Ein neuer CFO soll den strauchelnden 3D-Druckerhersteller SLM Solutions durch die Krise steuern. Die Auftragseingänge sind in der Coronakrise deutlich abgekühlt.

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07.05.20
CFO

SLM Solutions bekommt wieder einen Finanzchef

Vorgänger Frank Hülsmann verließ SLM Solutions nach nur wenigen Wochen, im Juni soll nun Dirk Ackermann den CFO-Posten bei dem kriselnden 3D-Druckerhersteller übernehmen. Sein Auftrag in der Coronakrise: die Kostenkontrolle in den Fokus rücken.

Der 3D-Druckerhersteller SLM Solutions bekommt mitten in der Coronakrise bald wieder einen CFO: Dirk Ackermann soll den Posten zum 1. Juni übernehmen. Er kommt von General Electric, wo er zuletzt als Senior Finance Manager im Bereich Corporate Audit tätig war. Sein Auftrag bei dem strauchelnden Unternehmen ist klar: „Er wird uns unter anderem dabei helfen, Kostenkontrolle und Cash Management in der Gruppe weiter voranzutreiben“, sagte CEO Meddah Hadjar.

Hadjar übte den CFO-Posten zuletzt interimistisch aus, nachdem Finanzchef Frank Hülsmann das Unternehmen Anfang März nach nur wenigen Wochen wieder verlassen hatte. Der vormalige Lufthansa-Manager, der den Posten erst seit Januar dieses Jahres innehatte, war SLM Solutions zufolge aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Zuvor hatte das Unternehmen bereits rund ein Jahr lang nach einem Nachfolger für den vorherigen langjährigen Finanzchef Uwe Bögershausen gesucht. 

Coronavirus bedroht operative Fortschritte

Die Lage bei SLM Solutions ist nach wie vor stark angespannt: Zwar hat sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dem Unternehmen zufolge „deutlich verbessert“, dennoch blieb das Ebitda mit einem Minus von 3 Millionen Euro negativ (Vorjahresquartal: minus 8,1 Millionen Euro). Der Umsatz verbesserte sich im ersten Quartal auf 17,8 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 7,3 Millionen Euro), wie aus den heute Vormittag vorgelegten Quartalszahlen hervorgeht. Hintergrund für den gestiegenen Umsatz im ersten Quartal ist dem 3D-Druckerhersteller zufolge der hohe Auftragsbestand zum Jahresende 2019.

Doch diese Fortschritte sieht das Unternehmen, das bereits seit mehreren Jahren gegen die Krise ankämpft, nun bedroht: Die Coronavirus-Pandemie wirke sich negativ auf den Auftragseingang aus. „Mehrere Kernmärkte sind erheblich abgekühlt, und Kunden waren in den letzten Wochen aufgrund der von staatlicher Seite angeordneten Kontaktbeschränkungen nur selektiv verfügbar“, erklärte das Unternehmen. SLM Solutions will nun seine digitalen Vertriebsaktivitäten verstärken, um den Kundenkontakt aufrecht zu erhalten. 

SLM Solutions setzt auf Wandelanleihen

Eine Prognose für das Gesamtjahr gibt der Vorstand derzeit nicht ab. Das Unternehmen hatte zuletzt angekündigt, verschiedene Möglichkeiten zur Stärkung der Kapitalbasis zu prüfen. Bereits Ende März hatte der 3D-Druckkonzern sich mit seiner größten Aktionärin, dem mit knapp 30 Prozent beteiligten Elliott-Vehikel Cornwall, eine Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen.

Demnach sichert Cornwall Wandelschuldverschreibungen im Volumen von insgesamt rund 60 Millionen Euro ab, die SLM zwischen Juni 2020 und September 2023 begeben möchte. Auch übrige Aktionäre und Zeichner einer 2017 begebenen Wandelanleihe sollen Bezugsrechte ausüben können. 

Vom 26. Juni bis 10. Juli 2020 soll ihnen eine erste Tranche von neuen Wandelschuldverschreibungen über 15 Millionen Euro zum Wandlungspreis von 6,75 Euro je neuer Aktie angeboten werden. Die Papiere mit Laufzeit bis Ende September 2026 sollen jährlich mit 2 Prozent verzinst werden. Die SLM-Solutions-Aktie notiert derzeit bei rund 6,50 Euro.

Hätte SLM Solutions Chance auf Corona-Hilfen?

Eine zweite Tranche der Wandelanleihe über 15 Millionen Euro sowie eine dritte Tranche über 30 Millionen Euro sollen später folgen. Der anfängliche Wandlungspreis, zu dem die Inhaber der zweiten Tranche diese in Aktien der Gesellschaft wandeln können, wird 7,75 Euro je neuer Aktie betragen, bei der dritten Tranchen sollen es 8,75 Euro sein.

Noch Ende März hatte SLM Solutions zudem mitgeteilt, dass Corona-bedingte KfW-Hilfen nicht im Fokus stünden. Allerdings scheint es zumindest fraglich, ob das Unternehmen auf diese Mittel überhaupt Zugriff hätte: Unternehmen, die bereits zuvor in einer Restrukturierung waren, sind von den KfW-Hilfen ausgenommen. 

Beim Börsengang wurde der 3D-Druckerhersteller SLM Solutions noch für seine Zukunftstechnologie gefeiert. Doch inzwischen steckt das Unternehmen in der Krise fest. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserer Themenseite zu SLM Solutions.