Tom Tailor

13.04.16
CFO

Thomas Dressendörfer wird CFO bei Tom Tailor

Über zehn Jahre war Axel Rebien CFO bei Tom Tailor – jetzt verlässt er den Modekonzern. Sein Nachfolger Thomas Dressendörfer kommt in einer schwierigen Situation in das Unternehmen.

Der Modekonzern Tom Tailor holt sich einen neuen CFO an Bord: Neuer Finanzchef wird zum 1. Juli dieses Jahres Thomas Dressendörfer. Er folgt auf Axel Rebien, der den Posten seit über zehn Jahren verantwortet und den Modekonzern in dieser Zeit unter anderem aus Private-Equity-Hand an die Börse geführt hat. Rebien verlässt das Unternehmen „in gegenseitigem Einverständnis“, wie es in der Pressemitteilung heißt. CEO Dieter Holzer und Aufsichtsratschef Uwe Schröder finden zum Abschied lobende Worte für Rebien.

Der 58-jährige Dressendörfer übernimmt die Ressorts Finanzen, Rechnungswesen, Controlling, Investor Relations Personal und Recht. Er war zuvor unter anderem CFO des Schweizer Implantatherstellers Straumann und des Schweizer Technologiekonzerns Uster Technologies. Zuletzt unterstütze er als selbstständiger Berater Unternehmen bei komplexen Geschäftsprojekten und Restrukturierungen.

Intensiveres Controlling: Tom Tailor rüstet SAP-System auf

In der Beschreibung seiner künftigen Aufgaben deutet Aufsichtsratschef Schröder an, warum es zu dem Wechsel auf dem CFO-Sessel kommt: „Mit Thomas Dressendörfer haben wir einen erfahrenen und versierten Finanzexperten gewonnen, dessen breites Fachwissen insbesondere der konsequenten Weiterentwicklung eines strategisch operierenden Finanzmanagements sowie der internationalen Ausrichtung des Unternehmens zu Gute kommen wird.“

Als Reaktion auf eine schwache geschäftliche Entwicklung hatte Rebien schon vor einigen Wochen ein Effizienzprogramm aufgelegt, das nicht nur Filialschließungen und effizienteres Sourcing umfasst, sondern auch ein Upgrade der IT-Systeme in der Finanzabteilung. Im Lauf des Jahres plant Tom Tailor, ein neues SAP-System einzuführen, das der Finanzabteilung engeren Zugriff auf die Entwicklungen im operativen Geschäft sichern soll. Es soll auch die Steuerkenngrößen (KPIs) besser messbar machen und ein besseres Vertriebscontrolling über die verschiedenen Absatzkanäle hinweg ermöglichen.

Tom Tailor-CFO Axel Rebien hat die Finanzierung neu aufgestellt

Für Axel Rebien war der Weg bei Tom Tailor zuletzt steinig geworden. Mit dem Börsengang 2010, der Übernahme der Modekette Bonita 2012 und dem Abschluss einer komplexen Refinanzierung mit intensivem China-Bezug  im Jahr 2014 hatte der 44-jährige einige große Erfolge gefeiert.

Zuletzt ging es Tom Tailor – so wie etlichen anderen Modeketten auch – allerdings schlechter. Der schwache Textilmarkt kostete auch die Hamburger ihre Wachstumsdynamik. Hinzu kamen noch Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme eines neuen Logistiklagers im vergangenen Jahr, wegen derer Tom Tailor eine Gewinnwarnung aussprechen musste. Die Investoren reagierten verstimmt, weil Tom Tailor vom Wachstumskurs abkam, gleichzeitig aber noch nicht nachgewiesen hat, dass das Management in der Lage ist, aus dem bestehenden, in Summe nahezu stagnierenden Geschäft, nennenswerte Cashflows zu erwirtschaften.

So verlor der Aktienkurs in den zurückliegenden zwölf Monaten um mehr als 60 Prozent an Wert. Daraufhin stieg im September vergangenen Jahres der niederländisch-britische Hedgefonds Farringdon bei Tom Tailor ein. Doch auch für Farringdon hat sich das Investment in Tom Tailor bislang noch nicht gelohnt.   

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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