Karriereturbo Weiterbildung – Der MBA

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30.10.14
CFO

Mit MBA in den oberen Gehaltsbereich klettern

Für das Vorankommen in der heutigen Arbeitswelt ist Weiterbildung unerlässlich. In unserer neuen Serie „Karriereturbo Weiterbildung“ widmet sich FINANCE immer donnerstags den wichtigsten Zusatzqualifikationen. Teil 1 zum MBA zeigt auf, worauf es bei der Auswahl des Master-Programms ankommt.

Karrieresprünge gelingen mit gezielter Weiterbildung oftmals leichter. Eine vielversprechende Zusatzqualifikation für Finanzmitarbeiter ist der Master of Business Administration, kurz MBA. Darunter ist ein postgraduales Management-Studium zu verstehen, das seine Ursprünge im angelsächsischen Raum hat. Der MBA ist heutzutage eine wichtige Voraussetzung für den Aufstieg über das mittlere Management hinaus.

„Gerade in der Unternehmenssteuerung, dem Treasury und dem Controlling sowie in der Unternehmensentwicklung ist eine praxisnahe MBA-Ausbildung wünschenswert“, sagt Tiemo Kracht, Geschäftsführer von Kienbaum Executive Consultants. In der Breite des Mittelstands sei festzustellen, dass die früheren Bilanzbuchhalter IHK in der ersten und zweiten Führungsebene derzeit durch die 38- bis 45-jährigen Finanzspezialisten mit MBA-Abschluss ausgetauscht würden. Gründe hierfür seien ein hoher inhaltlicher Anspruch, deren internationale Erfahrung und das Netzwerk, das sie während des MBA-Programms aufgebaut haben.

MBA am besten im angelsächsischen Raum erwerben

Viele Finanzchefs aus dem FINANCE-CFO-Almanach haben ein MBA-Studium abgeschlossen. Continental-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer, Dominik Asam, CFO des Halbleiterherstellers Infineon, Dürr-CFO Ralph Heuwing und DHL-Express-Finanzchefin Melanie Kreis haben ihren MBA beispielsweise an der bekannten Insead Business School abgeschlossen.

Der Finanzchef der Unternehmensgruppe Theo Müller, Henrik Bauwens, hat seinen Executive MBA an der Kellogg School of Management an der Northwestern University in Chicago absolviert. Klöckner&Co-CFO Marcus A. Ketter war ebenfalls für sein MBA-Studium in den USA und hat seinen Master an der Columbia Business School in New York gemacht. Wild-Flavor-CFO Christoph Schmitz hat im Jahr 2000 seinen MBA an der Rotman School of Management in Toronto, Kanada, erworben. Der seit Juli 2014 amtierende neue SAP-Finanzvorstand Luka Mucic hat sogar einen gemeinschaftlichen Executive MBA-Abschluss der Mannheim Business School und der Essec Paris gemacht.

Der Blick auf die Ausbildungsstätten, an den die zuvor genannten deutschen CFOs ihren MBA-Abschluss erworben haben, macht klar: Der MBA sollte im Ausland erworben werden. „Wenn man sich nicht für einen berufsbegleitenden, sondern für einen Vollzeit-MBA entscheidet, sollte man ihn international abschließen und zwar im Mutterland des MBA: in Nordamerika, in Kanada oder aber auch im United Kingdom“, sagt Kracht. Die renommierten Business Schools des angelsächsischen Raumes setzten die Maßstäbe, und die Qualität der Bildungseinrichtung sei entscheidend für den Wert des MBA-Abschlusses.

„Ein Blick in das MBA-Programm der Harvard Business School kann helfen, den Wert anderer MBA-Programme zu ermessen“, sagt Kracht weiter. Entscheidend sei am Ende nicht der MBA als Titel und Etikett, sondern die Substanz und Qualität der akademischen Ausbildung.

Kosten für einen MBA

Die Kosten für MBA-Programme bewegen sich in einem Rahmen von 20.000 bis 50.000 Euro, Executive-MBA-Programme können sich auch auf 80.000 Euro aufsummieren. Die Kosten für eine Ausbildung an den Top-Business-Schools in den USA liegen je nach Umfang auch darüber.

Quelle: Kienbaum Executive Consultants

Mit MBA-Abschluss Gehalt erhöhen

Neben einem allgemeinen Master gibt es noch branchen- und fachbezogene MBAs sowie einen sogenannten Executive MBA, der breiter aufsetzt und aktuelle Trends aufgreift. Kracht rät den jungen Berufseinsteigern im Finanzbereich sich nach dem Bachelor nicht direkt für einen spezialisierten MBA zu entscheiden, weil sie sich damit gewisse Chancen nehmen.

„Je jünger die Finanzmitarbeiter sind und je weniger Berufserfahrung sie haben, umso allgemeiner sollte der MBA sein“, sagt der Personalberater. Es gibt heute viele Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter nach dem Bachelor zeitnah an sich binden möchten und deshalb den Fachkräften die Möglichkeit bieten einem MBA berufsbegleitend oder in Vollzeit durch Beurlaubung zu erwerben. „Die Arbeitgeber übernehmen dann häufig die Kosten oder teilen sich diese mit dem Mitarbeiter“, sagt Kracht weiter.

Ein MBA-Abschluss lohnt sich aber in jedem Fall, insbesondere ein spezialisierter MBA nach einigen Jahren Berufserfahrung. Dieser erhöht den Marktwert des Finanzmitarbeiters und gleichzeitig auch das Abwanderungsrisiko des Mitarbeiters für das Unternehmen. „Mit einem MBA können sich Mitarbeiter der Finanzabteilung in den oberen Bereich des Gehaltkorridors hinein entwickeln“, sagt der Kienbaum-Berater. Denn wie in anderen Bereichen auch korreliert die Einkommensentwicklung im Finanzbereich mit der eigenen Qualifikation.

Allerdings kann der monetäre „Gegenwert“ eines MBA-Abschlusses nicht genau beziffert werden und dürfte sich auch nicht sofort auf das Gehalt des Finanzmitarbeiters auswirken. Hier kommt es auf das Geschick bei den Gehaltsverhandlungen an.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Wie sich die Gehälter von CFOs, Treasurern und anderen Finance-Spezialisten entwickeln sehen Sie im aktuellen FINANCE-Gehaltsreport. Für diesen Report hat die FINANCE-Redaktion Gehaltsdaten für die zwölf wichtigsten Jobprofile in Finanzabteilungen zusammengetragen. Eingeordnet werden die Gehaltszahlen von führenden Experten aus dem HR-Bereich und der deutschen Headhunterszene, die auch Tipps geben, wie man die eigene Karriere im Finanzbereich in Fahrt bringen kann.

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Weitere Informationen zu anderen Zusatzqualifikationen finden Sie auf unserer Themenseite Weiterbildung im Finanzbereich.