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Mahle-CFO Michael Frick geht wohl zu ZF Friedrichshafen

Wechelt Michael Frick nach rund 20 Jahren von Mahle zu ZF Friedrichshafen? Foto: Mahle
Wechelt Michael Frick nach rund 20 Jahren von Mahle zu ZF Friedrichshafen? Foto: Mahle

Wieder Vorstandschaos bei Mahle? Interims-CEO und CFO Michael Frick soll den Autozulieferer verlassen und zu dem Automobilkonzern ZF Friedrichshafen wechseln. Das berichtete zuerst die „Wirtschaftswoche“ mit Verweis auf „mehrere hochrangige Insider“. Auch das „Handelsblatt“ berichtet über den Wechsel und bezieht sich auf einen mit dem Vorgang vertrauten Insider aus Stuttgart. Eine offizielle Bestätigung der Personalie gab es auf FINANCE-Anfrage weder von Mahle noch von ZF.

Dass die Stelle des ZF-CFOs vakant wird, wurde im Juli 2022 bekannt: CFO Konstantin Sauer legt sein Amt zum Jahresende altersbedingt nieder.

Michael Frick ist Mahle schon lange treu

Für Frick wäre der Wechsel ein guter Karriereschritt. Erstens ist ZF deutlich größer als Mahle. Die Stuttgarter nahmen 2021 einen Umsatz von 10,9 Milliarden Euro ein, ZF Friedrichshafen hingegen 38,3 Milliarden Euro. ZF hat zudem mehr als doppelt so viele Mitarbeiter wie Mahle. Durch die Übernahmen von TRW und Wabco hat ZF bei den Zukunftstechnologien Elektromobilität und autonomes Fahren einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Der Kolben-Spezialist Mahle steckt hingegen noch inmitten der Transformation.

Frick ist Mahle schon sehr lange treu. Er ist seit 2003 bei den Stuttgartern, damals stieg er nach einer Station bei der Emtec-Gruppe als Leiter Controlling bei Mahle ein. Nach unterschiedlichen Positionen zum Beispiel als CFO des China-Geschäfts wird er 2011 Mitglied der Geschäftsführung. Im Juli 2014 wird Frick zum CFO befördert. Doch gerade die vergangenen Jahre dürften für den Finanzchef nervenaufreibend gewesen sein.

Mahle hat innerhalb von vier Jahren dreimal den CEO ausgewechselt. Zweimal musste Frick interimistisch als CEO einspringen – er war damit eine wichtige Konstante im Unternehmen. Zuletzt hatte drei Monate Matthias Arleth den CEO-Hut auf. Wegen Meinungsverschiedenheiten habe man sich offenbar im April, kurz vor einer Bilanzpressekonferenz, getrennt. Davor war Jörg Stratmann Mahle-Chef.

CFO-Profil

Auch wenn Frick sich als Feuerwehrmann gut geschlagen hat – nach dem Weggang von Stratmann machte er in einem Interview mit FINANCE bereits deutlich, dass er lieber CFO als CEO ist: „Ich werde diese Aufgabe zusätzlich so lange wie erforderlich erfüllen. […] Aus meiner persönlichen Sicht habe ich schon die für mich schönste Aufgabe im Unternehmen – ich bin gerne CFO.“

Wird Arnd Franz neuer CEO von Mahle?

Auch einen Nachfolger für Frick, zumindest für den CEO-Posten, soll es schon geben. Laut den beiden Medienberichten wechselt Arnd Franz zu Mahle. Er ist derzeit CEO des Ersatzteilhändlers LKQ Europe. Zudem ist er ein bekanntes Gesicht für den Stuttgarter Kolben-Spezialisten: Franz arbeitete bereits von 2013 bis 2019 als Corporate Executive Vice President Sales and Application Engineering and Aftermarket bei Mahle. Damit kennt er Mahle zwar schon gut, hat aber die vergangenen wichtigen Jahre der Restrukturierung des Unternehmens verpasst. Der Zulieferer fährt schon länger einen extremen Sparkurs.

Laut dem „Handelsblatt“ soll Franz Branchenkreisen zufolge nicht der erste angesprochene Kandidat für den Chefposten gewesen sein. Über eine Nachfolge für den CFO-Posten gibt es keine Informationen.

Das würde Michael Frick bei ZF erwarten

Dass Frick geeignet für die Finanzchef-Rolle des größeren Wettbewerbers ZF wäre, hat er gezeigt. Der Controlling-Spezialist ist offenbar nicht nur stressresistent, sondern kennt die Branche gut und weiß, wie man das Geld zusammenhält – denn durch die Übernahmen von ZF müsste Frick erst einmal einen Schuldenberg von 10 Milliarden Euro managen. Ein Branchenkenner sagte gegenüber dem „Handelsblatt“: „Für ZF ist es eminent wichtig, das Rating zu sichern, damit die Kredite nicht teurer werden.“

sarah.backhaus@finance-magazin.de | + posts

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.

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