CFO Roland Vogel wird die Hannover Rück im September verlassen.

Hannover Rück

07.08.20
CFO

CFO Roland Vogel verlässt Hannover Rück nach 30 Jahren

Finanzchef Roland Vogel verlässt die Hannover Rück nach mehr als 30 Jahren Tätigkeit und geht in den Ruhestand. Seinen Nachfolger hat der Rückversicherer in den eigenen Reihen gefunden.

CFO-Wechsel bei der Hannover Rück: Wie der Rückversicherer heute mitteilte, verlässt der langjährige Finanzchef Roland Vogel das Unternehmen zum 30. September. Der 60-Jährige geht in den Ruhestand, wird der Hannover Rück aber weiterhin beratend zur Verfügung stehen. Außerdem soll Vogel nach seinem Abtritt als Finanzchef in den Aufsichtsrat oder Beirat einzelner Hannover-Rück-Gesellschaften einziehen.

Aufsichtsratschef Torsten Leue dankte Vogel für seine „verdienstvolle Tätigkeit“: „Unsere besondere Anerkennung gilt seinem äußerst wertvollen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung des Hannover Rück-Konzerns in den vergangenen elf Jahren als Finanzvorstand und der außerordentlich positiven Wertentwicklung der Hannover-Rück-Aktie.“ Als Roland Vogel 2009 zum Finanzvorstand der Hannover Rück ernannt wurde, notierte die Aktie bei rund 20 Euro. Derzeit ist das Papier knapp 140 Euro wert.

CFO Vogel war 30 Jahre bei Hannover Rück

Roland Vogel blickt auf insgesamt mehr als 30 Jahre bei der Hannover Rück zurück. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften stieg Vogel bei dem Wirtschaftsprüfer Treuverkehr ein, der heute zu dem Big-Four-Haus KPMG gehört. Im Jahr 1989 folge der Wechsel in die Revision der Hannover Rück.

In den folgenden Jahren arbeitet Vogel in unterschiedlichen Positionen bei den Hannoveranern, darunter auch als Zentralbereichsleiter Finance and Accounting. Im Jahr 2009 wird Vogel zum Finanzvorstand und stellvertretenden Vorstand ernannt. Seit 2011 ist der CFO auch ordentliches Vorstandsmitglied.

Während seiner Zeit bei der Hannover Rück hat Vogel den Konzern unter anderem durch die Finanzkrise gesteuert und auf die Versicherungsrichtlinie Solvency II vorbereitet, so die Hannover Rück. Zudem habe er erheblich dazu beigetragen, den „Wert und das Ansehen der Hannover Rück für alle Stakeholder zu steigern“.

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Roland Vogel, Hannover Rück SE

Nach dem Studium beginnt Roland Vogel 1988 seine berufliche Laufbahn in der EDV-Revision von Treuverkehr. 1989 wechselt der Diplom-Ökonom zum Rückversicherer Hannover Rück. Dort arbeitet er die ersten fünf Jahre im Bereich Revision. 1996 wird er Bereichsleiter der betriebswirtschaftlichen Abteilung. Von 2001 an leitet Vogel den Zentralbereich Finance and Accounting.

Acht Jahre später wird er zum stellvertretenden Mitglied des Vorstands und zum CFO der Hannover Rück-Gruppe sowie der Hannover Rück und E+S Rückversicherung ernannt. Seit 2011 ist er ordentliches Vorstandsmitglied und nach wie vor noch als Finanzvorstand der beiden zuvor genannten Gesellschaften tätig. Im August 2020 gibt die Hannover Rück den Abtritt von Roland Vogel bekannt. Der Finanzchef verlässt den Rückversicherer im September nach mehr als 30 Jahren und geht in den Ruhestand.

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Neu-CFO Jungsthöfel kommt vom HDI Global

Die Hannover Rück hat auch schon einen Nachfolger für ihren scheidenden CFO gefunden, und er kommt aus den eigenen Reihen: Clemens Jungsthöfel wird im September in die Fußstapfen von Vogel treten. Der 49-Jährige ist derzeit CFO bei HDI Global. Sowohl HDI Global als auch die Hannover Rück sind Tochtergesellschaften des im SDax notierten Versicherungskonzerns Talanx.

Jungsthöfel ist seit Mai 2018 Vorstandsmitglied bei HDI Global und verantwortet dort die Ressorts Controlling, Risikomanagement, Unternehmensentwicklung und passive Rückversicherung. Bei HDI Global habe der CFO das Feuergeschäft saniert und die Finanzabteilung neu strukturiert. Vor seiner Zeit bei HDI Global war der gelernte Versicherungskaufmann bei KPMG für die Prüfung und Beratung von Versicherungsunternehmen zuständig.

Rückversicherungsvolumen steigt wegen Corona

Clemens Jungsthöfel wird bei der Hannover Rück unter anderem die Folgen der Coronavirus-Krise abfedern müssen. Wie die in dieser Woche vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal zeigen, ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) des MDax-Unternehmens um fast zwei Drittel auf knapp 77 Millionen Euro eingebrochen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag das Ebit noch bei rund 492 Millionen Euro.

Zusätzlich musste der Rückversicherer weitere 380 Millionen Euro für Pandemieschäden zurückstellen. Damit belaufen sich die Rückstellungen im ersten Halbjahr auf 600 Millionen Euro. Insgesamt verzeichnet der Konzern wegen der Coronakrise eine höhere Nachfrage nach Rückversicherungen. Angesichts der noch unsicheren Entwicklungen der Pandemie traute sich Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz bisher noch keine Prognose für das Gesamtjahr zu.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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