Zum neuen Jahr wird Marco Swoboda neuer CFO von Henkel.

Henkel

20.12.19
CFO

Henkel macht Eigengewächs Marco Swoboda zum CFO

Aufstieg für Marco Swoboda: Der 48-Jährige wird neuer CFO von Henkel. Erneut bedient sich der Konsumgüterhersteller aus den eigenen Reihen, um eine Personallücke zu füllen.

Ende Oktober wurde bekannt, dass CEO Hans Van Bylen Henkel verlassen wird und CFO Carsten Knobel auf seine Position rückt – nun haben die Düsseldorfer einen Nachfolger für den CFO-Posten gefunden. Das Finanzressort wird ab dem 1. Januar 2020 Marco Swoboda leiten, wie Henkel heute mitteilte.

Marco Swoboda ist ein veritables Eigengewächs: Bereits nach dem Studium steigt er 1997 bei Henkel im Bereich Konzerncontrolling/Strategie ein, seitdem ist er dem Unternehmen treu geblieben. Im Jahr 2000 gründete Henkel die Chemiesparte Cognis in den Niederlanden, wo Swoboda in den Bereich Unternehmensentwicklung/M&A wechselte. Während seiner Zeit bei Cognis begleitete er den Verkauf an ein Private-Equity-Konsortium um den Finanzinvestor Permira und die Investmentbank Goldman Sachs und leitete das Konzerncontrolling.

Marco Swoboda ist seit 23 Jahren bei Henkel

2006 folgte die Rückkehr zur Zentrale, wo Marco Swoboda das Funktions- und Beteiligungscontrolling neu aufstellte. Drei Jahre später übernahm er zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben die Verantwortung für die Unternehmensplanung des Konzerns. 2011 kam der Sprung nach Asien, wo er von Shanghai aus die Finanzorganisation für die Region Asien/Pazifik leitete.

2014 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Corporate Senior Vice President Finanzen. In dieser Funktion verantwortet er bis heute die weltweite Finanzorganisation sowie die Bereiche Corporate Accounting, Beteiligungscontrolling sowie Corporate Finance/Treasury.

Insgesamt ist Marco Swoboda damit seit bald 23 Jahren im Konzern tätig. „Wir freuen uns, mit Marco Swoboda einen hochqualifizierten internen Nachfolger für die Position des Finanzvorstands zu benennen“, lässt sich Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah in der Mitteilung zitieren.

Auch CFO Carsten Knobel ist Henkel-Eigengewächs

Mit der Beförderung eines Eigengewächses setzt Henkel auf eine bewährte Strategie: Auch der noch amtierende Finanzchef Carsten Knobel startete seine berufliche Karriere im Jahr 1995 bei Henkel, und ist dem Unternehmen seitdem treu geblieben.

Die Düsseldorfer haben sogar ein eigenes internationales Talent-Management-System, um guten Nachwuchs zu finden und im Unternehmen aus- und weiterzubilden.

Auf Neu-CFO Marco Swoboda warten sodann auch herausfordernde Zeiten: Die Henkel-Aktie verliert seit einigen Jahren in Folge an Wert und hat auch in diesem Jahr Höhen und Tiefen durchlebt. Seit dem Allzeithoch im Sommer 2017, als die Aktie bei über 125 Euro notierte, befindet sich das Papier auf Talfahrt. Aktuell liegt der Wert einer Henkel-Aktie bei knapp 92 Euro.

FINANCE-Köpfe

Carsten Knobel, Henkel AG & Co. KGaA

Carsten Knobel startet seine berufliche Karriere 1995 als Assistent des damaligen Forschungsvorstands bei Henkel. Es folgt der Wechsel ins Controlling, wo er einige Jahre das internationale Marketing-Controlling der strategischen Geschäftseinheit Haar im Unternehmensbereich Kosmetik und Körperpflege (heute Beauty Care) leitet. Von 2000 bis 2002 ist Knobel innerhalb des Kosmetik-Geschäfts für das Controlling in den Regionen Nordamerika, Lateinamerika und Asien zuständig. 2002 verantwortet er als International Marketing Manager die Schwarzkopf-Marke Taft. 2003 wird er Direktor für Business Development im Geschäftsbereich Kosmetik und Körperpflege.

Ab 2006 leitet Knobel als Corporate Vice President die Konzernstrategie und das Konzerncontrolling von Henkel. 2009 steigt er zum Corporate Senior Vice President auf und übernimmt zusätzlich die Funktion des Finanzdirektors für den Unternehmensbereich Kosmetik und Körperpflege. Im Juli 2012 wird Carsten Knobel als CFO in den Vorstand berufen. Dort verantwortet er neben dem Unternehmensbereich Finanzen auch die Bereiche Einkauf und Integrated Business Solutions. Im Oktober 2019 wird Knobel zum Henkel-Chef befördert, seinen Posten tritt er im Januar 2020 an.

zum Profil

Marco Swoboda muss Henkel voranbringen

Auch das Geschäft von Henkel bewegt sich seit einiger Zeit seitwärts. Wie die im November veröffentlichten Neunmonatszahlen zeigen, liegt der Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei 15 Milliarden Euro, das liegt nur leicht über dem Vorjahresniveau. Organisch verzeichnete das Unternehmen hingegen kaum Wachstum.

Vor allem die Segmente Adhesive Technologies und Beauty Care sorgten zuletzt für einen leichten Umsatzrückgang. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug in den ersten neun Monaten dieses Jahres knapp 2,3 Milliarden Euro, das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von etwas mehr als 4 Prozent.

Wieder Schwung in das Unternehmen und die Geschäftsentwicklung zu bringen, dürfte nun auch in das Aufgabenportfolio des neuen CFO Marco Swoboda fallen – vielleicht sogar schon bald mit einem neuen M&A-Deal. Wenngleich es ein riskanter Deal wäre, wird Henkel seit einiger Zeit Interesse an der Haarpflegemarke Wella nachgesagt. Erst kürzlich kauften die Düsseldorfer in dem Segment zu und übernahmen die US-Haarpflegemarke Devacurl.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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