Abgang nach acht Jahren als CFO von Gerry Weber: David Frink

Gerry Weber

15.11.17
CFO

Rätselhafte Ad-hoc-Meldung um Gerry-Weber-CFO Frink

Eine Ad-hoc Mitteilung von Gerry Weber löst Spekulationen aus: Der Aufsichtsrat berät kurzfristig über ein Ausscheiden von CFO David Frink. Er wäre schon das zweite Vorstandsmitglied, welches das Unternehmen in diesem Jahr verlässt.

Das Modeunternehmen Gerry Weber hat mit einer am gestrigen Dienstagabend veröffentlichen Ad-hoc-Mitteilung für Verwunderung gesorgt. In der aus nur einem Satz bestehenden Nachricht heißt es, dass der Aufsichtsrat von Gerry Weber „kurzfristig über ein Ausscheiden des Vorstandsmitglieds David Frink und die künftige Vorstandsstruktur der Gesellschaft beraten und entscheiden“ wird. 

Ob CFO Frink den Modekonzern aus Halle verlassen wird, ist unklar. Eine Pressesprecherin des Unternehmens konnte heute auf Nachfrage von FINANCE weder den möglichen Abgang von CFO Frink bestätigen, noch die Hintergründe der Mitteilung kommentieren. Es werde aber erwartet, dass der Aufsichtsrat noch diese Woche über die Personalie entscheidet, teilte sie mit.

Reger Wechsel im Gerry-Weber-Vorstand

Sollte CFO Frink gehen, wäre dies schon das zweite Mal in diesem Jahr, dass bei Gerry Weber ein Vorstandsmitglied das Unternehmen verlässt. Erst im Juni dieses Jahres hat Norbert Steinke, Retail-Vorstand und Chef des Tochterunternehmens Hallhuber, das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlassen. Seitdem wurde das Unternehmen von dem Sohn des Unternehmensgründers, Ralf Weber, und CFO Frink alleine geführt. 

Frink ist momentan CFO und Chief Operating Officer (COO) in Personalunion. Im Oktober kündigte das Unternehmen an, dass der Ernsting’s-Family-Manager Johannes Ehling spätestens mit Wirkung zum September 2018 in den Vorstand berufen wird, um das aktuelle Führungsduo als Chief Sales Officer und Chief Digital Officer zu unterstützen. Sollte Frink nun kurzfristig ausscheiden, stände Ralf Weber vorerst alleine da.

Dr. David Frink, Bernard Krone Gruppe

Nach der Promotion geht Frink 2004 zum Unterwäschehersteller Schiesser. Dort soll er das Inhouse-Consulting leiten. Schnell kommen die Bereiche IT und Prozesse dazu. 2007 wird er für die Ressorts Supply Chain, Logistik, Eigenfertigung und IT in den Vorstand berufen. Von 2008 bis 2009 leitet er außerdem die Geschäfte der Schiesser Group und ist zugleich Direktor von Schiesser International. Im Mai 2009 wird Frink Vorstandsmitglied bei Gerry Weber und verantwortet die Bereiche IT, Logistik, Produktion und Finanzen.

Im November 2017 scheidet der langjährige CFO ohne Angabe von Gründen überraschend aus dem Unternehmen aus. Im April 2018 übernimmt er die CFO-Position bei der Krone-Gruppe, einem Familienunternehmen, das hauptsächlich im Bereich Landtechnik tätig ist.

zum Profil

Frink war kurzzeitig Vorstandssprecher bei Gerry Weber

David Frink kam 2009 von dem Unterwäschehersteller  Schiesser zu Gerry Weber. Er verantwortete im Vorstand die Ressorts IT, Logistik, Produktion und Finanzen. Im November 2014 übernahm er dann sogar kurzfristig die Leitung des Modekonzerns als Nachfolger von Unternehmensgründer Gerhard Weber. 

Nach nur wenigen Monaten gab er diesen Posten jedoch im Februar 2015 an den Sohn des Unternehmensgründers, Ralf Weber, ab.  Auch diese kurzfristige Personalrochade warf damals viele Fragen auf.

Die Anleger reagieren deutlich auf die Ad-hoc Mitteilung

Turbulente Zeiten bei Gerry Weber

Gerry Weber befindet sich momentan in schwierigen Zeiten. Wie viele Unternehmen in der Modebranche leidet das Unternehmen unter der harten Konkurrenz und dem hohen Preisdruck sowie dem Kundenschwund in deutschen Innenstädten. Das Unternehmen verlor in den vergangenen Jahren stetig an Umsatz und legte sich 2016 ein Sparprogramm auf, welches die Schließung von 100 seiner Filialen sowie die Kündigung von 700 Mitarbeitern beinhaltete.

Auch an der Börse steht Gerry Weber unter Druck. Während der Aktienkurs vor drei Jahren noch bei über 35 Euro notierte, lag er in letzter Zeit knapp über 10 Euro. In Folge der gestrigen Ad-hoch Meldung starte das Papier heute Morgen dann mit einem Verlust von 2,5 Prozent und fiel auf unter 10 Euro.

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