Newsletter

Abonnements

RWE verlängert Vertrag mit CFO Müller

Michael Müller
Michael Müller bleibt CFO bei RWE. Foto: RWE

RWE setzt mit CFO Michael Müller auf Kontinuität: Der Aufsichtsrat hat den Vertrag seines Finanzvorstands um weitere fünf Jahre verlängert, bis zum 1. November 2028. Das Eigengewächs Müller ist seit Mai 2021 CFO, gehört aber bereits seit November 2020 dem Konzernvorstand an. Er folgte damals auf den jetzigen RWE-CEO Markus Krebber.

Seit dem Start im vergangenen Jahr hat Müller, der bei RWE die Transformation des Energieversorgers mit vorantreiben soll, es jedoch nicht immer einfach gehabt. Gleich zweimal hagelte es etwa Kritik von Aktionär Enkraft Capital. Der aktivistische Investor hatte von RWE im Herbst 2021 eine Abspaltung des Braunkohlegeschäfts gefordert und zwang RWE zur Abstimmung über das Braunkohlegeschäft in einer Hauptversammlung. Der Antrag von Enkraft zur Abspaltung des Geschäfts wurde von der Hauptversammlung am 28. April 2022 mit 97,56 Prozent jedoch abgelehnt. Zuletzt hatte RWE jedoch angekündigt – 8 Jahre früher als ursprünglich geplant – bereits 2030 den Kohleausstieg vollziehen zu wollen.

Harsche Kritik gab es zudem im Oktober 2022 für die Ankündigung des Energiekonzerns, in den USA zukaufen zu wollen. RWE übernimmt vom New Yorker Regionalversorger Con Edison den Solaranlagen-Entwickler und -Betreiber Con Edison Clean Energy Businesses zu einem Kaufpreis rund 7 Milliarden Euro. Mit dem Deal will RWE seinen Bestand an Wind-, Solar- und Batteriespeicher-Anlagen in den USA nahezu verdoppeln. Zur Finanzierung des M&A-Deals holt Müller zudem den katarischen Staatsfonds QIA als neuen Investor an Bord.

CFO Markus Müller ist promovierter Maschinenbauingenieur

Müller gilt als RWE-Urgestein. Vor seiner Zeit bei dem Essener Energiekonzern arbeitete er von 1996 bis 2000 fast vier Jahre als Research Assistant an der RWTH Aachen und anschließend knapp fünf Jahre als Berater bei McKinsey. Seit dem Jahr 2005 war der promovierte Maschinenbauingenieur und Diplom-Kaufmann in verschiedenen Positionen für RWE tätig, zunächst bei RWE Power und RWE Generation.

Er kümmerte sich dort etwa um den Kraftwerksbau, Einkauf, Asset Management und das Restrukturierungsprogramm. Im Jahr 2014 übernahm er die Leitung des Konzerncontrollings, zwei Jahre später stieg er auf zum Geschäftsführer und CFO der Sparte RWE Supply & Trading.

CFO-Profil

RWE plant Transformation

Der RWE-Aufsichtsratsvorsitzende Werner Brandt betonte, mit der Vertragsverlängerung werde gewährleistet, „dass die erfolgreiche Transformation des Unternehmens konsequent und mit hoher personeller Kontinuität fortgeführt werden kann.“ RWE werde „den internationalen Wachstumskurs nachhaltig, werthaltig und als verantwortungsvoller und attraktiver Arbeitgeber fortsetzen.“

Neben der Vertragsverlängerung von Müller fasste der Aufsichtsrat einen weiteren Beschluss: Katja van Doren soll zum 1. August 2023 Personalvorständin (CHO) und Arbeitsdirektorin der RWE werden. Sie folgt damit auf Zvezdana Seeger, deren Vertrag ausläuft. Van Doren gehört zum Vorstand der Tochtergesellschaft RWE Generation und verantwortet hier die Finanzen, das Personal und die IT.

Erika von Bassewitz ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Philosophie und Französisch an der Humboldt-Universität in Berlin sowie an der Université de Genève studiert und mit einem Magister Artium abgeschlossen. Vor FINANCE war sie mehr als acht Jahre Redakteurin in der Multimediaredaktion des Medienhauses der EKHN. Davor war sie unter anderem Redakteurin beim HR-Magazin von monster, freie Autorin bei Deutsche Welle TV und freie Mitarbeiterin bei der Westdeutschen Zeitung.