem neuen Arbeitgeber. Vor allem in der Umsetzung der bereits begonnenen Restrukturierung wird der Finanzexperte gefordert sein, das Setzen eigener Akzente dürfte vorerst in den Hintergrund rücken. Wenn die schmerzhafte Restrukturierung Früchte trägt, wird das Projekt Ketters Lebenslauf aufwerten. Der Wechsel zu KlöCo bedeutet für ihn zudem einen wichtigen Karrieresprung, der ihn vom SDAX in den MDAX befördert.

Bislang ist der studierte Volkswirt CFO des im SDAX notierten Pressenherstellers Schuler. Dort startete er in dieser Position erst im Oktober 2011 und hat sich schnell einen guten Namen erarbeitet. Mit der Übernahme des Göppinger Unternehmens durch den österreichischen Anlagenbauer Andritz Ende 2012 dürfte Ketter der Absprung bei Schuler nicht besonders schwer gefallen sein. Vor seiner Zeit in Göppingen war er bereits in verschiedenen Führungspositionen bei ThyssenKrupp tätig, unter anderem als kaufmännischer Geschäftsführer und CFO von ThyssenKrupp Elevator – der Führungsgesellschaft für das Aufzugsgeschäft von ThyssenKrupp in Zentral -, Ost – und Nordeuropa mit rund 11.000 Mitarbeitern und 1,5 Milliarden Euro Umsatz.

Die Göppinger haben Ketter jedoch nicht gerne vorzeitig gehen lassen. „Dem Aufsichtsrat ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Robert Schuler-Voith. Ketter habe einen „wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Finanzorganisation des Unternehmens geleistet“. Zum Abschied wünschte der Ex-Arbeitgeber „das Beste und auch weiterhin viel Erfolg“. Erfolg wird er in Duisburg in der Tat bald vorweisen müssen.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de