Die Parfümeriekette Douglas wechselt den Finanzchef: Matthias Born kommt von CBR Fashion und ersetzt Michael Rauch.

Douglas

27.03.19
CFO

Douglas holt Private-Equity-erfahrenen CFO

Matthias Born wechselt als CFO von CBR Fashion zum CVC-Portfoliounternehmen Douglas. Auf den Nachfolger von Michael Rauch wartet keine leichte Aufgabe: Die Parfümeriekette kämpft mit diversen Problemen.

Die Gerüchteküche war in den vergangenen Tagen bereits heiß gelaufen, jetzt folgte die offizielle Bestätigung: Die Parfümeriekette Douglas tauscht ihren CFO aus. Einer Mitteilung des Unternehmens zufolge geht der amtierende Finanzchef Michael Rauch „im besten Einvernehmen mit Kollegen in der Geschäftsführung und Gesellschaftern“.

Für den 47-Jährigen schließt sich das Kapitel Douglas somit nach etwas mehr als zwei Jahren. Rauch ist seit Anfang 2017 CFO der Parfümeriekette, die neben der mit 15 Prozent beteiligten Familie Kreke mehrheitlich dem Finanzinvestor CVC gehört. Rauch war vor seinem Wechsel zu Douglas 16 Jahre für den Konsumgüterhersteller Henkel in verschiedenen internationalen CFO- und Controlling-Funktionen aktiv gewesen.

Neuer Douglas-CFO Matthias Born kommt von CBR

Rauchs Nachfolger steht bereits fest: Matthias Born wird neuer Finanzchef der Parfümeriekette. Der 48-Jährige wechselt von dem Modehändler CBR Fashion, zu dem Marken wie Street One und Cecil gehören, zu den Düsseldorfern. Vorgänger Rauch soll Born noch einarbeiten, bis dieser sein Amt antritt. Spätestens im September soll Born den CFO-Posten dann übernehmen, teilte Douglas mit.

Damit setzt Douglas nach dem Konzern-Manager Rauch auf einen CFO mit Private-Equity-Erfahrung: Born ist seit 2013 Finanzchef und seit 2017 in Personalunion auch Chief Operating Officer von CBR, das sich seit 2018 im Besitz von Alteri Investors befindet. Hinter Alteri steht der Finanzinvestor Apollo. Davor gehörte CBR elf Jahre dem schwedischen PE-Haus EQT.

Douglas und CBR weisen eine interessante Parallele auf: Beide Unternehmen wollten im Frühling 2015 an die Börse gehen, sagten ihre IPOs dann aber beide kurzfristig ab. Der damalige Douglas-Eigner Advent verkaufte stattdessen seine Anteile an CVC.

Douglas: Umsatz stagniert, viele Sondereffekte

Douglas’ neuer CFO Matthias Born findet nun eine herausfordernde Situation vor. Der Umsatz– M&A-Aktivitäten herausgerechnet – stagnierte im Geschäftsjahr 2017/18 (Stichtag: 30. September) gegenüber dem Vorjahr bei 2,8 Milliarden Euro, inklusive Zukäufen kletterte der Gesamtumsatz auf 3,3 Milliarden Euro.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (adjusted Ebitda) stieg im Geschäftsjahr 2017/2018 von 354 auf 376 Millionen Euro. Ohne diese Bereinigungen ergibt sich beim berichteten Ergebnis (reported Ebitda) ein anderes Bild: Dieses fiel von 291 auf 202 Millionen Euro.

Douglas kämpft operativ gleich an mehreren Fronten: Einerseits leidet der Konzern im stationären Handel unter der Konkurrenz, die durch Drogerieketten wie DM und Rossmann entsteht. Auch der aggressiv expandierende Wettbewerber Sephora wird für Douglas zunehmend zum Problem.

Andererseits ist der für die Zukunft wichtige Onlinehandel ebenfalls nicht rar an Konkurrenz. Hier muss sich Douglas gegen die schnell wachsende ProSiebenSat.1-Tochter „Flaconi“ durchsetzen, ebenso wie gegen den Logistikgiganten Amazon. Auch der Online-Händler Zalando setzt seit kurzem auf Beauty-Produkte in seinem Sortiment. 

Douglas leidet unter der Konkurrenz im stationären Handel.

Douglas mit 5,1x Ebitda verschuldet

Als wäre das nicht genug, lasten – wie bei Private-Equity-Transaktionen üblich – hohe Schulden auf Douglas. Aktuell liegt die Nettoverschuldung bei dem 5,1-fachen des um Sondereffekte bereinigten Ebitda. 

Die Verunsicherung im Markt ist daher groß: Eine Anleihe aus dem Jahr 2016 im Emissionsvolumen von 335 Millionen Euro, die ein Investmentvehikel der Eigentümer für die Übernahme von Douglas begeben hat,  notiert nur noch bei etwas weniger als 70 Prozent. Ein weiterer Bond über 300 Millionen Euro stand noch im Dezember erheblich unter Druck, notiert mittlerweile aber wieder bei 92 Prozent.

Immerhin konnte Douglas zuletzt einen Erfolg vermelden: Das enorm wichtige Weihnachtsquartal verlief gut. Im Oktober, November und Dezember 2018 stieg der Nettoumsatz von Douglas um 7,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Das Ebitda legte gegenüber dem ersten Quartal des vorherigen Geschäftsjahres von 160 Millionen auf 175 Millionen Euro zu. Chefin von Douglas ist Tina Müller, ehemalige Marketing-Chefin des Autobauers Opel.

jakob.eich[at]finance-magazin.de