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EQT will Zooplus auch unbedingt haben

Nach Hellman & Friedman erhöht nun auch EQT sein Angebot für Übernahme von Zooplus. Foto: chendongshan - stock.adobe.com

Der Bieterwettstreit um Zooplus geht erneut in die nächste Runde: Der Private-Equity-Investor EQT hat ein Übernahmeangebot für Zooplus vorgelegt und damit Konkurrent Hellman & Friedman (H&F) im Bieterwettstreit zum zweitem Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Um den Online-Tierbedarfshändler zu übernehmen, will die schwedische Investorengruppe 470 Euro pro Aktie zahlen. Mit seinem Angebot bewertet der Investor das Eigenkapital von Zooplus mit rund 3,6 Milliarden Euro.

Falls der Deal zustande kommt, läge die Prämie pro Aktie bei 81 Prozent oberhalb des Drei-Monats-Durchschnittskurses der Aktie, bevor das erste Übernahmeangebot für Zooplus bekannt gegeben wurde. An den übrigen Bedingungen ändert sich nichts: Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent. Auch EQT beabsichtigt, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. EQT wird von der Deutschen Bank als Finanzberater und von Milbank als Rechtsberater unterstützt.

EQT bringt viel Erfahrung im Heimtiermarkt mit

Der Investor rührt kräftig die Werbetrommel, um die Aktionäre zu überzeugen: Nach eigenen Angaben habe der Private-Equity-Investor EQT „jahrzehntelange Erfahrung im Heimtierbereich“, wovon Zooplus profitieren könne. Dieses Argument untermauert EQT mit seinen Investments in IVC Evidensia, einem Anbieter von Veterinärdienstleistungen, Bought By Many, einem Anbieter von Heimtierversicherungen aus Großbritannien, sowie die Musti Group, einem skandinavischen Omnichannel-Händler für Heimtierbedarf, den EQT 2020 verkauft hat.

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Auch stellt der Finanzinvestor Unterstützung bei der Einführung neuer Technologien und Plattformen in Aussicht. Dies soll den Ausbau der Spitzenposition von Zooplus im europäischen Markt möglich machen. Zooplus profitiert gerade von einer steigenden Nachfrage, nachdem sich immer mehr Menschen in der Corona-Pandemie für ein Haustier entschieden haben.

Das Zooplus-Management unterstützt das neuerliche Übernahmeangebot und hebt vor allem EQTs Erfahrungen im Heimtiermarkt hervor. Auch habe der Investor zugesichert, dass der Hauptstandort in München sowie „alle anderen wesentlichen“ Standorte des Unternehmens erhalten bleiben.

Bieterwettstreit lässt Zooplus-Aktienkurs auf 485 Euro steigen

Nun ist die große Frage, ob Hellman & Friedman sich geschlagen gibt oder doch noch einmal nachlegt. Das Angebot von EQT liegt 10 Euro je Aktie über dem von H&F. Die Aktionäre hoffen offenbar auf einen weiteren Wettstreit: Die Aktie schoss nach der Ankündigung von EQT weiter nach oben und lag am Montagvormittag mit 485 Euro nochmal 15 Euro über dem Angebot von EQT.

Für die Aktionäre ist der Bieterwettstreit traumhaft: Verglichen mit dem ersten Angebot von H&F vom August, welches noch bei 390 Euro je Aktie lag, ist der Preis deutlich gestiegen. Dabei schien der Deal damals schon fast besiegelt, eine strategische Partnerschaft war auch vereinbart worden. Doch kurz nach dem ersten Angebot von H&F, meldete EQT Interesse an – allerdings noch ohne einen Kaufpreis zu nennen.

Da dann auch noch KKR Interesse anmeldete und der Aktienkurs daraufhin nochmal stark anstieg, erhöhte H&F sein Angebot auf 460 Euro je Aktie – doch auch das wurde nun überboten. KKR ist inzwischen raus. Vermutlich dürfte sich der Bieterwettstreit nun zwischen EQT und H&F entscheiden.  

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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