Neuer Job für Ex-Porsche-CFO Lutz Meschke

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Ex-Porsche-CFO Lutz Meschke gibt sein Engagement bei dem Family Office Wealthgate bekannt, mit welchem er bereits seit einigen Jahren Verbindungen pflegt. Foto: Wealthgate
Ex-Porsche-CFO Lutz Meschke gibt sein Engagement bei dem Family Office Wealthgate bekannt, mit welchem er bereits seit einigen Jahren Verbindungen pflegt. Foto: Wealthgate

Fast zwei Jahrzehnte lang prägte Lutz Meschke als CFO und stellvertretender Vorstandsvorsitzender den renommierten Automobilkonzern Porsche. Nachdem er Anfang 2025 bereits seinen CFO-Posten bei der Porsche AG geräumt hatte, schied er Ende des vergangenen Jahres auch als Beteiligungsvorstand bei der börsennotierten Familienholding aus. Nun wird bekannt: Meschke ist bereits seit 2018 bei dem Multi-Family-Office Wealthgate engagiert. Das gab der Vermögensverwalter am heutigen Montag bekannt.

Seit Beginn: Meschke ist Gesellschafter bei Wealthgate

Während Meschke noch im Porsche-Vorstand saß, beteiligte sich der Finanzvorstand seit der Gründung von Wealthgate im Jahr 2018 als Gesellschafter an dem unabhängigen Family Office mit Stammsitz in Schwäbisch Hall. Nun macht er diese Funktion erstmals öffentlich.

Meschkes Engagement bei dem Vermögensverwalter ist nicht operativer Natur. Der Finanzmanager gestalte die langfristige strategische Ausrichtung mit und unterstütze den Ausbau des Netzwerks, heißt es in der Mitteilung. Er selbst kommentiert: „Wealthgate steht für einen außergewöhnlich ganzheitlichen Ansatz, der weit über klassische Vermögensverwaltung hinausgeht. Diese unternehmerische Perspektive hat mich von Beginn an überzeugt.“

Wealthgate profitiert von Meschkes Netzwerk

Der Vermögensverwalter verwaltet eigenen Angaben zufolge ein Vermögen von knapp einer Milliarde Euro. Das Unternehmen richtet sich an vermögende Privatpersonen, Familien und Unternehmer und versteht sich nicht als klassischer Vermögensverwalter, sondern als ganzheitlicher Begleiter: Das Angebot umfasse neben der generationsübergreifenden Vermögensverwaltung auch Finanzierungen, Risikoabsicherungen und Serviceleistungen für die jeweiligen Familien. Neben dem Hauptsitz in Schwäbisch Hall ist Wealthgate in München, Stuttgart und Düsseldorf vertreten.

Christian Sammet, CEO und Gründer von Wealthgate verspricht sich von Meschkes Engagement, die Bandbreite und Kompetenz des Vermögensverwalters „deutlich zu erweitern“ und betont: „Von seiner unternehmerischen Expertise und Erfahrung als unser Gesellschafter profitieren alle unsere Kunden.“

Meschkes Netzwerk in der deutschen und internationalen Finanz- und Unternehmenslandschaft dürfte für das wachsende Unternehmen kaum weniger wertvoll sein als seine fachliche Expertise.

Meschke war seit 2001 bei Porsche

Das Ende von Meschkes Porsche-Karriere verlief alles andere als geräuschlos. Insider berichteten damals von einem Machtkampf zwischen Meschke und Johannes Lattwein, dem CFO der Holding. Eine eindeutige Dementi-Erklärung des Unternehmens blieb damals aus. Mit dem Abgang Meschkes schien der Konflikt zugunsten Lattweins entschieden. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche SE, dankte Meschke in knapper Formel für seinen „maßgeblichen Beitrag“ – und ließ damit offen, was hinter den Kulissen geschehen war.

Mit 2001 als Eintrittsjahr hatte Meschke fast ein Vierteljahrhundert im Porsche-Kosmos verbracht: erst in der Bilanzierungsabteilung, dann im Controlling, 2009 stieg er zum CFO auf und war seit 2015 in der Doppelrolle als stellvertretender Vorstandsvorsitzender tätig. Sein prägendstes Projekt: der Porsche-IPO im September 2022, bei dem der Sportwagenhersteller mit 75 Milliarden Euro bewertet wurde – der größte Börsengang in Deutschland seit der Deutschen Telekom 1996.

Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.