Das auf die Herstellung von Lithium-Ionen-Batteriesystemen spezialisierte Unternehmen Voltabox ernennt den 30-jährigen Patrick Zabel zum Bereichsleiter Finanzen.

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03.07.19
CFO

Voltabox macht 30-Jährigen Ex-Banker zum CFO

Voltabox übergibt die Finanzverantwortung in die Hände des gerade einmal 30-jährigen Patrick Zabel – und das, obwohl der Batteriehersteller nach schweren Bilanzierungsfehlern gerade um seinen Ruf am Kapitalmarkt kämpft.

Karrieresprung für Patrick Zabel: Der erst 30-Jährige verantwortet künftig als Bereichsvorstand Finanzen und Personal das Finanzressort von Voltabox. Zabel stieß im vergangenen Herbst zu dem börsennotierten Batteriehersteller und war seitdem Leiter Finanzen. Zabels Beförderung ist Folge eines größeren Umbaus der Führungsebene, angestoßen vom Rückzug des bisherigen Vorstands Jörg Dorbandt, der als COO nicht nur für das operative Geschäft, sondern auch für die Finanzen verantwortlich war.

Ausgerechnet der Finanzbereich sorgte in den vergangenen Monaten bei Voltabox für viel Unruhe und unschöne Schlagzeilen: Das Unternehmen – wie auch der Mutterkonzern Paragon – leistete sich gravierende Bilanzierungsfehler, die auch, aber nicht nur mit dem Börsengang aus dem Oktober 2017 zusammenhingen: Nach Ansicht der Bilanzpolizei DPR hatte Voltabox die Kosten des Börsengangs falsch verbucht, darüber hinaus aber auch noch verschiedene wichtige Negativentwicklungen in den Büchern nicht adäquat abgebildet. Das Aufdecken der Fehlbuchungen durch die DPR kostete Voltabox zeitweise ein Viertel des Börsenwerts von derzeit rund 225 Millionen Euro.

Patrick Zabel kommt von einer „großen Sparkasse“

Diese Vergangenheit erklärt, warum Voltabox explizit Zabels Expertise in Bilanzierungsfragen herausstellt, die aus seiner Zeit als Wirtschaftsprüfer bei PwC stammen soll. Dort habe Zabel „kapitalmarktorientierte Großkonzerne geprüft und Mandanten zur Bilanzierung nach IFRS und HGB“ beraten. „Patrick Zabel ist ein ausgewiesener Experte für internationale Rechnungslegung“, schreibt Voltabox in einer Kapitalmarktmitteilung.

Der gelernte Bankkaufmann Zabel hat laut Voltabox aber auch eine Vergangenheit als „Firmenkundenberater einer großen Sparkasse“. Ausweislich seines persönlichen Xing-Profils handelt es sich dabei um die Sparkasse Paderborn-Detmold.

Zabel steigt aber nicht in die erste Reihe auf, sondern wird lediglich Bereichsvorstand mit Zuständigkeit für Finanzen und Personal. Auf der gleichen Ebene hat Voltabox auch den früheren Hella-Manager Burkhard Leifhelm als Produktions- und Einkaufschef installiert. Über den beiden Bereichsvorständen agiert CEO Jürgen Pampel „für absehbare Zeit“ als Alleinvorstand.

Einige Unternehmen vertrauen sehr jungen CFOs

Mit 30 Jahren ist Zabel extrem jung für den Vorstand eines börsennotierten Unternehmens mit einem Marktwert von nahezu einer Viertelmilliarde Euro. Aber in der deutschen CFO-Szene ist gerade ein Trend zu sehr jungen Berufungen zu erkennen, der an Breite gewinnt.

Erst vor vier Wochen berief das Fintech Auxmoney den 31-Jährigen Daniel Drummer zum Finanzvorstand. Im März 2018 machte der Asset Manager MPC Capital Philipp Lauenstein zum CFO – mit gerade einmal 28 Jahren. Auch bei der Deutschen Rohstoff AG leitet mit Jan-Philipp Weitz ein erst 33-Jähriger das Finanzressort, der bei seiner Berufung zum CFO Ende 2016 ebenfalls erst 30 Jahre alt war.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

Mehr über die interessanten Werdegänge der hier erwähnten sehr jungen CFOs finden Sie in den FINANCE-Köpfe-Profilen von Jan-Philipp Weitz und Philipp Lauenstein.