E.on

19.12.16
CFO

E.on macht Eigengewächs Marc Spieker zum CFO

E.on befördert Marc Spieker: Der 41-Jährige wird neuer CFO bei dem Energieversorger. Seine wichtigste Aufgabe: Die Bilanz stärken.

E.on hat einen Nachfolger für den scheidenden CFO Michael Sen gefunden: Der Aufsichtsrat des Energiekonzerns hat Marc Spieker zum Finanzvorstand ernannt. Zum Jahreswechsel wird der 41-Jährige in den Vorstand der Essener einziehen, wie E.on mitteilte. Ab dem 1. April ist Spieker dann CFO.

Mit Marc Spieker befördert E.on ein Eigengewächs: Der promovierte Betriebswirt ist seit fast 15 Jahren für den Dax-Konzern tätig. Dort war Spieker zunächst im Controlling – unter anderem in der schwedischen E.on-Tochter – bevor er später zum CFO bei der spanischen Gesellschaft aufrückte. Von 2012 bis 2014 leitete Spieker den Investor-Relations-Bereich in der Düsseldorfer Zentrale. Zuletzt war der Manager für das Konzernumbauprojekt verantwortlich, das zur Abspaltung von Uniper führte.

Michael Sen wechselt zum 1. April zu Siemens

Bei der Besetzung des CFO-Postens stand E.on unter Zugzwang: Vor einem Monat wurde bekannt, dass Finanzchef Michael Sen zu seinem alten Arbeitgeber Siemens zurückkehren will. Dort hatte CEO Joe Kaeser seinem ehemaligen Investor-Relations-Chef die Verantwortung für die Medizintechnik-Sparte angeboten. Kaeser plant, diese auszugliedern und an die Börse zu bringen.

Mit der Ernennung von Spieker zum neuen E.on-CFO ist nun auch klar: Sen wird nach knapp zwei Jahren als Finanzchef des Energiekonzerns zum 1. April zurück zu Siemens wechseln. „Mit der Neubesetzung der Position des CFO wird ein nahtloser Übergang gewährleistet“, sagt der E.on-Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Ludwig Kley.

Uniper-Abspaltung lastet auf E.on-Bilanz

Dennoch kommt der Wechsel an der Spitze des Finanzressorts für E.on zur Unzeit. Die Abspaltung der Kraftwerkstochter Uniper lastet schwer auf dem ohnehin angeschlagenen Energiekonzern: 6,1 Milliarden Euro mussten die Essener nach dem Börsengang abschreiben. In den ersten neun Monate des laufenden Jahres führte dies zu einen Rekordverlust von 9,3 Milliarden Euro. Das Verhältnis von wirtschaftlicher Nettoverschuldung zum Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) liegt laut Berenberg bei 5x.

Zum Jahresende wird der Verlust noch höher ausfallen, wie E.on bereits warnt. Hintergrund: Die Essener vollziehen dann die endgültige Trennung von Uniper. Ab 2017 wird das Kraftwerksgeschäft nur noch als assoziiertes Unternehmen („at equity“) bilanziert – mit der Folge, dass die Uniper-Währungsverluste vor allem in Russland das E.on-Ergebnis weiter ins Minus drücken. Der Schritt betreffe aber weder das Eigenkapital noch die Barmittel von E.on, betonte der Konzern.

Dieser Schnitt erfolgt noch unter Finanzchef Sen, der die Zahlen für 2016 vorlegen wird. Der künftige E.on-CFO Marc Spieker wird dennoch eng mit Uniper verwoben bleiben: Er soll langfristig der einzige Vertreter von E.on im Aufsichtsrat der ehemaligen Tochter sein.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

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