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PE-Rivalen machen bei Zooplus gemeinsame Sache

Die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und EQT wollen den Tierbedarfshändler Zooplus jetzt gemeinsam kaufen. Foto: nataba – stock.adobe.com
Die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und EQT wollen den Tierbedarfshändler Zooplus jetzt gemeinsam kaufen. Foto: nataba – stock.adobe.com

Eben noch Rivalen, jetzt überraschend Partner: Die Private-Equity-Investoren Hellman & Friedman (H&F) und EQT bündeln ihre Kräfte. Sie wollen den Tierbedarfshändler Zooplus zusammen übernehmen und werden deshalb eine Partnerschaft zur Finanzierung des Angebots eingehen, wie sie in einer gemeinsamen Mitteilung kommuniziert haben.

Der Deal der beiden Rivalen sieht wie folgt aus: Die schwedische EQT plant, vorbehaltlich der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen und anderer Bedingungen, nach erfolgreicher Übernahme ein gemeinsam kontrollierender Partner mit gleichen Governance-Rechten an einer Muttergesellschaft der „Zorro Bidco“, dem Investmentvehikel von H&F, zu werden.

Das bisherige Angebot des EQT-Investmentvehikels „Pet Bidco“ soll nicht erhöht oder anderweitig verändert werden. Es werde daher erwartet, dass es gemäß der Vollzugsbedingungen erlischt und nicht vollzogen wird, teilen die beiden Häuser mit.

EQT und H&F erhöhen Zooplus-Angebot

Der neuen Partnerschaft der beiden PE-Häuser war ein Bieterstreit vorausgegangen, der eine deutliche Steigerung der ursprünglichen Offerte nach sich zog. Die US-amerikanische H&F hatte Mitte August ein erstes Angebot vorgelegt und rund 390 Euro je Zooplus-Aktie geboten, was einer Übernahmeprämie von 40 Prozent entsprach. Kurz darauf meldeten jedoch auch die Finanzinvestoren KKR und EQT Interesse an dem Tierbedarfshändler. Vorsorglich stockte H&F in der Folge sein Angebot auf 460 Euro je Aktie auf.

KKR verabschiedete sich nach kurzer Zeit ohne konkrete Avancen, doch EQT machte ernst: Ende September verkündete EQT, Zooplus für 470 Euro pro Wertpapier kaufen zu wollen. H&F musste reagieren und zog gleich. Der Investor sicherte sich zudem von Großaktionären bereits 17 Prozent der Zooplus-Anteile. Seither befanden sich die beiden PE-Giganten in einer Patt-Situation.

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Mit den kombinierten Kräften stocken die PE-Häuser ihre Offerte nun noch ein weiteres Mal auf: H&F und EQT bieten den Zooplus-Eignern nun 480 Euro je Aktie. Die Aktionäre dürfte das freuen: Das Angebot entspricht einer Prämie von 85 Prozent gemessen am Dreimonatsdurchschnittskurses der Aktie. Die Equity-Bewertung von Zooplus liegt jetzt bei 3,7 Milliarden Euro („Fully Diluted“).

Die Papiere von Zooplus notierten zuletzt mit 475 Euro etwas unterhalb des jetzt verkündeten Angebots, zogen am Montagvormittag aber nach oben. Spekulationen um eine weitere Erhöhung schoben H&F und EQT einen Riegel vor: Das sei das finale Angebot, schreiben die Partner.

Zooplus-Übernahme noch im November?

H&F und EQT betonen, dass sich die grundlegenden Angebotsbedingungen nicht veränderten. So gelte weiterhin eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent, die Aktionäre haben bis zum 3. November Zeit, um ihre Aktien anzudienen. Die Finanzinvestoren planen, Zooplus nach einer erfolgreichen Mehrheitsübernahme von der Börse zu nehmen.

Das Management von Zooplus um CEO Cornelius Patt und CFO Andreas Maueröder unterstützt das Angebot der Finanzinvestoren: „Mit diesem Angebot von H&F mit Unterstützung des Partners EQT haben unsere Aktionäre nun Klarheit und die Möglichkeit, eine fundierte Entscheidung zu treffen und eine beachtliche Prämie von 85 Prozent zu realisieren.“

Zooplus will die Finanzkraft der PE-Investoren vor allem nutzen, um weiter zu wachsen und Marktanteile im Heimtiermarkt zu gewinnen. Hierfür stehen „substantielle Investitionen in digitale Exzellenz, eine hervorragende Logistik und ein breites und innovatives Produkt- und Serviceangebot“ an, wie das Unternehmen schreibt. Speziell auf den Wandel zum E-Commerce will sich der Tierbedarfshändler vorbereiten.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.