Lars Schnidrig steigt zum CEO auf. Er verantwortet weiterhin die Finanzen, holt sich aber für Deutschland Unterstützung von Martin Bassermann.

Corestate

21.03.19
CFO

Corestate-CFO Lars Schnidrig wird CEO

Seit einigen Monaten hat Corestate-CFO Lars Schnidrig den CEO-Posten interimistisch inne – nun wird er dauerhaft zum Vorstandsvorsitzenden befördert. Direkt an ihn berichten wird der neu berufene Finanzchef Martin Bassermann.

Beförderung für Lars Schnidrig: Der CFO und seit Jahresende 2018 interimistischer CEO des  Immobilieninvestors Corestate wird ab April fest zum CEO und Vorstandsvorsitzenden berufen. Sein Vertrag geht für vier Jahre, gab das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt.

Schnidrig war Ende Dezember eingesprungen, als sich das Unternehmen von seinem Vorgänger, Michael Bütter, getrennt hat. Zu den Gründen äußerte sich Corestate damals nicht, betonte aber, dass die Trennung „nicht in Zusammenhang mit der operativen Entwicklung oder der strategischen Ausrichtung des Unternehmens“ stehe.

Finanzleiter Martin Bassermann steigt bei Corestate auf

Auch in seiner CEO-Rolle soll der 46-jährige Schnidrig neben der strategischen Ausrichtung weiterhin die Konzern-Finanzen für den Luxemburger Immobilieninvestor verantworten: Seine Ressorts umfassen die Bereiche M&A, Finanzen, Investor Relations, Kommunikation, Recht und Personal. 

Für die operative Leitung der Finanzen allerdings wird Martin Bassermann als CFO ernannt. Bassermann, der in seiner Rolle direkt an Schnidrig berichten wird, befindet sich auf der Führungsebene zwischen Vorstand und Managing Directors. Bassermann kam im Juli 2017 zu Corestate und leitete bisher den Bereich Finance. Er arbeitete zuvor in der Finanzabteilung des Wettbewerbers Patrizia.

Neben Schnidrig veröffentlichten die Luxemburger eine weitere Personalmeldung: Thomas Landschreiber wird für drei weitere Jahre CIO. Er übernimmt weiterhin das operative Geschäft mit den Schwerpunkten Equity Raising und Investment Management. 

Schnidrig platzierte Wandel- und Unternehmensanleihe

„Lars Schnidrig hat wesentliche unternehmerische Impulse gesetzt, den Konzern finanziell auf sehr solide Beine gestellt und den strategischen Transformationsprozess mit hohem persönlichem Engagement begleitet. Die Führung ist damit nachhaltig ausgerichtet“, begründet Micha Blattmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats, die Beförderung von Schnidrig.

Schnidrig kam im Juli 2017 als CFO zu Corestate. Zuvor verantwortete er seit 2008 die Bereiche Finanzen und Treasury bei dem Konkurrenten Vonovia und war zudem Vorstand der niederländischen Finanzierungsgesellschaft des Dax-Konzerns. Bei Vonovia begleitete er gemeinsam mit dem damaligen CFO Stefan Kirsten zahlreiche Zukäufe wie Gagfah und Conwert, die dem Unternehmen am Ende einen Platz im Dax sicherten. 

FINANCE-Köpfe

Lars Schnidrig, Corestate Capital Holding SA

Seine Karriere startet Lars Schnidrig als Management Consultant bei Struktur Management Partner in Köln im Jahr 2000. Ein Jahr später zieht es den Manager zur Hypovereinsbank ins Real Estate Investmentbanking. 2003 wechselt Schnidrig als Bereichsleiter Finanzierung zur Deutschen Pfandbriefbank, für die er in London, Paris, Dublin und New York City aktiv ist.

2008 folgt der Wechsel zum Immobilienkonzern Vonovia (damals Deutsche Annington), wo er als Bereichsleiter Finanzen und Treasury aktiv ist. 2013 übernimmt Schnidrig zusätzlich die Aufgabe als CFO der niederländischen Finanztochter von Vonovia. Im Juli 2017 verlässt Schnidrig Vonovia nach fast zehn Jahren und übernimmt das Amt des Finanzvorstands bei dem börsennotiertem Asset Manager und Immobilieninvestor Corestate.

Im Januar 2019 übernimmt er übergangsweise auch noch das Amt des CEOs. Im März wird bekannt, dass Schnidrig ab April 2019 das Amt des CEOs dauerhaft übernimmt. Doch schon eineinhalb Jahre später, im Oktober 2020, teilt das Unternehmen mit, dass Schnidrig Ende 2020 „im besten Einvernehmen und auf eigenen Wunsch“ ausscheidet.

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Seine Erfahrung konnte der Volkswirt gut bei den jüngsten Corestate-Zukäufen gebrauchen. Unter anderem kaufte das Unternehmen den Immobilienfinanzierer Helvetic Financial Services und den britischen Studentenwohnheimbetreiber CRM Students.

In Sachen Finanzierung betrat er als CFO von Corestate Neuland für das Unternehmen und platzierte im November 2017 erstmals eine Wandelanleihe und vor gut einem Jahr erstmals einen klassischen Corporate Bond.

Corestate blickt auf Rekordjahr zurück

Laut den vergangene Woche vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen für 2018 hat sich Corestate im vergangenen Jahr gut entwickelt: Die Umsatzerlöse sind um 50 Prozent auf 292 Millionen Euro angestiegen, fast genauso stark ist der bereinigte Konzerngewinn angestiegen, auf 135 Millionen Euro. Damit hat das Unternehmen die im November angehobene Prognose übertroffen. „2018 war sowohl für die Gruppe als auch für die Tochterunternehmen ein absolutes Rekordjahr. Der Gewinn je Aktie stieg um rund 50 Prozent, gleichzeitig haben wir den Verschuldungsgrad halbiert“, lobt Schnidrig.

Nach dem starken, teils anorganischen Wachstum zeigt sich Corestate für 2019 aber sehr verhalten: Die Umsatzerlöse würden mit den erwarteten 285 bis 295 Millionen Euro auf Vorjahresniveau bleiben, ähnlich das erwartete bereinigte Konzernergebnis mit 130 bis 140 Millionen Euro.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

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