Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Deutsche Private Equity (DPE) hat ihren vierten Fonds bei 1 Milliarde Euro geschlossen.

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08.09.20
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DPE schließt Milliarden-Fonds trotz Corona

Die Deutsche Private Equity holt mit einem neuen Fonds zum nächsten Schlag aus: Der vierte Fonds ist mit 1 Milliarde Euro fast doppelt so schwer wie sein Vorgänger. Von Corona lässt sich die DPE nicht abschrecken.

Die Deutsche Private Equity (DPE) hat auf ihren Rekordfonds aus dem Jahr 2017 noch einen draufgelegt: Wie der Private-Equity-Investor heute mitteilte, hat er seinen neuesten Fonds bei 1 Milliarde Euro geschlossen. Damit ist der vierte Fonds nicht nur der bislang größte der DPE – er ist auch noch fast doppelt so schwer wie die Nummer drei: Der dritte Fonds erzielte damals ein Volumen von 575 Millionen Euro.

Und auch die ersten beiden stellt die Nummer vier in den Schatten: Der ersten Fonds, den der Finanzinvestor noch gemeinsam mit Parcom Capital gemeinsam im Jahr 2007 abschloss, hatte ein Volumen von 250 Millionen Euro, sein Nachfolger erzielte sechs Jahre später ein Volumen von 350 Millionen Euro.

DPE: Fundraising dauerte weniger als vier Monate

Das Fundraising für den vierten Fonds lief ebenfalls schneller ab als bei dem Vorgänger: Diesmal hat die DPE nach eigenen Angaben weniger als vier Monate gebraucht, um die Kapitalzusagen der Investoren einzuholen – trotz Corona. Beim dritten Fonds dauerte die Vermarktung der DPE zufolge weniger als sechs Monate.

Die aktuelle Investorenbasis besteht aus Lebensversicherungen, Stiftungen, Fund of Funds, Family Offices sowie Pensionsfonds. Die DPE wurde beim Auflegen des Fonds sowie beim Fundraising von der Kanzlei Pöllath + Partners unterstützt.

DPE will in krisensichere Mittelständler investieren

Das Kapital aus dem vierten Fonds soll auch diesmal wieder in mittelständische Unternehmen in der DACH-Region mit einem Unternehmenswert zwischen 20 und 200 Millionen Euro fließen. Der Eigenkapitalanteil des Finanzinvestors liegt je Investment bei 20 bis 100 Millionen Euro. Add-on-Akquisitionen finanziert die DPE in der Regel aus dem Cashflow des Portfoliounternehmens. Für die DPE kommen sowohl Mehrheits- als auch Minderheitsbeteiligungen in Frage.

Spezialisiert ist der Finanzinvestor auf Unternehmen aus den Branchen Healthcare, Industrielle Technologien, Business Services, Software, Energie und Umwelt. „Wir setzen auf stark positionierte Unternehmen, die relativ krisenresilient sind und beispielsweise durch Zukäufe sogar gestärkt daraus hervorgehen können“, so DPE-Gründer Marc Thiery. Mit einer Einschränkung: Die DPE investiert nicht in B2C-Firmen.

DPE will auch trotz Corona investieren

An diesem Anlagefokus hat sich auch durch die Coronavirus-Krise nichts geändert, betont die DPE – und verweist auf die gute Entwicklung der eigenen Portfoliounternehmen. „Wir sind davon überzeugt, dass die Unternehmen, in die wir investiert haben, gut durch die Corona-Zeit kommen – aufgrund der Auswahl und unserer intensiven Unterstützung des Managements“, so Partner Marc Thiery. „Es dürfte in Europa einzigartig sein, dass wir aufgrund der positiven Entwicklung unserer Portfoliounternehmen im ersten und zweiten Quartal sogar Unternehmenswerte zuschreiben konnten.“

Die Coronakrise hatte viele Private-Equity-Investoren im Frühjahr noch in Schockstarre versetzt, doch inzwischen wagen sich immer mehr Finanzinvestoren wieder an Deals – darunter auch die DPE, die mit drei Deals im zweiten Quartal auftrumpfte.

Seit 2007 hat sich die DPE nach eigenen Angaben an 30 Unternehmen beteiligt und über 70 Folgeinvestitionen getätigt. Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum lag über das gesamte DPE-Portfolio hinweg bei 20 bis 25 Prozent, so die DPE.  Zu den prominenten deutschen Investments gehören unter anderem der Druckerspezialist SLM Solutions oder der Sensorspezialist First Sensor. SLM Solutions brachte die DPE im Jahr 2014 an die Börse. Den First-Sensor-Anteil veräußerte die DPE im vergangenen Jahr an den Wettbewerber TE Connectivity.

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