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CFO Axel Salzmann verlässt Hensoldt

Axel Salzmann verlässt den Rüstungskonzern Hensoldt. Foto: Hensoldt
Axel Salzmann verlässt den Rüstungskonzern Hensoldt. Foto: Hensoldt

Axel Salzmann nimmt seinen Hut bei Hensoldt. Wie der Rüstungskonzern erklärte, scheidet der Finanzvorstand in gegenseitigem Einvernehmen Ende Juni aus dem Vorstand aus. In den drei Monaten danach soll er dem Konzern noch als Berater zur Verfügung stehen.

Christian Ladurner soll Salzmann als CFO beerben

Ein Nachfolger ist bereits gefunden: Christian Ladurner, der bisherige Head of Group Controlling & Investor Relations bei Hensoldt, soll ab dem 1. Juli neuer Finanzchef werden  Ladurner ist bereits seit sechs Jahren bei Hensoldt, im Oktober 2015 stieß er als Head of Central Controlling zum Unternehmen.

Auch davor agierte er schon im Umfeld der heutigen Hensoldt, einer früheren Airbus-Sparte, die der Luft- und Rüstungskonzern im Jahr 2017 an den US-Finanzinvestor KKR verkauft hatte. Zwischen 2010 und 2014 war Ladurner bei Airbus Defence and Space in den Niederlanden tätig, zuerst als Head of Centre Controlling Supply Chain Management und dann als Head of Controlling Customer Support. Laut seines LinkedIn-Profils begann er seine Karriere 2006 bei Volkswagen im Supply Chain Controlling.

Axel Salzmann ist seit 2017 Hensoldt-CFO

Der Finanzinvestor KKR war es auch, der Salzmann zu Hensoldt holte. Diesen Namen gab KKR dem Unternehmen nach dem Spin-off von Airbus. Salzmann startete im April 2017 als Finanzvorstand und begleitete neben der Abnabelung von Airbus auch diverse M&A-Akquisitionen, die Hensoldt geographisch und technologisch auf eine breitere Basis stellten. Im September 2020 startete KKR dann seinen Exit in Form eines Börsengangs.

Vor seiner Zeit bei Hensoldt war Salzmann von Frühjahr 2015 an CFO bei dem Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger. Die längste Zeit in der Rolle des Finanzchefs arbeitete er beim Medienunternehmen ProSiebenSat.1 – insgesamt sieben Jahre. Seine Karriere begann Salzmann bei Phillips. 1996 wurde er dort zum CFO und Head of IT von Philips Medical Systems Deutschland und Osteuropa befördert. Bevor er zu ProSiebenSat.1 ging, war Salzmann noch CFO bei dem Mobilfunkanbieter O2 Deutschland.

Salzmann sieht das Unternehmen nun „auf einer sehr gesunden finanziellen Basis“. Tatsächlich gelang es Salzmann, den hohen Leverage nach dem Buy-out durch KKR in den vergangenen Jahren deutlich zurückzuführen. Ende 2021 sank der Leverage auf nur noch 1,4x Ebitda, was Hensoldt in die Lage versetzte, die Dividende für seine Aktionäre zu verdoppeln. Der scheidende CFO sieht Hensoldt „bestens vorbereitet, um als globale Marke weiter zu wachsen“.

Aktienkurs des vergangenen Jahres

„Neuaufstellung“ in Vorstand und Aktionariat

Im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Vorstands wird auch die Bestellung von Personalvorstand Peter Fieser beendet. Für ihn übernimmt zum 1. Oktober der Airbus-HR-Manager Lars Immisch (Mehr dazu lesen Sie bei den Kolleginnen und Kollegen der Personalwirtschaft). „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Umsetzung der schon lange geplanten Neuaufstellung des Vorstands“, lässt sich Aufsichtsratschef Johannes Huth zitieren, der auch Europachef von KKR ist.

Auch seine Zeit im Aufsichtsrat dürfte bald enden, denn KKR ist nur noch mit einer Restbeteiligung von 8,3 Prozent an Hensoldt beteiligt. Mit jeweils 25,1 Prozent der Aktien geben inzwischen die Bundesrepublik Deutschland und der italienische Rüstungskonzern Leonardo den Ton im Aktionariat an. 41,5 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Seit dem Börsengang hat die Aktie von Hensoldt um mehr als 70 Prozent zugelegt – allerdings erst seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Der Eröffnungspreis lag bei 13,11 Euro, der aktuelle Kurs steht bei rund 23 Euro. „Ohne Axel Salzmann und Peter Fieser wären wir als Unternehmen nicht da, wo wir heute stehen“, lässt sich Hensoldt-Chef Thomas Müller zitieren.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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